Offroad-Park Peckfitz, Gardelegen

Mit gebremstem Schwung

Er tastet sich vorsichtig durch das Gelände. Der Range Rover kriecht förmlich einen steilen Abhang hinunter in ein etwa vier Meter tiefes Loch, unten steht Wasser. Da muss er durch. Die Räder tauchen ab bis zu den Radkästen. Als es die sandige Ausfahrt hinauf geht, sieht der Mann am Lenkrad sehr viel blauen Himmel. So steil ist das hier. Ein paar Meter weiter balanciert ein anderer Fahrer seinen Ural 3750D gefühlvoll über eine Autowippe. Dieser Parkour ist angelegt auf dem 34 Hektar großen Areal des Offroad-Park Peckfitz. Den Ural und den Range Rover beispielsweise kann man sich hier ausleihen. Viele Besucher kommen aber mit eigenen Fahrzeugen, vom Quad und Jeep bis hin zum Schützenpanzerwagen, um ihre Kurven auf einem früheren Militärgelände zu drehen.

Wege sind auf dem komplett eingezäunten Privatgelände nicht vorgeschrieben, fahren dürfe man hier überall, erläutert die Eigentümerin und Geschäftsführerin Anna Schulze-Kämpny. „Man fährt hier nicht auf einer Einbahnstraße oder im Kreis.“ Aber weil Experten und Anfänger aufeinander treffen und auch Kinder fahren dürfen, müsse jeder besondere Rücksicht auf andere nehmen. „Wer hier rast, hat etwas falsch verstanden. Hier geht es um viel Gefühl und Geschicklichkeit“, sagt die Chefin.

Bevor sie das Gelände erwarb, war sie acht Jahre lang regelmäßig mit ihrem Partner zum Offroad-Fahren hergekommen. Doch dann änderte sich das Publikum und die Nachbarschaft beklagte sich über wilde Fahrerei und zunehmende Ruhestörungen. Vor dreieinhalb Jahren kaufte Anna Schulze-Kämpny dem mittlerweile mehr als 80-jährigen Eigentümer das Gelände ab – mit Hilfe eines Kredits, für den die Bürgschaftsbank die Sicherheit gibt. Die neue Eigentümerin hat aufgeräumt. Heute gelten Grundregeln wie Rücksichtnahme, Vorsicht und Gemeinschaftssinn. Weggeräumt sind auch die Berge von Technikschrott, den der frühere Besitzer auf seinem Grund entsorgt hatte.

Aus einem ehemaligen Kasernengebäude wurde ein Off-Road-Hotel mit pieksauberen hellen Zimmern. Darauf hat die gelernte Hotelfachfrau Schulze-Kämpny ein besonders wachsames Auge. Es gibt auch einen Camping-Bereich für die Offroad-Fahrer, wo sie den Tag am Lagerfeuer ausklingen lassen können. Der Einzelunternehmerin ist Gemeinschaft wichtig, in der gegenseitige Hilfe hochgehalten wird und aus der Freundschaften wachsen. „Wir können doch mehr als Ellenbogen ausfahren oder als nur noch auf unsere Smartphones zu starren“, sagt sie.

Heute ist der Offroad Park Peckfitz im altmärkischen Wald zwischen Gardelegen und Mieste längst nicht mehr ein Geheimtipp nur für Offroad-Freunde aus der Nachbarschaft. Aus ganz Deutschland, aus Österreich und der Schweiz kommen sie. Besonders viele sind es zu Höhepunkten wie dem jährlichen Quad-Treffen und an Feiertagen. „Am Herrentag 2019 hatten wir mehr als 3.000 Besucher“. Außerhalb solcher Hoch-Zeiten kann man sich auch zum Fahrtraining anmelden.

Unternehmen nehmen die Dienstleistungen des Offroad-Parks ebenfalls gern in Anspruch. So hat ein Fernsehsender hier schon mal Geländewagen getestet. Andere präsentieren ihre Fahrzeuge oder veranstalten Team-Buildings. Anna Schulze-Kämpny und ihr mittlerweile sechsköpfiges Team haben ein gutes Stück Arbeit hinter sich. „Wir sind noch lange nicht am Ziel“, blickt die Unternehmerin nach vorn. Noch in diesem Jahr werden ein Sanitärgebäude und ein Empfangshaus fertiggestellt. „Das machen wir – wie nahezu alles hier – aus eigener Kraft“. Das Geld für die Investitionen kommt aus den Gewinnen der mit dem Unternehmen verbundenen Trockenbaufirma KT Konzept GmbH, deren geschäftsführende Gesellschafterin ebenfalls Frau Schulze-Kämpny ist. Sie legt sich ins Zeug. Dann klappt’s auch mit den Nachbarn, denen der Offroad-Park beispielsweise Kundschaft für die zwei Supermärkte im Ort beschert.

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