Dienstag, 10 November 2015

"Karriere im eigenen Land" startet

Landespressekonferenz Karriere im eigenen Land


Die heutige Landespressekonferenz gab den Aufschlag zur Imagekampagne "Karriere im eigenen Land".   

Diese Kampagne verfolgt das Ziel, Chancen der Selbständigkeit aufzuzeigen. Sie setzt sich am Beispiel erfolgreicher Betriebsübergaben für die Stärkung von Unternehmertum und Unternehmergeist ein, sie beschreibt die vielfältigen Möglichkeiten der Unternehmensnachfolge für eine eigene, erfolgreiche wirtschaftliche Existenz und sie zeigt sichere berufliche Perspektiven für Fachkräfte in Sachsen-Anhalt auf.

Kampagnenpartner sind das Netzwerk Unternehmensnachfolge Sachsen-Anhalt (Handwerkskammer Magdeburg, Industrie- und Handelskammer Magdeburg, Handwerkskammer Halle (Saale), Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau) sowie die Investitionsbank Sachsen-Anhalt, die Bürgschaftsbank und Mittelständische Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt, das Land Sachsen-Anhalt sowie der Medienpartner Radio Brocken.

Über 10 Wochen lang werden Spots und Infomercials mit dem Schwerpunkt der Unternehmensnachfolge im Radio ausgestrahlt, denn Unternehmensnachfolgen sind für das Land von großer, steigender Bedeutung. So gibt es einen deutlichen Sprung bei den Nachfolgen, der daraus resultiert, dass Anfang der 90er Jahre viele unternehmerische Neustarts gelangen. Die Gründer von damals - zu dieser Zeit meist zwischen 30 und 45 Jahre alt - erreichen jetzt das Rentenalter und suchen nach geeigneten Nachfolgern. Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff sagte: "In unserem Bundesland fehlt es an gewachsenen Strukturen. Es gibt wenig Nachfolgen aus der Familie, da der eigene Nachwuchs sich bereits vielfach anders orientiert hat. Außerdem fehlen die Konzerne, die Nachfolgen wesentlich einfacher lösen können und damit die Sicherheit bieten, dass Arbeitsplätze erhalten bleiben." Da diese Sachverhalte im Land schon rechtzeitig erkannt wurden, konnten entsprechende Unterstützungsmöglichkeiten geschaffen werden, die Unternehmensnachfolgen erleichtern und möglich machen sollen.

David Bahrendt, einst jüngster Bäckermeister Deutschlands und Inhaber der Mühlenbäckerei Düsedau aus Lindhorst, zeigte sich nach der Übernahme des Betriebes im Jahr 2011 mit gerade mal 23 Jahren auch heute noch als stolzer und überzeugter Nachfolger. Damals hat er den Betrieb mit sieben Mitarbeitern übernommen, heute sind es fünfundzwanzig und sein Umsatz hat sich mehr als verdoppelt. "Sogar meine Eltern arbeiten jetzt für mich", erklärte der Jungunternehmer und scherzte: "Unter der Woche hören sie auf mich, aber am Wochenende muss ich auf sie hören." Auf die Frage, warum sich aus seiner Sicht so wenige junge Leute für Unternehmensnachfolgen interessieren, antwortete er: "Aus meiner alten Berufsschulklasse von 20 Schülern sind nur noch 3 im Bäckerhandwerk tätig. Das Schwierige sind die Arbeitszeiten. Wenn ich aber um 0.00 Uhr aufstehe, bis 8.30 Uhr arbeite und anschließend bis zum Mittag schlafe, kann ich den ganzen Tag noch am Strand liegen." Sein Beispiel zeigt, dass auch er mehr Chancen als Risiken sieht, die eine Selbstständigkeit bietet. Die Finanzierung des Kaufpreises des Unternehmens, der für die übergebenden Unternehmer ein Loslassen vom Lebenswerk und auch die Altersvorsorge bedeutet, stemmte der Bäckermeister über Eigenmittel, seine Hausbank und mit der Unterstützung der Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt.

Mehr Infos zur Kampagne gibt es unter www.karriereimeigenenland.de.

Foto: Anne-Kristin Gotot, Handwerkskammer Magdeburg

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