Caravan Rossol GmbH, Naumburg

Mit gemieteter Freiheit

Andreas Rossol war gerade ein halbes Jahr alt, als seine Eltern mit ihm in den Zelturlaub fuhren. Als Fünfjähriger baute er gemeinsam mit seinem Vater Wohnwagen. Auch Andreas Rossols Sohn lag bereits im Babyalter im Camper. Kein Wunder, dass das mobile Reisen zum Zündfunken für ein Unternehmen wurde, in dem inzwischen drei Familiengenerationen arbeiten. Die Caravan Rossol GmbH, zunächst als Einzelfirma Surf & Caravan gegründet, begeht in diesem Jahr ihr 30-jähriges Jubiläum. Gründer Dieter Rossol und Sohn Andreas sind die Geschäftsführer, Enkel Philipp verantwortet seit einem Jahr Vertrieb und Marketing. Schwester Silke betreut den Shop und die Caravan-Vermietung, der Schwager ist Werkstattleiter. „Diese Branche sollte man selbst leben“, sagt Andreas Rossol: „Wir verkaufen den Leuten keine Produkte, sondern ihren Lebenstraum.“ Die Zahl von Campern in Deutschland wird auf fünf Millionen geschätzt. Urlaub mit dem Wohnmobil liegt voll im Trend, die Zahl der Neuzulassungen steigt von Jahr zu Jahr zweistellig. Was macht Caravaning so interessant, wo es doch genügend hübsche Ferienhotels gibt? „Die Einfachheit und Beweglichkeit“, meint Andreas Rossol: „Sie können kurzfristig planen und in einer Stunde losfahren.“ Ohne vorherige Buchung und in Richtung des schönen Wetters.

Aber der Kunde habe sich geändert, beobachtet der Unternehmer. „Neun von zehn wissen heute genau, was sie wollen, wenn sie zu uns kommen.“ Denn natürlich haben sie zuerst im Internet recherchiert, was es gibt und was es kosten darf. Auf der Website von Caravan Rossol können sie ihr Wunschmobil vorab sogar online konfigurieren. „Aber live is live. Auf unserem Firmengelände können sie ausprobieren, ob alles passt wie vorher ausgesucht, und wir beraten sie“, meint Rossol.

Etwa 130 Fahrzeuge vom alltagstauglichen Campingbus bis zum neun Meter langen Drei-Achser reihen sich entlang der Ausstellungsstraße: „Hier können wir gemeinsam mit den Kunden ihren Traum ausgestalten und spezielle Wünsche erfüllen.“ Die Betonung liegt auf: „gemeinsam“. Denn der Geschäftsführer, von Beruf Meister für Karosserie- und Fahrzeugbau, sieht den Verkäufer „immer mehr als technischen Berater.“ Hundebesitzern zum Beispiel bietet er den Einbau eines speziellen Hundeabteils an. Und wer sich noch nicht sicher ist, ob eine rollende Ferienwohnung etwas für ihn ist, kann ein Wohnmobil zunächst über ein Wochenende mieten und ausprobieren.

Das Unternehmen gehört zu den Top-5-Verkäufern der Branche in Ostdeutschland und ist Exklusivhändler der Erwin Hymer Group sowie Mitglied in Europas größtem Händlerverbund Intercaravaning. Die Firma ist außerdem eine von acht Mietstationen der Wohnmobilvermietung McRent Leipzig GmbH.

Als Sohn Philipp vor einigen Jahren Interesse am Einstieg ins Familienunternehmen zeigte, sagte ihm sein Vater: „Die Urlaubsform Caravan ist beständig, der Rest könnte spannend werden.“ Deshalb sei es wichtig, den Betrieb auf mehrere Standbeine zu stellen: Verkauf von Neu- und Gebrauchtmobilen, Meisterwerkstatt, Stellplatzvermietung und einen Shop für Camping-Zubehör. Im Jahr 2019 wurde die Vergrößerung der Werkstatt in Angriff genommen. Für die Finanzierung zog Rossols Hausbank die Bürgschaftsbank hinzu. Die BB sagte ihr Engagement auch deshalb zu, weil es sich um ein gut etabliertes Familienunternehmen mit geregelter Nachfolge handelt. Andreas Rossol denkt über die Zukunft der Branche nach: „Die nächste Generation will die Dinge nicht mehr besitzen, sondern nur benutzen, wenn sie gebraucht werden. Vermietung und Service werden weiterhin funktionieren, aber das Verkaufen wird neue Konzepte und vielleicht auch neue Finanzierungsformen brauchen. Wir werden auch diese spannende Herausforderung meistern.“

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