Infobrief Aktuell

Montag, 26 April 2021

Infobrief 1/2021

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Erweiterte Bürgschaftsprogramme gegen Corona-Krise bis zum Jahresende verlängert

Die aktuellen Bürgschafts- und Garantieprogramme zur Abfederung der Corona-Krise können noch bis zum Jahresende 2021 in Anspruch genommen werden (bisher begrenzt auf 30. Juni). Der Bund hat am 1. April einer Verlängerung der Laufzeit sowie einer Anpassung der Bundesregelung Kleinbeihilfen zustimmt, mit der sich für kleine und mittlere Unternehmen unabhängig von ihrer Beschäftigtenzahl der Kleinbeihilferahmen von bisher 800.000 auf 1,8 Mio. Euro vergrößert.

Mit den Programmerweiterungen kann mittelständischen Unternehmen bei erhöhtem Liquiditätsbedarf aufgrund von Schließungen, Umsatzausfällen und zusätzlichen Kosten noch wirksamer geholfen werden.

Durch die „Bundesregelung Bürgschaften 2020“ bzw. die „Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020“ verfügt die BB bis zum Jahresende über zusätzliche Beihilfeprogramme. Davon profitieren die kleinen und mittleren Unternehmen im Land, die so beihilfewertfreie Bürgschaften bis zur Höhe von 2,5 Mio. Euro und 6 Jahren Laufzeit erhalten können. Auch eine 10-jährige Bürgschaftslaufzeit ist möglich. In diesem Fall wird dem Unternehmen eine Kleinbeihilfe gewährt. In beiden Varianten kann die BB bis zu 90 Prozent des Kreditausfallrisikos übernehmen. Damit können Betriebsmittel- und Investitionsdarlehen bis maximal 2,777 Mio. Euro besichert werden. Bei 80 Prozent Bürgschaftsquote kann der besicherte Kredithöchstbetrag bis zu 3,125 Mio. Euro betragen.

Ergänzend dazu hat die BB zu Jahresbeginn auch bei ihrem Programm für Express-Bürgschaften die maximal besicherbare Kredithöhe nochmals erhöht (siehe Beitrag "BB EXPRESS - Schnelle Zusagen für höhere Kreditvolumen“)

Die Programmerweiterungen im Beteiligungsgeschäft der MBG wurden ebenfalls bis zum 31. Dezember 2021 verlängert, um den Eigenkapitalverzehr vieler Unternehmen infolge der Corona-Krise ausgleichen zu können. Bund und Länder hatten dazu im vergangenen November eine Modifizierung der Rückgarantieerklärung beschlossen. Somit kann die MBG stille Beteiligungen bis zu 2,5 Mio. Euro ohne Bundeszustimmung eingehen und damit neben Investitionen auch die Finanzierung von Betriebsmitteln ermöglichen. Bei coronabedingten Beteiligungsfinanzierungen wird auf die bisher geforderte Eigenkapitalparität verzichtet, so dass das Beteiligungskapital der MBG die Höhe des im Unternehmen vorhandenen Eigenkapitals überschreiten darf. Außerdem ist eine Kombination mit KfW-Schnellkrediten möglich.



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Kreditversorgung der mittelständischen Wirtschaft in Corona-Krise durch BB gesichert

Der Geschäftsverlauf von BB und MBG im Jahr 2020 wurde von den Auswirkungen der Corona-Krise auf die mittelständische Wirtschaft geprägt. Fast jedes vierte Unternehmen im Bestand nahm Hilfen zur Sicherstellung der Liquidität oder zur Stärkung des Eigenkapitalpuffers in Anspruch
. Auch BB/MBG mussten ihre Geschäftsprozesse an die Pandemiebeschränkungen anpassen und zum Schutz ihrer Beschäftigten und Unternehmenskunden Arbeitsabläufe neu organisieren.

Nicht unerwartet stand ein großer Teil der insgesamt leicht gestiegenen Zahl von Bürgschaftsanträgen im Zusammenhang mit der Corona-Krise. Die Unternehmen wollten sich vor allem mit Liquidität versorgen, um Umsatzausfälle zu kompensieren, gestiegene Logistikkosten und Ausgaben zum Beispiel für Hygienemaßnahmen abzudecken oder in den Ausbau ihrer digitalen Infrastruktur zu investieren. Bei der Absicherung dieses Finanzierungsbedarfs halfen die vom Bund beschlossenen temporären Programmerweiterungen für Bürgschaften, so die Verdopplung der Bürgschaftsobergrenze auf 2,5 Mio. Euro und die Erhöhung der Bürgschaftsquote auf bis zu 90 Prozent im Rahmen der verbesserten beihilferechtlichen Möglichkeiten.

Im Geschäftsjahr 2020 übernahm die BB 154 neue Bürgschaften und Garantien, das entspricht etwa dem Vorjahresniveau. Das besicherte Kredit- und Beteiligungsvolumen blieb mit 46,8 Mio. Euro unter dem Vorjahr (51,4 Mio.). Hier wirkte sich vor allem der Rückgang bei den höhervolumigen Beteiligungsgarantien aus.

Neben den pandemiebedingten Finanzierungshilfen ermöglichte die BB auch 27 Existenzgründungen und 40 Unternehmensnachfolgen. 2.447 Arbeitsplätze wurden gesichert und neu geschaffen.

Außerdem konnten Unternehmen, die aufgrund der Corona-Beschränkungen in Zahlungsschwierigkeiten geraten sind, eine Tilgungsaussetzung oder Stundung der Provisionen für ihre Bürgschafts- und Garantieverträge vereinbaren.

Beteiligungskapital gegen Eigenkapitalverzehr

Im ersten Corona-Jahr haben die mittelständischen Unternehmer im Land die Aufnahme von Beteiligungskapital erwartungsgemäß nur eingeschränkt zur Krisenbewältigung genutzt. Die MBG übernahm fünf stille Beteiligungen (2019: 24) im Gesamtvolumen von 1,07 Mio. Euro. Die Aufstockung des Kapitalpuffers setzten die Unternehmen für Auftragsvorfinanzierungen und zur Betriebserweiterung oder -verlagerung ein. Außerdem genehmigte die MBG eine Beteiligung aus dem Mikromezzaninfonds Deutschland mit 50.000 Euro.

Im ersten Quartal 2021 wurden weitere Beteiligungsanträge aus dem Vorjahr positiv entschieden.

Die Corona-Krise hat in vielen Unternehmen Eigenkapital aufgezehrt. Ab November konnte die MBG ihre Beteiligungsprogramme erweitern, nachdem der Bund den Ländern mit einer modifizierten Rückgarantieerklärung mehr Entscheidungsspielraum eingeräumt hatte. Damit kann die MBG bis Ende 2021 ihre typisch stillen Beteiligungen bis zur Höhe von 2,5 Mio. Euro ohne separate Zustimmung des Bundes übernehmen und mit Beteiligungskapital auch Betriebsmittel finanzieren.


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BB EXPRESS Schnelle Zusagen für höhere Kreditvolumen

Gestiegene Baupreise und Lieferkosten seit Ausbruch der Corona-Pandemie haben den Liquiditätsbedarf vieler Unternehmen vergrößert, während gleichzeitig Umsatzausfälle kompensiert werden müssen. Mit der Erhöhung der Kreditobergrenze für ihren BB EXPRESS hat die BB auf die gestiegene Nachfrage der mittelständischen Wirtschaft nach schnellen Finanzierungshilfen reagiert: Seit Jahresbeginn können mit der Express-Bürgschaft Neukredite bis maximal 500.000 Euro verbürgt werden. Vor der Corona-Krise waren es 250.000 Euro, im März 2020 war die Obergrenze bereits in einem ersten Schritt auf 312.500 EUR aufgestockt worden.

Die Programmerweiterung stößt auf Zuspruch aus allen Branchen. Anträge kommen aus Handel, Hotel- und Gaststättenwesen, Industrie, Dienstleistungen und den freien Berufen. Sie betreffen zum Großteil die Finanzierung von Betriebsmitteln und Erweiterungsinvestitionen. Das schlanke elektronische Antragsverfahren mit vereinfachter Prüfung anhand weniger Bonitätskriterien reduziert damit Aufwand, Zeit und Kosten für die Hausbanken.

Die BB übernimmt bei BB EXPRESS ein Ausfallrisiko von i. d. R. bis zu 80 Prozent des Kreditbetrags. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch eine Risikoübernahme von 90 Prozent möglich, die Darlehenshöhe kann dann bis zu 444.000 Euro betragen. Auch Unternehmen im Bestand können das erweiterte Programm in Anspruch nehmen, solange ihr Gesamtbürgschaftsengagement nicht 1,25 Mio. Euro überschreitet. Die Bürgschaften besitzen keinen Beihilfewert, wenn die Kriterien der „Bundesregelung Bürgschaften 2020“ eingehalten werden. Die „Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020“.ermöglicht zudem die Bereitstellung weiterer Beihilfen – zusätzlich zu den bekannten Beihilferegimen über De-minimis oder AGVO – bis 1,8 Mio. Euro.

Das erweiterte Express-Programm ist vorläufig befristet bis zum 30. Juni 2021.

Weitere Angaben zu unserem schnellsten Bürgschaftsprogramm sind im Produktblatt BB EXPRESS nachlesbar.


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Finanzierungsermöglicher – Antragsprüfung über Finanzierungsportal

Infolge Lockdown und Kontaktbeschränkungen nutzen immer mehr Menschen das Internet. Nicht nur der Online-Handel legte seit vergangenem Jahr deutlich zu, auch Unternehmer suchen im Netz nach Finanzierungsangeboten: zum Beispiel im digitalen Finanzierungsportal der Bürgschaftsbanken
.

Persönliche Kundenkontakte sind seit mehr als einem Jahr nur sehr eingeschränkt möglich. Das hat die Geschäftsbeziehungen verändert und stellt Sparkassen und Banken vor neue Herausforderungen insbesondere bei der Gewinnung neuer Kunden. Die bundesweite Plattform ermoeglicher.de bietet nicht nur mittelständischen Unternehmern eine Möglichkeit des unmittelbaren Zugangs zu den Förderprogrammen und Dienstleistungen von BB und MBG. Sie ist auch ein nützlicher Service für die Firmenkundenberater der Kreditinstitute. Sie können ebenfalls auf digitalem Weg die Finanzierungsanfragen ihrer gewerblichen Kunden in einem schlanken Online-Verfahren einstellen. Über eine regionale Zuordnung wird die Anfrage automatisch an die BB ihres Bundeslandes weitergeleitet.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BB prüfen umgehend die Machbarkeit des Vorhabens und die Übernahme einer Bürgschaft, sie helfen bei Bedarf auch bei der Strukturierung der benötigten Finanzierung. Damit können Banken oder Sparkassen den eigenen Prüfungsaufwand zur Genehmigung von Investitions- oder Betriebsmitteldarlehen reduzieren. Bewilligt die BB eine Bürgschaft und schließt sich das Kreditinstitut mit einer Kreditzusage an, bekommt dieses die Bürgschaftsurkunde der BB zugeschickt.

Berater der Kammern sowie Unternehmens- und Steuerberater können ebenfalls den kostenfreien Service der BB in Anspruch nehmen, um ihren Mitgliedsunternehmen bzw. Kunden eine sichere, optimale Finanzierung zu ermöglichen.











BB und MBG – der Imagefilm

Die Arbeit der Bürgschaftsbank einfach erklärt





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