Infobrief Aktuell

Dienstag, 14 September 2021

Infobrief 2/2021

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BB und MBG stellen sich digital auf

Die beiden Förderinstitute BB und MBG haben im Juli die elektronische Kundenakte eingeführt. Damit kann die gesamte Geschäftsbeziehung und -historie zu jedem Vertrag lückenlos und zugleich revisionssicher dokumentiert und fortgeführt werden. Das macht auch die Kommunikation mit den Hausbanken schneller und übersichtlicher.

Sämtliche Dokumente zu einer Kundenbeziehung, die seit 1. Juli BB und MBG erreichen, werden in der e-Akte digital erfasst – Papierdokumente in eingescannter Form sowie auch sonstiger digitaler Informationsaustausch per E-Mail oder beispielsweise über das Dienstleistungsportal der Deutschen Bürgschaftsbanken. Die Umstellung aller bisher papiernen Bestandsakten ist ein fortlaufender Prozess, sie werden vorläufig zu Hybridakten. Schrittweise werden durchgängige elektronische Bearbeitungsprozesse im Neu- und Bestandsgeschäft sowie im Bereich Spezialbeteiligungen umgesetzt. In weiteren Schritten folgen dann die Bereiche Intensivbetreuung/Sanierung und Abwicklung. 

Die Vorteile: Einfache Ablage und schnelles Auffinden sämtlicher Dokumente zu einem Bürgschaftskunden oder Beteiligungsnehmer. Zugleich gibt es mehr Transparenz, weil mehrere Mitarbeiter/-innen parallel auf eine Akte zugreifen können. Damit wird ein elektronischer Genehmigungs-Workflow möglich. Die Abläufe werden nachhaltiger, weil Ausdrucke und das Versenden von Papierdokumenten eingeschränkt werden.

Hausbanken können der BB alle digitalen Dokumente per E-Mail oder über das Dienstleistungsportal zur Verfügung stellen, von dort werden sie in die e-Akte eingestellt. Bei einem umfangreichen täglichen Schriftverkehr und Dokumentenaustausch zwischen Bank und BB ermöglicht die digitale Aktenführung viel Zeitersparnis.

Digitale Kommunikation macht die BB und MBG auch für Unternehmenskunden/-innen attraktiver, die auf eine schnelle einfache Kommunikation von Antragstellung bis Vertrag zunehmend Wert legen.

Seit Dezember 2020 wurde der Start der e-Akte durch den Systementwickler vorbereitet. Ein dreiköpfiges Team der BB arbeitete zusammen mit dem Dienstleister am digitalen Aufbau und der Struktur der digitalen Kundenakte für die Erfordernisse von BB und MBG.

Damit ist der nächste „Meilenstein“ bei der digitalen Aufstellung erreicht. Das Papierdokument verschwindet trotzdem nicht vollständig, vor allem bei juristisch relevanten Unterlagen: Zum Beispiel beim Ausfall einer Bürgschaft oder Beteiligung werden die Unterlagen im Original benötigt.

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Digitale Eintrittswelten

Finanzierungszusagen für Unternehmen sollen schneller bearbeitet und die Zusammenarbeit von Hausbanken und Bürgschaftsbank einfacher werden: Die BB und ihre Schwester MBG bauen digitale Wege auf, die Unternehmern, Finanzierungsinstituten und Beratern den Zugang zu Bürgschaften und Beteiligungen erleichtern und Anfragen zeitlich unabhängig ermöglichen.

Dafür gibt es inzwischen drei Portale.

DER E-ANTRAG

Mit dem elektronischen Antragsverfahren „E-Antrag“ können die Finanzierungspartner der BB/MBG auf einer eigens dafür geschaffenen Plattform Bürgschaftsanträge für ihre Unternehmen online stellen. Bearbeiterin oder Berater in Bank oder Sparkasse füllen den Antrag für eine klassische Bürgschaft (BB CLASSIC), eine Express-Bürgschaft (BB EXPRESS) oder Agrar-Bürgschaft (BB AGRAR) direkt am eigenen PC aus und leiten ihn anschließend schnell, verschlüsselt und gesichert direkt an die BB weiter. Das vereinfacht auf beiden Seiten den Aufwand und beschleunigt den Entscheidungsweg.

Der Eingabeaufwand ist gering. Viele Datenfelder im Online-Formular müssen nur angeklickt werden. Anlagen können hochgeladen werden. Nach korrekter Bearbeitung sind alle Felder mit einem grünen Haken versehen und der Antrag kann elektronisch übermittelt werden. Anschließend wird der jeweilige Mitarbeiter in der BB sofort per E-Mail über den Eingang des Antrags benachrichtigt.

Der E-Antrag ist abrufbar unter https://bb-mbg.de. Weitere Einstiegsmöglichkeiten für Bankenpartner stehen über agree21 und OSPlus oder ComFin zur Verfügung.

DAS FINANZIERUNGSPORTAL
 
 
Zeitgemäße Wirtschaftsförderung: Über diese bundesweite Plattform bringt die BB Unternehmen digital mit potentiellen Kreditgebern zusammen. Mittelständische Unternehmer/-innen, Kreditinstitute sowie Berater/-innen können online kostenlose Finanzierungsanfragen für ihre Firma bzw. für ihre Firmenkunden oder Mandanten stellen – mit nur wenigen erforderliche Angaben nimmt das etwa fünf Minuten Zeitaufwand in Anspruch.
 
Anfragen aus Sachsen-Anhalt werden direkt zur BB weitergeleitet. Die Mitarbeiter/-innen nehmen Kontakt zum Unternehmen auf, bereiten die Anfrage auf, strukturieren das Finanzierungsvorhaben, prüfen eine Bürgschaftsübernahme und holen mehrere Finanzierungsangebote ein. Das Unternehmen entscheidet dann über den gewünschten Finanzierungspartner. Die BB bleibt während des gesamten Verfahrens in Kontakt mit dem Unternehmen. Ideal ist das Portal auch für Voranfragen und potentielle Neukunden. 
 
Das digitale Finanzierungsportal ist gleichzeitig eine Dienstleistung für Banken und Sparkassen, weil deren eigener Aufwand bei der Prüfung von Investitions- oder Gründungsvorhaben sinkt. Unternehmens- und Steuerberater/-innen sowie die Berater/-innen der Kammern können gemeinsam mit ihren Kund/-innen bzw. Mandant/-innen eine optimale und sichere Finanzierung gestalten.
 
DAS DIENSTLEISTUNGSPORTAL DER DEUTSCHEN BÜRGSCHAFTSBANKEN
 
 
Für die Übermittlung vertraulicher Unterlagen, Daten und Informationen zwischen BB/MBG und ihren Geschäftspartnern wurde ein gesondertes Dienstleistungsportal entwickelt. Es garantiert eine gesicherte und verschlüsselte schnelle Datenübertragung von der Hausbank an die BB und ist einfach bedienbar. Der Verwaltungs- und Zeitaufwand für die Mitarbeiter/-innen der Banken und Sparkassen wird deutlich reduziert.
 
Über dieses digitale Portal können alle Änderungsmeldungen zu Verträgen wie z. B. Ansprechpartner und Adressen sowie zum Kreditvertragsabschluss und zu Kreditkonditionen und Sondertilgungen elektronisch erfasst werden. Unterlagen können hochgeladen, die jährlichen Saldenbestätigungen und Mitteilungen an die BB elektronisch gesendet werden. Zudem lässt sich auch sonstiger Schriftwechsel über diese geschützte Verbindung an die BB senden.

Eine Übersicht über unsere Portalwelt finden Sie hier.

30 Jahre oBB
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Seit 30 Jahren: Aufbau-Helfer des Unternehmensmittelstands

Die Jubiläumsveranstaltung war mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Finanzwirtschaft sowie aus ihren Verbänden prominent besetzt. DIHK-Präsident Peter Adrian würdigte Bürgschaftsbanken als „wichtigen und aktiven Bestandteil der Wirtschaftsförderung: Dies gilt insbesondere angesichts der anstehenden Herausforderungen durch demografischen Wandel, Digitalisierung und Dekarbonisierung.“

Von gewachsenem Vertrauen sprach der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) Hans Peter Wollseifer: „Bürgschaftsbanken begleiten Handwerksbetriebe seit vielen Jahren und sorgen dafür, dass sie auch bei fehlenden Sicherheiten Zugang zu Krediten erhalten.“ Das so entstandene gute Verhältnis sei ein sehr gutes Fundament für die in der Zukunft absehbaren Finanzierungsnotwendigkeiten durch die wachsende Zahl anstehender Betriebsübergaben „und die erforderlichen großen Anpassungen, vor denen Handwerksbetriebe in den nächsten Jahren stehen und die entsprechend finanzierte große Investitionen erforderlich machen werden.“

In einer angeregten Gesprächsrunde diskutierten der Ost-Beauftragte der Bundesregierung Marco Wanderwitz, der Vorstandsvorsitzende der Mittelbrandenburgischen Sparkasse Andreas Schulz, die Leiterin Geschäftskunden Region Ost der Deutschen Bank Andrea Riesberg sowie die Berliner Unternehmerin einer Vegan-Bäckerei Ava Celik über Mittelstandsförderung.

„Insgesamt eine sehr unterhaltsame, aber vor allem informative Veranstaltung über die förderpolitische Bedeutung der Bürgschaftsbanken“, zog BB-Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab ein Fazit dieser festlichen Würdigung von drei erfolgreichen Jahrzehnten der ostdeutschen Bürgschaftsbanken.

Kurz nach der Wende waren in allen neuen Bundesländern Bürgschaftsbanken nach westdeutschem Vorbild gegründet worden. Sie begleiteten den Transformationsprozess von einer staatlich gelenkten Plan- in eine Marktwirtschaft und halfen mit, nicht mehr vorhandene mittelständische Traditionen neu aufzubauen oder wiederzubeleben. Seitdem bringen sie als Mittelstandsmotor zuverlässig ostdeutsche Unternehmen voran und helfen ihnen durch Krisen wie die Corona-Pandemie. In 30 Jahren wurden von den Bürgschaftsbanken bundesweit fast 50.000 kleine und mittlere Unternehmen unterstützt und 33 Milliarden Euro Investitionen begleitet, womit rund eine Million Arbeitsplätze gesichert wurden – davon 250.000 neu entstandene.

Die bereits im Dezember 1990 gegründete Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt - am 2. Januar nahm sie ihre Geschäftstätigkeit auf - förderte seitdem rund 7.400 Unternehmen und ermöglichte damit fast 5,2 Mrd. Euro Investitionen in die Wirtschaft sowie die Schaffung und den Erhalt von rd. 166.000 Arbeitsplätzen im Bundesland.

Anlässlich des Jubiläums hat der Verband Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB) die Broschüre „Mittelstandsmotor Bürgschaftsbank“ https://mittelstandsmotor.info herausgegeben. Darin würdigte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier die Bedeutung dieser Fördereinrichtungen für den (Wieder-)Aufbau mittelständischer Wirtschaftsstrukturen in den neuen Ländern und als Stütze für die zahlreichen Existenzgründungen. 

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Virtueller Talk mit Partnern des Unternehmensmittelstands 

Für die optimale Förderung der mittelständischen Wirtschaft in Sachsen-Anhalt haben BB und MBG ein umfassendes Netzwerk geknüpft. Zu den Partnern gehören auch Unternehmens- und Steuerberater sowie Wirtschaftsförderer. Sie wurden – aufgrund der coronabedingten Kontakteinschränkungen – in diesem Jahr erstmals zu virtuellen BB/MBG-Talkrunden eingeladen: 

Am 30. Juni und 7. Juli folgten insgesamt 32 Steuerberaterinnen und -berater aus Sachsen-Anhalt der Einladung, am 21. Juli 13 Unternehmensberater/-innen und am 28. Juli 18 Wirtschaftsförderer aus dem ganzen Land. Sie alle verfolgen in ihrem jeweiligen Fachgebiet dasselbe Ziel wie BB und MBG: mittelständische Unternehmen und Firmengründungen bei Start, Wachstum und auch in schwierigen Situationen wie der Corona-Krise zu unterstützen.

Die Zusammenarbeit soll intensiviert werden. Nach Begrüßung von BB/MBG-Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab wurden die Teilnehmer in einer halbstündigen Webkonferenz mit der Arbeit der beiden Förderinstitute und ihren Instrumenten bekannt gemacht. Beteiligungsspezialistin Harriet Krzyzowski stellte für die MBG und der Leiter Neukundengeschäft Michael Müller für die BB die Förderinstrumente und die temporären Corona-Sonderprogramme vor. 

Besonderes Interesse fand das digitale Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken, das die Kommunikation bei der Finanzierungsanfrage für ein Unternehmen noch vereinfacht. Matthias Goldschmidt, Leiter Öffentlichkeitsarbeit, stellte diesen kostenlosen Service der BB vor und zeigte, wie ihn Unternehmens- und Steuerberater/-innen und Wirtschaftsförderer nutzen können, um gemeinsam mit ihren Kunden und Mandanten eine optimale und sichere Finanzierung zu gestalten. Nach der Online-Anfrage, die nur wenige Minuten in Anspruch nimmt, übernehmen die Mitarbeiter/-innen der BB die Bearbeitung des Finanzierungsvorhabens und holen Angebote von der Hausbank und weiteren Kreditinstituten und Fördereinrichtungen ein.

MBG EK Stärkung ab 12.2020
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Long-Covid in der Unternehmensbilanz


Infolge der Corona-Pandemie sind die Eigenkapitalquoten vieler Unternehmen unter Druck geraten. Zur Vermeidung von „Langzeitfolgen“ bis hin zur Insolvenz können die Beteiligungsprogramme der MBG nachhaltig wirken.

Laut einer Umfrage von Creditreform und Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) im Juli 2021 weisen von 460 befragten mittelständischen Unternehmen in Sachsen-Anhalt 30,6 Prozent weniger als 10 Prozent Eigenkapital aus – ein deutlicher Anstieg gegenüber 24,4 Prozent ein Jahr zuvor. Corona-Überbrückungskredite haben die Quote ohnehin kapitalschwacher Unternehmen weiter verringert. Das IWH spricht von einem „Long Covid-Phänomen“ der Wirtschaft, da die Wiederaufstockung des finanziellen Polsters womöglich mehrere Jahre in Anspruch nehmen werde. Außerdem muss nach Ablauf der Überbrückungskredite die Kapitaldienstfähigkeit sichergestellt werden.

Beteiligungskapital der MBG bietet hier eine Alternative, um langfristig und dauerhaft wieder ein Kapitalpolster aufzubauen. Die typisch stillen Beteiligungen, die bei einer vorausgesetzten Laufzeit von mindestens fünf bis maximal zehn Jahren bilanziell als wirtschaftliches Eigenkapital bewertet werden, verbessern auch Bonität und Rating. Gleichzeitig gewinnen die Unternehmen sofort an Liquidität, die sie brauchen, um zuletzt noch aufgeschobene Investitionen – auch in dringend erforderliche Digitalisierungsprojekte – nachzuholen. Das planen sieben von zehn Unternehmen.

Vorerst noch bis zum Jahresende gibt es ein Sonderprogramm für Unternehmen, die aufgrund der Corona-Krise vorübergehend in Finanzierungsschwierigkeiten geraten sind und insgesamt eine gute Fortführungsprognose aufweisen.

So kann die MBG mit stillen Beteiligungen bis zu 2,5 Mio. Euro auch Betriebsmittelfinanzierungen in vollem Umfang begleiten, auf die übliche Eigenkapitalparität des Unternehmens wird verzichtet. Eine Kombination von Beteiligungskapital mit KfW-Mitteln ist ebenfalls möglich.

Die MBG geht außerdem offene Beteiligungen ein, in der Regel ergänzend zur stillen Beteiligung, und übernimmt dabei maximal 24,9 Prozent der Gesellschäftsanteile.



BB und MBG – der Imagefilm

Die Arbeit der Bürgschaftsbank einfach erklärt





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