Infobrief Aktuell

Dienstag, 19 Juni 2018

Infobrief 2/2018

Wachsende Nachfrage nach Finanzierungsmöglichkeiten bei Nachfolgen

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Im Jahr 2017 haben die deutschen Bürgschaftsbanken erstmals mehr Unternehmensnachfolgen unterstützt als Gründungen neuer Unternehmen. Etwa jede vierte Bürgschaft sicherte den Fortbestand einer mittelständischen Firma. 

Auch in Sachsen-Anhalt ist die Nachfrage nach Finanzierungshilfen für Betriebsübergaben in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gewachsen. Im Jahr 2017 haben BB und MBG 43 Firmenübernahmen mit Beteiligungen und den dafür erforderlichen Beteiligungsgarantien begleitet. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren es 26 und im Jahr 2015 erst 18 Nachfolgen. Entsprechend wuchs auch der damit verbundene Kapitalumfang, er betrug 2017 rd. 17,3 Mio. Euro nach 10,8 Mio. Euro bzw. 8 Mio. Euro in den beiden Vorjahren.

Im laufenden Jahr erwarten BB und MBG eine weiter steigende Nachfrage. Unternehmensnachfolgen werden mit Sicherheit ein Schwerpunkt im Fördergeschäft bleiben. Denn bundesweit planen in fast jedem sechsten Mittelstandsbetrieb die Eigentümer aus Altersgründen eine Geschäftsübergabe bis Ende 2019.

In Sachsen-Anhalt sind laut KfW Research 14 Prozent der Inhaber eines KMU mindestens 55 Jahre alt. Allein im Kammerbezirk Magdeburg gibt es mehr als 5.000 Unternehmer in dieser Altersgruppe.

Solange die Nachfolge noch offen ist, wird sich ein Unternehmer mit weiteren Investitionen schwer tun. Ist sie dagegen geklärt, wird laut KfW Research wieder investiert – sogar bevor die Übergabe vollzogen ist. Am engagiertesten geschieht dies bei einer familieninternen Lösung.

Das bedeutet Geschäftspotential für BB und MBG. Beteiligungskapital der MBG unterstützt den Unternehmenskauf, wenn der neue Eigentümer zum Beispiel als junger Existenzgründer noch nicht über notwendige Kapitalrücklagen verfügt. Beteiligungen können zur Ablösung und Auszahlung eines ausscheidenden Gesellschafters oder auch zur Abfindung bei Erbauseinandersetzungen genutzt werden. Neben ihren stillen Beteiligungen bietet die MBG dafür jetzt auch in geeigneten Fällen offene Beteiligungen an, bei denen sie durch Übernahme von Gesellschafteranteilen zum Miteigentümer wird.

Die Beteiligungen der MBG und eventuelle zusätzlich Bürgschaften der BB für Investitionskredite der Hausbanken können auch Teil einer größeren Gesamtfinanzierung sein.

Die Unterstützung der Nachfolge dient dem Erhalt von Unternehmen, denen anderenfalls die Schließung droht. Schwab: „Wir helfen, dass Übernahmen nicht an der Finanzierung scheitern und die Unternehmen mit ihren Arbeitsplätzen fortbestehen, nachdem der Alteigentümer in Rente gegangen ist.“



Türöffner vergrößert Hebelkraft

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Mit einer Bürgschaft ohne Bank finden Unternehmer, die noch keine Hausbank haben, einfacher einen Finanzierungspartner. Die Kreditobergrenze für „BoB“ wird von bisher 200.000 auf 500.000 Euro erhöht.

Bürgschaften ohne Bank (BoB) haben sich seit Start dieses Angebots im Jahr 2001 für viele Gründer und kleine Unternehmen als Türöffner zu den Kreditinstituten vielfach bewährt. Das Angebot wird jetzt der Marktentwicklung angepasst und die Höchstgrenze ab 1. Juli 2018 von bisher 200.000 auf 500.000 Euro Kreditbetrag (400.000 Euro Bürgschaftsbetrag) erhöht.

Das wurde Anfang Juni in einer gemeinsamen strategischen Sitzung der Bankenvertreter im Bewilligungsausschuss der BB mit den Rückbürgenvertretern vom Land beschlossen.

Die Bankenvertreter bestätigen, dass die Erstprüfung durch die BB bei einem BoB-Antrag die Arbeit der Kreditgeber entlastet. Davon unberührt bleibt bei der Antragsprüfung das 4-Augen-Prinzip im Kredit gewährenden Institut gewährleistet. Die Anhebung der Bürgschaftsgrenze bei BoB bis zu einem Kreditvolumen von 500.000 Euro wird als Ausbau der Dienstleistungen der BB gewürdigt und befürwortet. 

In ihren strategischen Sitzungen diskutieren Vertreter der BB, der Banken, Sparkassen und Rückbürgen regelmäßig über aktuelle Entwicklungen in der hiesigen Wirtschaft sowie an den Finanzmärkten und über deren Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der BB. Dabei geht es darum, mit der Weiterentwicklung der Bürgschaftsprogramme und mit zielgruppengerechten neuen Angeboten sowie modernen (digitalen) Verfahren die Wirksamkeit der Förderinstrumente zu stärken.



Wenn es besonders schnell gehen muss…

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Bei BB EXPRESS garantiert die BB die Zusage innerhalb von drei Bankarbeitstagen. Es kann aber auch noch „expresser“ gehen. ….

Aufträge warten nicht und müssen kurzfristig vorfinanziert werden. Oder die Investition in neue Technik ist gerade zu günstigen Konditionen machbar: Mit ihrer Express-Bürgschaft BB EXPRESS ermöglicht die BB bestehenden Unternehmen einen besonders schnellen Zugang zu Finanzierungen bei reduziertem Arbeitsaufwand für die Hausbanken. Über das elektronische Antragsverfahren können Kredite bis maximal 250.000 Euro innerhalb von drei Bankarbeitstagen verbürgt werden.

Es kann sogar noch schneller gehen: innerhalb von 24 Stunden. Ein Praxisbeispiel:

Der Bürgschaftsantrag (E-Antrag) von der Hausbank ging am Tag 1 um 9.59 Uhr per E-Antrag bei der BB ein und kam sofort auf den Tisch des zuständigen Firmenkundenbetreuers im Neugeschäft. Weil die Hausbank die Erfüllung aller Kriterien für die Express-Bürgschaft bereits bestätigt hat – aktueller Jahresabschluss, Nachweis von positivem Eigenkapital, Gewinnausweis, positive Schufa – konnte der bearbeitete Antrag bereits drei Stunden später an den Kollegen in der Marktfolge der BB weitergegeben werden. Nach dort erfolgter Prüfung im 4-Augen-Prinzip aktivierte der Mitarbeiter die elektronische Weiterleitung an Wirtschaftsministerium, Finanzministerium und zuständige Kammer als Genehmigungsinstanzen. Noch vor Ende des Arbeitstages lag die Zustimmung von beiden Ministerien im elektronischen Postfach, am Folgetag gleich zu Arbeitsbeginn auch von der Kammer. So konnte der BB-Betreuer Punkt 9 Uhr die Hausbank des Unternehmers über die Genehmigung der Express-Bürgschaft informieren – Tag 2, weniger als 24 Stunden später.

„Wenn ein Antrag am Arbeitstag rechtzeitig ins Haus kommt und es keine Rückfragen gibt, können wir ihn taggleich zur Genehmigung weiterleiten“, sagt Geschäftsführer Heiko Paelecke.

Für BB EXPRESS wird ein schlankes elektronisches Antragsverfahren genutzt, das die Bearbeitung vereinfacht und damit Aufwand, Zeit und Kosten für die Hausbanken beträchtlich reduziert. Die 70-prozentige Übernahme des Ausfallrisikos (sonst: 80 Prozent) macht die Express-Bürgschaft für den Unternehmer auch noch kostengünstiger.

Das Programm steht bestehenden kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Freiberuflern aller Branchen offen. Etwa jede zweite Express-Bürgschaft sichert eine Betriebsmittelfinanzierung ab, fast jede dritte wird für Betriebserweiterungen genutzt.



BB bereitet auf Feldtagen den Boden

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© Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt GmbH

Wer gut ernten will, muss fleißig säen… Deshalb nutzte die BB die diesjährigen DLG-Feldtage in Bernburg, um für neue Kundenkontakte den Boden zu bereiten.

Bei den Feldtagen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft vom 12. bis 14. Juni präsentierten sich in Bernburg rund 400 Aussteller aus 20 Ländern mit einem breiten Informationsangebot rund um den Pflanzenbau. Die BB nutzte diese Kontaktmöglichkeit. Am Gemeinschaftsstand mit der Sparkassen-Finanzgruppe des Ostdeutschen Sparkassenverbands stellte sie ihre Finanzierungsmöglichkeiten für Landwirte über das bundesweite Programm Agrar-Bürgschaften vor. Auch im Rahmen eines „Bauernfrühstücks“ auf Einladung der Salzlandsparkasse mit rund 30 Gästen konnten BB-Vertreter Flagge zeigen.

Mit Agrar-Bürgschaften bis zu 750.000 Euro können Kredite der Landwirtschaftlichen Rentenbank für Investitionen und Betriebsmittel zu 50 oder 70 Prozent des Kreditvolumens besichert werden. Das Programm steht auch für Existenzgründungen und Nachfolgen offen.

In der Regel erfolgt die Zusage nach 10 Bankarbeitstagen. Bei einem Kreditbedarf bis maximal 300.000 Euro können Landwirte aber auch innerhalb von drei Tagen eine AgrarExpress-Bürgschaft mit einer 50-prozentigen Verbürgung erhalten. Die schnelle Zusage wird mit einem vereinfachten Antragsverfahren ermöglicht.

„AgrarExpress wurde im Verband Deutscher Bürgschaftsbanken in Kooperation mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank entwickelt und erweitert seit dem Vorjahr das erfolgreich laufende Programm von Agrar-Bürgschaften. Wir haben damit auf die Nachfrage aus dem landwirtschaftlichen Unternehmerbereich nach einem einfachen, schnellen Produkt reagiert“, sagt BB-Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab. „Hausbanken, die bei der Rentenbank Förderkredite beantragen, können künftig gleichzeitig AgrarExpress-Bürgschaften beantragen.“

Unter www.agrar-buergschaft.de erhalten Sie ausführliche Informationen zum Programm.

Antragstellung
Die jeweilige Hausbank stellt den BB AGRAR EXPRESS Bürgschaftsantrag für Landwirte, landwirtschaftliche Gartenbauer, Forst- und Fischwirtschaftsbetriebe, Winzer, Unternehmen aus den Bereichen Ernährungswirtschaft, ländliche Entwicklung und erneuerbare Energien zusammen mit dem Refinanzierungsantrag bei der Rentenbank. Diese leitet den Antrag an die Bürgschaftsbank weiter. Die Genehmigung der Bürgschaft erfolgt in Eigenkompetenz der BB.

Wie und wer wird mit der AgrarExpress-Bürgschaft gefördert?
Als KMU definierte Agrarbetriebe (siehe oben) werden mit einer 50-prozentigen Bürgschaft bis zu maximal 150.000 Euro gefördert. Das ermöglicht eine Kreditaufnahme für Investitionen, Betriebsmittel oder zur Liquiditätssicherung in Höhe von 300.000 Euro. Ausgenommen sind Existenzgründungen und Betriebsnachfolgen. Für sie kann das klassische Programm von Agrar-Bürgschaften beantragt werden.

Voraussetzungen für eine AgrarExpress-Bürgschaft
Bei vorausgesetzter Kapitaldienstfähigkeit weist das Ratingergebnis des Agrarunternehmens eine Einjahresausfallwahrscheinlichkeit von maximal 2,8 Prozent aus (RGZS-Bonitätsklasse 5). Außerdem dürfen keine Negativmerkmale (bspw. Schufa-Einträge, Mahnbescheide, Leistungsstörungen etc.) vorliegen und die zur Verbürgung beantragten Darlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank dürfen noch nicht gewährt sein.


Diese Finanzierung wird durch die vom COSME bereitgestellte Rückbürgschaft und den im Zusammenhang mit dem Investitionsplan für Europa begründeten Europäischen Fonds für strategische Investitionen („EFSI“) ermöglicht. Der Zweck des EFSI ist die Unterstützung bei der Finanzierung und Umsetzung produktiver Investitionen in der Europäischen Union und die Sicherstellung eines besseren Zugangs zu Finanzierungen.


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Arbeitsfrühstück der BB und MBG

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Wieviel Stück Butter lassen sich aus dem Tagesgemelk einer Milchkuh herstellen? Die durchaus ernst gemeinte Quizfrage war Teil der angeregten „Arbeitsfrühstücke“ der BB/MBG mit Firmenkundenberatern.

Mit ihren „Arbeitsfrühstücken“ bieten BB und MBG eine neue Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch an. Die ersten sechs fanden Ende Mai / Anfang Juni an verschiedenen Orten in Sachsen-Anhalt statt. Im kleinen Kreis von Firmenkundenberatern jeweils einer Bankengruppe entstand schnell ein lebhafter Austausch über die Nutzung der Förderinstrumente von BB/MBG und über eigene Praxisfälle. Dabei konnten die Mitarbeiter der BB Nachfragen zu Produktdetails, Verfahrensfragen und Entscheidungskriterien gleich an Ort und Stelle klären.

Zu Beginn jeder Veranstaltung gab Neugeschäftsleiter Michael Müller anhand konkreter Beispiele von (anonymisierten) Kunden einen Überblick über die Finanzierungshilfen. Dabei ging es u. a. um die Wirkung von Beteiligungen auf Eigenkapitalquote und Finanzierungskonditionen, um den Bearbeitungsablauf bei Agrar-Bürgschaften sowie um die „schnellen“ Programme  BB AGRAR EXPRESS und BB EXPRESS

Die 41 Teilnehmer aus Geschäftsbanken sowie den Sparkassen und Volksbanken haben dem neuen Format ein sehr gutes Feedback gegeben. Für künftige Arbeitsfrühstücke wurden z. B. das Thema Unternehmensnachfolge sowie ein Erfahrungsaustausch zu kniffligen Fällen bei BB und MBG von den Teilnehmern vorgeschlagen. Außerdem wünschten sich die Firmenkundenberater vor allem detaillierte Produktinformationen und Tipps mit viel Praxisbezug.

Im 1. Quartal 2019 werden die „Arbeitsfrühstücke“ weitergeführt.



Gründer Barcamp

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© Dirk Mahler

Mit dem 1. Magdeburger Gründer Barcamp startete am 26. April eine neue Veranstaltungsreihe für Start-ups, Gründungsinteressierte und Netzwerker in Sachsen-Anhalt. Die BB gehört zu den Sponsoren.

Dieses Veranstaltungsformat sei für die Gründerszene optimal zum Austausch auf Augenhöhe, meint Marianna Ackermann, eine der beiden Initiatorinnen. Die Magdeburgerin will gemeinsam mit Bianca Kather aus Halle – dort ist am 23. Oktober das nächste BarCamp geplant – die aus den USA stammende unkonventionelle Tagungskultur in Sachsen-Anhalt etablieren. Die Themen werden immer erst vor Ort von den Teilnehmern selbst festgelegt und in sogenannten Sessions behandelt.

Eine der größten Herausforderungen für Gründer ist die Finanzierung ihrer Vorhaben. Nur wenige kennen die Fördermöglichkeiten über Bürgschaften und Beteiligungen. In einer Session zum Thema Finanzierung stellte MBG-Beteiligungsexpertin Harriet Krzyzowski die Fördermöglichkeiten für Gründer vor.



Firmenstaffel 2018

Firmenstaffel
© Bürgschaftsbank

„Express“ können Bürgschaftsbanker auch anders: Auf flinken Füßen waren zehn Frauen und Männer mit dem Logo der BB auch in diesem Jahr beim Magdeburger Firmenstaffellauf für ihr Unternehmen unterwegs.

In zwei Teams rannten die BB-Läufer unter dem bewährten Motto „Schneller geht’s nicht“ in der Kategorie Mixed mit weiteren 537 Mannschaften um die Wette. Am Ende trennten beide Teams nur 7 Sekunden. Mit einer Zeit von 1:17:14 bzw. 1:17:21 belegten die Banker die Plätze 150 und 153 und konnten so gut zwei Drittel der Konkurrenz hinter sich lassen.







BB und MBG – der Imagefilm

Die Arbeit der Bürgschaftsbank einfach erklärt