Bitterfelder Logistik GmbH, Bitterfeld-Wolfen

 

Neue Eigentümer am Steuer

Im Chefbüro wird gerade umgeräumt. Es soll künftig als Gesprächsraum dienen. Einiges umgestaltet wird auch im Unternehmen Bitterfelder Logistik GmbH. Zu Jahresbeginn haben Steffi Engler und Manuel Kirchhoff die Speditionsfirma im Bitterfelder Ortsteil Greppin übernommen, die der bisherige Eigentümer Uwe Scholz 2001 gründete. 15 Sattelzugmaschinen und 19 teleskopierbare Sattelauflieger gehören zum Fuhrpark. Darauf wird überlanges und überbreites Ladegut deutschlandweit befördert – Stahlrohre und Stahlträger, Bewehrungsstahlkörbe und Schwergerüste. Für Güter bis 19,50 Meter Länge und drei Meter Breite hat die Firma eine dauerhafte Sondergenehmigung, kann also jederzeit fahren. „Solche Spezialtransporte können immer weniger Firmen. Das ist ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt Kirchhoff.

Die neuen Firmenchefs sind keine Neulinge im Unternehmen. Steffi Engler war hier schon Azubi, 2007 holte Scholz die Bürokauffrau und Bilanzbuchhalterin in den Betrieb zurück. Speditionskaufmann Manuel Kirchhoff kam 2013 als Disponent hinzu. Er kennt die Technik, sie die Zahlen. „Wir ergänzen uns so gut und verstehen uns oft blind“, meinen beide.

Scholz, der mit 60 in den Ruhestand ging, hatte seine Nachfolge langfristig vorbereitet. Vor gut drei Jahren fragte er seine Buchhalterin, ob sie Interesse hätte. „Ich musste nicht lange überlegen“, sagt Steffi Engler. Noch im gleichen Jahr wurde sie Mitgeschäftsführerin, so dass sie sich auf die neue Verantwortung vorbereiten konnte. Sie sieht ebenso wie Manuel Kirchhoff – beide sind Gesellschafter zu gleichen Teilen – in der Firmenübernahme die Möglichkeit, diese nach eigenen Vorstellungen weiterzuentwickeln. Schon vorher konnten beide in ihren Arbeitsbereichen vieles selbstständig entscheiden. „Und wir haben gemeinsame Vorstellungen, was man besser machen kann“, sagt er. Das sei normal bei einem Wechsel an der Spitze, der zugleich ein Generationenwechsel ist.

„Das war schon immer so“, diesen Satz wollen die beiden Mittdreißiger nicht mehr hören. Eine ihrer ersten Veränderungen war die Investition in neueste Technik und Software in den Fahrzeugen. Denn das Fahrpersonal sei „die wichtigste Größe“ für das Unternehmen, erklärt Kirchhoff: „Die Fahrer sind die ganze Woche unterwegs, sie bringen den Umsatz.“ Zudem ist die Konkurrenz im Speditionsgewerbe hoch und neue Fernfahrer sind schwierig zu bekommen. Durch veränderte Tourenplanung konnte die Effizienz der Fahrzeuge enorm gesteigert werden.

Den Kaufpreis für die Firma finanzierten die neuen Firmenchefs mit Hilfe eines KfW-Darlehens. Weil sie allein nicht die Sicherheiten stellen können, die Banken für Kredite fordern, verbürgt die Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt (BB) das Ausfallrisiko. Bei der finanziellen Regelung sei sie froh gewesen, „ein bisschen geleitet zu werden“, sagt Engler, „weil das ja neben dem täglichen Arbeitspensum laufen musste.“

Die BB und ihre „Schwester“ Mittelständische Beteiligungsgesellschaft (MBG) begleiten mittelständische Betriebe von der Gründung übers Wachstum bis zur Übergabe. Allein im Vorjahr unterstützen sie 26 Nachfolgeregelungen, deren Zahl  steigt: Bis 2019 plant fast jeder sechste mittelständische Firmeninhaber in Sachsen-Anhalt die Geschäftsübergabe.

Die neuen Eigentümer der Bitterfeld Logistik fühlen sich auch als Unternehmer weiterhin als Teil des Teams. „Ich möchte gar nicht, dass mich ein Kollege als Chef anspricht“, sagt Manuel Kirchhoff und Steffi Engler bekräftigt: „Wir wollen hier keine Angestellten, wir wollen Mitarbeiter.“

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