Milchviehbetrieb Daniel Döhne, Burg

Cashcow 4.0

„Unser Hobby“, Daniel Döhne zeigt auf einige afrikanische Zebus, die auf der Koppel gemächlich vor sich hin trotten. Gleich gegenüber sind ihre Nachbarn in zwei großen Ställen zuhause: 173 schwarzbunte Holstein-Friesen-Rinder. „Unsere Cashcows“, scherzt der studierte Agraringenieur. Seine kleine Familie lebt von dem Milchviehbetrieb, den der Landwirt in Schartau (Jerichower Land) betreibt – in einem rauen wirtschaftlichen Umfeld: Die Futter- und Energiekosten sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Der Erzeugerpreis für Rohmilch schwankt beträchtlich, zuweilen sinkt er bis auf existenzbedrohende 20 Cent je Kilogramm.  Um die Kosten zu decken, müsste der Rohmilchpreis wenigsten 35 Cent betragen, rechnet Döhne für seinen Hof vor. 

Um bestehen zu können, müsse man „immer wieder an einigen Stellschrauben drehen“, sagt der Bauer und nennt ein paar Beispiele: Der Liegebereich der Kühe ist statt mit Langstroh mit gehäckseltem Stroh versehen, das vergrößere das Volumen und steigere die Saugfähigkeit. So lasse sich das Stroh länger nutzen. Und die in der Anschaffung zwar teuren Induktionslampen im Stall bewirken letztlich doch eine deutliche Einsparung von Elektroenergie. 
„Unsere Kühe sind gesund und leisten viel. Bei uns stehen sie gut ein Jahr länger als durchschnittlich üblich im Stall“, sagt Döhne, der auch Biologie studiert hat. Der Fachmann weiß: „Rinder sind empfindliche Tiere. Sie brauchen sehr viel Aufmerksamkeit – und eine genau ausgewogene Futtermischung für jede Kuh – je nach Stand ihrer Trächtigkeit und ihrer Milchleistung.

Eine Kuh frisst am Tag rund 50 Kilogramm Futter. Das Grundfutter wächst auf eigenem und auf hinzugepachtetem Boden heran. „Wegen der Dürre 2018 war nur ein einziger Grasschnitt möglich, statt sonst drei bis vier. Wir mussten in 2018 für 45 000 Euro Futter zukaufen und über 200 Kilometer herantransportieren“ (Schaden insgesamt über 120 000 Euro). Noch seien die Folgen der Trockenheit nicht ausgestanden. „Die Futterreserven sind verbraucht. Deshalb brauchen wir in diesem Jahr eine besonders gute Ernte. Aber der Mangel an Wasser im Boden ist noch längst nicht ausgeglichen.“ Döhne befürchtet steigende Futterpreise.

Der 39-Jährige führt fort, was sein Vater Alfred seit 1991 auf dem Hof einer früheren Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG) aufgebaut hat. Der hatte zugegriffen, nachdem sich keiner der ansässigen Landwirte für diesen Hof interessiert hatte. 1994 kam die Familie nach, die bis dahin in Marburg einen Hof bewirtschaftet hatte. „Zu klein, um allein davon leben zu können, aber zu groß, um ihn im Nebenerwerb zu führen“, erinnert sich Daniel Döhne. Er übernahm am 1. Juli 2015 den Schartauer Betrieb von seinem Vater, der weiterhin mitarbeitet. Jetzt steht die Modernisierung der Stallanlagen bevor. Hinter einem der dafür notwendigen Kredite steht die Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt mit einer Agrar-Bürgschaft. Damit gilt der Kredit in Höhe der Bürgschaftsquote als voll werthaltig besichert, womit das Unternehmen eine günstigere Kreditverzinsung erhält. „Unsere Hausbank hat uns darauf aufmerksam gemacht. Das Geld kommt von der Landwirtschaftlichen Rentenbank“, erläutert der Bauer.

Beim Stallumbau werden auch drei Melkroboter die 1994 errichtete Melkstation ersetzen. Was heute noch ein festangestellter Melker am Morgen und am Abend an Arbeit verrichtet, übernehmen die Automaten ganztägig. Sie melken jede Kuh nach Bedarf bis zu viermal zu variablen Tageszeiten. Die Roboter kommunizieren quasi mit der Kuh, die um den Hals einen Transponder trägt, der alle notwendigen Daten an einen Rechner sendet. Zudem wird ein Computerprogramm Milchmenge, Melkdauer oder Milchqualität „live“ während des Melkvorganges erfassen und melden, auch wenn ein Tier nicht zum Melken kommt oder das vor dem Melken angebotene Kraftfutter nicht auffrisst. So können Erkrankungen rechtzeitig erkannt werden. „Die Investition soll das Wohlbefinden der Tiere verbessern und zugleich die Zukunft unseres Milchviehbetriebes sichern“, blickt Daniel Döhne voraus.



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