Hohenstein Isolierglas GmbH, Jerichow OT Redekin

Glasklar modern

An einem einzigen Arbeitstag werden in der Hohenstein Isolierglas GmbH bis zu 1.400 Glasscheiben für die Weiterverarbeitung zugeschnitten. Die Fertigungsdaten erhalten die Mitarbeiter online direkt in die „Maschine“ – eine vollautomatische Anlage – und starten dort das entsprechende Schneidprogramm. Ferdinand Hohenstein, der 1879 in Jerichow eine Glaserei gründete, würde staunen, wie 140 Jahre später der Fortschritt sein Handwerk verändert hat. Vom alten Berufsbild sei wenig geblieben, bestätigt sein Urenkel Hermann: „Heute bilden wir Flachglasmechaniker vor allem in der Bearbeitung von Flachglas in der traditionellen Technik und an CNC Maschinen aus.“ 

Der Firmenchef, Jahrgang 1960, ist die vierte Generation der Glasermeisterfamilie Hohenstein und hat auch den Ingenieurabschluss für Glashüttentechnik in der Tasche. Er reagierte rechtzeitig auf die Entwicklung in der Branche und gründete 1991 im Jerichower Ortsteil Redekin auf „grüner Wiese“ sein Unternehmen für Isolierglas. Die Isolierglasproduktion ist jetzt der größte Umsatzbringer für die Firma, hinzugekommen sind Veredlungsverfahren wie sandgestrahlte Glasoberflächen und digitaler Glasdruck. Die bunten Bleiglasscheiben dagegen, wie sie noch zu Hermann Hohensteins Meisterprüfung gehörten, sind aus der Mode gekommen.

„Wir sind der Bauhausgeneration sehr dankbar, dass heute so viel Glas in der Architektur eingesetzt wird“, erklärt der Unternehmer. Die Veredlungsprozesse ermöglichen, „dass Glas fast überall eingebaut werden kann.“ Das geschwungene Glasdach des Expo-Bahnhofs Hannover zum Beispiel kommt aus Hohensteins Firma: „3.500 Quadratmeter, 1.600 Scheiben und jede zweite anders.“  

Der überwiegende Teil der Produktion geht an Weiterverarbeiter wie Fensterbauer, Glaser, Metallbauer und Tischler. Die meisten Kunden sitzen im Umkreis von 150 Kilometern. Vertriebsleiter Michael Seeber kennt fast alle, er ist persönlich viel im Außendienst unterwegs. Im Jahr 2005 hatte Seeber bei Hohenstein mit einer Industriekaufmannlehre begonnen und „schnell festgestellt, dass ich mich hier sehr wohl fühle und mir hier eine berufliche Zukunft aufbauen kann.“ Wie die meisten seiner Kollegen stammt er aus der Region. Das Unternehmen ist stolz darauf, viele seiner rund 40 Mitarbeiter selbst herangezogen zu haben. Zurzeit gibt es neun Azubis: künftige Flachglasmechaniker, Industriekaufleute und Informatiker, zählt Ausbildungsleiter Mike Jödicke auf. Er kam vor sechs Jahren in den Betrieb und sorgt als EDV-Administrator dafür, dass der Glashersteller mit dem digitalen Zeitalter Schritt hält.
Warum kauft man bei Hohenstein, einem der kleineren von etwa 300 Flachglasverarbeitern im deutschen Markt? „Wir sind regional bekannt und man weiß, dass wir einen sehr guten Service bieten, breit aufgestellt sind und jeden Kundenwunsch sehr ernst nehmen“, fasst der Firmenchef zusammen. Geschätzt wird vor allem die Zuverlässigkeit, die Liefertreue auch bei kurzfristigen Aufträgen.

Als Hermann Hohenstein seiner unternehmerischen Vision Gestalt geben wollte, warnte ihn sein Vater: „Mit mir keine Schulden“. Die umfangreichen Investitionen in den Betrieb wären jedoch nicht ohne Fremdkapital möglich gewesen. Seit 2008 sichert die BB mit mehreren Bürgschaften Finanzierungen der Hausbank für die Betriebserweiterung sowie zur Liquiditätserhaltung ab. Die Zusage von Bürgschaften sei bisher immer „reibungslos“ gelaufen, bestätigt Hohenstein. „Und ich war überrascht, wie schnell es diesmal ging.“ Kurz vor Jahresende 2018 hatte die BB noch den Kauf einer modernen Isolierglasanlage besichert. Damit kann die Produktion weiter ausgebaut werden und sich glasklar „in Richtung Industrie 4.0“ bewegen, schaut EDV-Chef Jödicke voraus.

Aber auch in Zukunft sollen bei Hohenstein weiterhin Glaserzeugnisse in Manufakturarbeit hergestellt werden. „Wir leben von unserer Flexibilität und Vielseitigkeit und werden deshalb nicht durchautomatisiert produzieren“, sagt der Firmenchef. Wer diese Flexibilität teilt, bekommt bei Hohenstein alle beruflichen Chancen.

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