Linda Becker Landwirtschaft


Gummistiefel und Freigeist

Das Klischee einer „waschechten“ Bäuerin, robust und auch in Gummistiefeln immer gutaussehend, passe auf sie wohl nur bedingt, scherzt Linda Becker: „Gelegentlich trage ich bei meiner Arbeit sogar Stiefeletten mit Absatz.“ 
Auch ihr Arbeitsalltag beschränkt sich keinesfalls auf Stall und Acker. Er beginnt oft in den Morgenstunden am Rechner mit Verwaltungsaufgaben und „Problemlösungen, wenn zum Beispiel falsches Saatgut geliefert wurde, der Diesel an der eigenen Tankstelle ausgegangen ist oder eine Kuh zum Notschlachten gebracht werden muss“, erzählt sie: „Zu meinem Alltag gehören viele Absprachen mit dem Team, Kontrolle und Vorausplanung.“ Bei acht Arbeitsstunden bleibt es selten. 

Linda Becker hat an der Universität Hohenheim Landwirtschaft studiert und „beackert“ jetzt ein großes Arbeitsfeld: Sie managt in enger Zusammenarbeit mit ihrer Familie den elterlichen Milchviehbetrieb im altmärkischen Wiepke, zu dem auch eine Biogasanlage und eine Photovoltaikanlage gehören und sie gründete vor drei Jahren mit ihrem Lebenspartner eine Bio-Molkerei. Vor allem aber hat sie sich in 2017 mit einem eigenen ökologischen Landwirtschaftsbetrieb selbstständig gemacht, mit Schwerpunkt auf biologischem Ackerbau und zukünftig auch Rinderhaltung. „Alle unsere Betriebe arbeiten eng zusammen und sind aufeinander angewiesen“, betont sie. 

Mit dem eigenen Unternehmen bewirtschaftet die Junglandwirtin 35 Hektar. Im Jahr 2020 nutzte sie die Möglichkeit zum Erwerb einiger dieser Flurstücke. Noch mit wenig Eigenkapital ausgestattet, suchte sie nach einer Finanzierung: „Die BB ist an dieser Stelle ein starker Partner geworden“, betont Linda Becker: „Mit einer Agrarbürgschaft in Kombination mit der Hausbank besteht für mich als Jungunternehmerin die Chance, größere Herausforderungen anzugehen. Das ist gut. Denn die Größe eines Unternehmens spielt eine wesentliche Rolle für das tägliche Wirtschaften.“ Ihr Betrieb gehört zu den mittelgroßen Agrarunternehmen in Sachsen-Anhalt, unter den Ökolandbau-Betrieben liegt er über dem Durchschnitt von 166 Hektar Flächenausstattung. 

Wegen des Preisverfalls geben immer wieder Milchbauern auf. Die Chance liegt in Bio-Produkten, weil sie bessere Preise erzielen als Erzeugnisse aus konventioneller Landwirtschaft und weil die Nachfrage zuverlässig steigt. Aus „Bio“ zieht Linda Becker ihren Antrieb: „In diesem Jahr beschäftigen wir uns in allen Betrieben – meinem eigenen und im elterlichen – mit der Zugehörigkeit zu einem Öko-Verband und mit der Frage nach dem optimalen Produktionsniveau.“ Eine Schlüsselstellung nimmt die Vermarktung ein: „Ich brauche einen direkten Zugang zum Verbraucher.“ Mut macht ihr dabei die Entwicklung der hofeigenen Molkerei und Käserei mit dem durchaus programmatischen Namen Bauer Freigeist. Dort wird Bio-Milch aus dem elterlichen Milchviehbetrieb verarbeitet und der Käse im eigenen Laden in Gardelegen sowie im Direktversand und über ein wachsendes Händlernetz verkauft. Zwei Jahre nach der Gründung hat Bauer Freigeist in 2020 erstmals Gewinn geschrieben. Daraus nimmt 34-Jährige die Zuversicht, diesen Vermarktungsweg auch mit Bio-Rindfleisch aus ihrem Landwirtschaftsbetrieb erfolgreich gehen zu können. 

In der Altmark gibt es alteingesessene und neue Öko-Betriebe, die sich auch gegenseitig unterstützen – zum Beispiel als in den vergangenen Dürrejahren Bio-Futtermittel knapp wurden, erzählt Linda Becker. Leider würden im Moment viele Landwirte mit der Umstellung zögern, weil die dafür bereitgestellten staatlichen Prämien erst einmal vergriffen sind. 
Das Thema Mut begleitet die junge Landwirtin täglich, sie zitiert einen Songtext: „Mut macht keine Pause, wenn es nicht gerade brennt.“

Link zur Internetseite des Unternehmens 



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