Puschkino, Halle (Saale)


Der Glaube an den Ort Kino

Das Wort „Kinosterben“ macht immer wieder die Runde. Die Zahl der deutschen Kinos hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Doch Torsten Raab, Inhaber und Betreiber des „Puschkino“ in Halle, ist gerade auf der Gegenspur unterwegs: Er will sein Filmtheater um einen zweiten Kinosaal erweitern. „Es gibt ein so großes Filmangebot, dass viel Sehenswertes aus dem Programm rausfallen muss“, begründet Raab die Erweiterungspläne. Er möchte zum Beispiel mehr Dokumentarfilme zeigen, auch mehr Originaltonfilme. Jedes Genre habe sein Publikum, und dem möchte er gern eine Leinwand bieten.

Der zweite Kinoraum soll 60 Plätze haben, doppelt so viele sind es im bisher einzigen Saal des „Puschkino“. Dieses hat sein Domizil im „Puschkinhaus“, das Torsten Raab, Jahrgang 1967, noch als „Haus der DSF“ (Deutsch-Sowjetischen Freundschaft) kennenlernte. Errichtet wurde das Gebäude schon 1887 für eine Freimaurerloge. Die bröckelnde Fassade zeigt Sanierungsbedarf, aber gleich hinter der Eingangstür erahnt man noch den früheren repräsentativen Charakter des Gebäudes. In Hochparterre rechts hat sich vor 14 Jahren das „Puschkino“ eingemietet. Der Raum auf der linken Seite, der künftige zweite Kinosaal, stand über Jahrzehnte leer und muss komplett um- und ausgebaut werden. Diese Investition hätte Raab aus eigenen betrieblichen Mitteln nur längerfristig finanzierbaren können. Um das Vorhaben zu beschleunigen, entschied er sich für einen Kredit. 

Für einige Banken sei ein Kinobetrieb zu „exotisch“, erzählt Raab lächelnd. Die Volksbank Halle (Saale) konnte er jedoch von seinem Vorhaben schnell überzeugen. Sie hat den Kredit über die BB Sachsen-Anhalt verbürgen lassen. Die Bürgschaftsbank trägt 70 Prozent des Kreditausfallrisikos – und dank der gewählten Express-Bürgschaft lag die Zusage innerhalb weniger Tage vor. Möglich ist das aufgrund des schlanken elektronischen Antragsverfahrens des BB EXPRESS. „Mir war daran gelegen, dass es so schnell wie möglich geht“, sagt Torsten Raab: „Und ich freue mich, wie es gelaufen ist.“

Der gelernte Fahrzeugschlosser hatte nach einigen Jahren auf dem Führerstand einer Lok neue berufliche Gleise befahren wollen. Aufs Kino sei er nach 1990 eher zufällig gekommen, nachdem ein Freund eine ausgediente Landfilm-Anlage angeschleppt hatte. Die erwachte Begeisterung mündete zunächst in einem nicht kommerziellen Clubkino, später arbeitete Raab als Filmvorführer. Im Jahr 2000 ist er dann „richtig in das Gewerbe eingestiegen.“ Nach einem Existenzgründerlehrgang eröffnete er mit einem Geschäftspartner das Lux-Kino am Zoo Halle. Das bekam später einen zweiten Saal im Puschkinhaus. Seit fünf Jahren betreibt Raab das „Puschkino“ als selbständiges Kino in eigener Regie.

In Halle gibt es drei Programmkinos wie das „Puschkino“. Ihren besonderen Charakter beschreibt Raab so: „Nur ein Saal, solide Anmutung, gelassene Atmosphäre und eher unkommerziell“. Deutschlandweit gibt es rund 300 solche unabhängigen, ambitionierten Filmkunsttheater. In ihnen laufen künstlerisch gute,  selten gezeigte und eben keine Großkinos füllenden Blockbuster. Anfänglich habe er mit einem „ganz jungen studentischen Publikum“ gerechnet, sagt Raab. Doch es kommen viel mehr Leute „ab 40 Jahren“, welche den kleinen Kinosaal ohne Popcornmaschine bevorzugen. Immer montags läuft ein Film in Originalsprache mit deutschen Untertiteln. Mittwochs kommen vor allem junge Eltern ins „KinderwagenKino“, die mit ihrem Nachwuchs entspannt einen aktuellen Film sehen wollen, ohne dass sich jemand am Babygeplärr stört. Ganz besonders beliebt sind die Kinoabende mit einem Gesprächsgast aus der Filmzunft, auch mal mit einem Regisseur oder Hauptdarsteller.

Torsten Raab ist überzeugt, dass das Kino der Zukunft vor allem als ein Ort für Veranstaltungen und Begegnungen interessant bleiben wird, wo ein aufgeschlossenes Filmpublikum auf Gesprächsangebote trifft. „Ich glaube an den Ort Kino“, sagt er. Und diese Überzeugung hat er auch seinen Finanzierungpartnern vermitteln können. Im März 2019 soll der erste Film im neuen zweiten Kinosaal laufen.

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