Mierwald GmbH, Schönebeck


Mit holprigem Start

Thomas Bauer stieg im September 2013 aus der Autobranche aus. Fortan leitete er die Fertigung der Mechanischen Metallbearbeitung Mierwald GmbH. Deren Eigentümer hatte ihn angeworben, weil er einen Nachfolger suchte. Für den Techniker und Meister Thomas Bauer begann nun ein „dreijähriger Belastungstest“ in der Schönebecker Firma, die in der Entwicklung der Digitalisierung auf der Stelle trat. Bereits als Noch-Angestelltem gelangen ihm einige Veränderungen, der Umsatz stieg wieder. Was das Interesse des Eigentümers offensichtlich wiederbelebte. Die Folge: Eine „holprige Übergabe mit einigen Überraschungen und langwierigen Auseinandersetzungen“, so Bauer. Dies beanspruchte die Hälfte seiner Kapazität, blickt er in die Jahre 2016/17 zurück. Heute führt er im dritten Jahr erfolgreich ein Unternehmen, das seit einem Vierteljahrhundert mit großer Präzision Komponenten von Hüft- und Kniegelenken für die Medizintechnik fertigt sowie mittels Fräsen und Drehen Bauteile für die Armaturen- und Pumpenindustrie produziert. „Wer in der Medizintechnik einen Fehler macht, ist raus aus dem Geschäft. Die hohen Qualitätsanforderungen dort helfen uns aber auch, bei Pumpenteilen die geforderte Qualitätsquote von 99,6 Prozent zu erreichen.“ Als ein internationaler Pumpenhersteller die Zahl der Zulieferer auf 25 Prozent zusammen strich, gehörten Bauer, seine 21 Mitarbeiter und die sechs Lehrlinge zu diesem glücklichen Viertel.

In den drei Jahren hat sich im Unternehmen ein Wandel vollzogen. Wo heute im vollklimatisierten Messraum die Qualität der Teile geprüft wird, die von den Fräs- und Drehmaschinen kommen, standen bis vor drei Jahren noch unzählige Ordner. „Wir haben alle abgehefteten Seiten gescannt und auf mehreren Servern virtuell gespeichert. Die Server werden heute geradewegs von Maschinen und vom Messraum gefüttert. „Dank dieses Netzwerkes ist jederzeit von jedem Ort aus abrufbar, welches Teil auf welcher Maschine gerade bearbeitet wird. Und bei manchen Bauteilen auch deren bis zu 30-jährige Geschichte“, erläutert der Unternehmer. Auch die mit modernen Maschinen bestückte Produktionshalle ist jetzt vorzeigbar. Niemand muss sich mehr durch enge Gänge quetschen, Öldunst wabert schon längst nicht mehr durch die Luft. Klimawandel ist hier überall.

Die Firma stellt Speisen und Getränke, und seit 2013 gibt es jedes Jahr eine Weihnachtsfeier. Gut für die Familien der Mitarbeiter ist auch, dass „wir nach einem festen Schichtsystem arbeiten. Dies ermöglicht den Mitarbeitern eine vorausschauende Planung“, erklärt der Chef. Er weiß aber: Die Wertschätzung seiner Mitarbeiter zeigt sich auch drin, dass es jetzt mehr Lohn und mehr Urlaubstage gibt. Ein Prämienlohnsystem honoriert den, der kräftig mitzieht.

Der Ruf des Unternehmens habe sich „spürbar verbessert“, sagt Bauer, bei dem sich jetzt Bewerber melden, auch wenn keine Stelle ausgeschrieben ist. In den vergangenen beiden Jahren sind alle Lehrlinge nach Ausbildungsschluss geblieben. Zudem können Studenten den praktischen Teil ihrer Master- und Bachelorarbeiten im Unternehmen leisten. Die Magdeburger Uni hilft im Gegenzug schon mal mit einer Materialanalyse.

Die Handwerkskammer hatte Bauer geraten, bei der Finanzierung die Bürgschaftsbank mit ins Boot zu nehmen. „Das half, das Risiko zu mindern und die Zinslast zu senken.“ Inzwischen hält der Unternehmer bei Veranstaltungen der Handwerkskammer Vorträge und zeigt dabei künftigen Firmeninhabern auf, dass bei „Firmenübernahmen nicht alles gleich chic ist“.

Bauer hat gekämpft und gewonnen – mit seiner Belegschaft. Er will weiter investieren und am Standort Schönebeck bleiben.

Link zur Internetseite des Unternehmens



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