Firstsports GmbH & Co. KG, Magdeburg


Mit virtuellem Handicap

Der Korb mit Golfbällen steht schon bereit. Über dem grünen Rasen von Abel’s Crossing scheint die Sonne. Vogelgezwitscher.
Marco Keller schlägt den weißen Ball in hohem Bogen. Und wirft einen kritischen Blick auf die Flugbahn – eine Kurvenlinie auf dem wandgroßen Monitor. Dort liest er auch die Länge des Ballflugs ab. Denn auf dem Golfplatz in Übersee steht der Magdeburger nur virtuell, in Wirklichkeit befindet er sich in Magdeburg auf Sachsen-Anhalts erster Indoor-Golfanlage, der „größten freistehenden in Deutschland“, sagt Inhaber Keller.

Reserviert wird über ein Online-Buchungssystem mit integriertem Türöffner zur separaten Lounge. Diese können bis zu vier Spieler gleichzeitig nutzen. Ihre virtuelle Range wählen sie unter einigen hundert realen Golfplätzen weltweit. Auf die Idee für dieses Angebot sei er durch seine Kunden gekommen, erzählt Personal Trainer Keller. „Einige sind Golfspieler, die über zu wenig Zeit für ihr Hobby klagten.“ So schaute sich der findige Unternehmer um und fand eine Lösung beim modernsten Anbieter für virtuelles Hightech-Golfen. Am TrackMan 4 Golfsimulator lässt sich eine 18-Loch-Anlage in einer Stunde absolvieren, draußen auf dem Platz braucht man wegen der langen Wegstrecken drei bis sechs Stunden. Für das radargestützte Training kann sich jeder sein Programm selbst zusammenstellen, je nachdem, wo er sich verbessern will. Jeder Schlag wird analysiert. „Golfen – leicht gemacht und zeit-unabhängig“, erklärt Keller sein jüngstes Geschäftsfeld, das seit dem Start im September 2019 schnell wachsende Nachfrage findet.

Angefangen hat der Magdeburger vor 16 Jahren als Personal Trainer mit kleinem Trainingsclub. Der heute 40-jährige kann auf eine lange Liste von Qualifikationen stolz sein: von einer Masterausbildung in Salzburg bis Pilates und Yoga. Er nennt es seinen „großen Werkzeugkoffer für Bewegungskonzepte.“ Auf die Frage, wie er sich mit seinem Einzelunternehmen „Firstsports“ unter den Fitnessketten und geschätzt rund 30 Studios in Magdeburg behaupten kann, sagt er knapp und klar: „Ich bewege mich ausschließlich im Premiumsektor.“ Das sei eine „schmale Zielgruppe mit sehr direkten Vorstellungen und wenig Zeit“. Diese Klientel bietet Keller ein Einzeltraining: „Ein Trainer, ein Klient, ein Raum – und 100 Prozent Aufmerksamkeit.“ Jeder bekommt einen maßgeschneiderten Trainingsplan, denn: „Bewegung ist so individuell wie die Partnerwahl.“ Mit Pole-Fitness hat Keller seit 2015 eine weitere Marktlücke erschlossen. Als freie Mitarbeiter beschäftigte Trainerinnen betreuen inzwischen 32 Kurse die Woche vom Einsteiger bis zum Fortgeschrittenen, Kinder ab einem Alter von sechs Jahren üben am Ring. Mit vermeintlicher Anrüchigkeit aus Vergnügungsetablissements hat dieses Kraft und Beweglichkeit schulende Training nichts gemein, betont der Unternehmer.

Im Herbst 2019 ist „Firstsports“ umgezogen. „Wir platzten aus allen Nähten, konnten uns nicht mehr weiterentwickeln.“ Am ehemaligen Sitz einer Krankenkasse stehen Marco Keller und seinem Team 680 Quadratmeter für Übungsräume, Golf-Lounge, Sanitär- und Umkleideräume zur Verfügung. Zuvor wurde „vom Fußboden bis zur Deckenbeleuchtung, von der Klimaanlage bis zur Sicherheitstechnik alles komplett erneuert.“ Statt Schwitzkastenatmosphäre gibt es ein schickes Ambiente in schwarz-grau-weißen Farbtönen. Im Sommer wird auch im Außenbereich trainiert. Den Kredit für die Finanzierung des Umbaus und für Investitionen in modernste Profi-Sportgeräte sicherte Kellers Hausbank mit einer Bürgschaft ab. „Die BB kannte ich schon, sie hatte bereits bei meinem Start einen Kredit verbürgt.“ Auch diesmal habe alles gepasst: „Binnen vier Wochen war der Antrag durch.“

Der Unternehmer hat längerfristig noch weitere Pläne „in den Schubladen“, sagt er. Aber so wie beim Golf will er Fehlschläge vermeiden: „Wir wachsen lieber langsam.“

Link zur Internetseite des Unternehmens




BB und MBG – der Imagefilm

Die Arbeit der Bürgschaftsbank einfach erklärt





Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.