Infobrief Aktuell

Mittwoch, 11 Mai 2022

Infobrief 1/2022

Pressekonferenz 2022
© picture alliance/dpa / Klaus-Dietmar Gabbert 

Bilanz-Pressekonferenz: Mit Sicherheiten durch unsichere Zeiten

Die Förderprogramme von BB und MBG haben einen wichtigen Beitrag geleistet, dass der Unternehmensmittelstand in Sachsen-Anhalt die zum Teil Existenz bedrohenden wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise schultern und überwinden konnte. Zur Bilanz-Pressekonferenz am 3. Mai 2022 zog Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab eine positive Bilanz.

Vor allem im zweiten Halbjahr 2021 stieg die Nachfrage nach Finanzierungssicherheiten, so dass die BB ihr bestes Neugeschäft der vergangenen fünf Jahre erreichte. Mit 117 neu übernommenen Bürgschaften und Garantien sicherte sie kleinen und mittelständischen Unternehmen den Zugang zu Krediten und Beteiligungskapital im Gesamtumfang von rd. 51,5 Mio. Euro. Dieses Volumen liegt um zehn Prozent über dem Vorjahreswert. 

Gut die Hälfte des ermöglichten Kreditvolumens – rund 26,6 Mio. Euro – wurde für 27 Neugründungen von Unternehmen und 35 Betriebsübernahmen besichert. 
Besonders kräftig wuchs nach der Jahresmitte die Nachfrage nach Beteiligungskapital der MBG. Diese übernahm 19 stille Beteiligungen mit einem Gesamtvolumen von gut 6,7 Millionen Euro, neben der Industrie vor allem im Einzelhandel und im Hotel- und Gaststättensektor. Im Jahr 2020 gab es dagegen nur fünf neue Beteiligungen. „Nachdem die Unternehmen im ersten Corona-Jahr vor allem staatliche Soforthilfen zum Überleben in der Krise genutzt haben, denken sie jetzt auch wieder vorsorgend voraus und füllen ihren aufgezehrten Puffer an betrieblichen Eigenmitteln auf “, sagte Schwab. 

Ausblick: Auch das laufende Geschäftsjahr zeigt eine hohe Nachfrage nach den Finanzierungshilfen von BB und MBG. Bis Ende April 2022 übernahm die BB 34 weitere Bürgschaften und ermöglichte damit den Unternehmen einen Kreditzugang im Gesamtumfang von insgesamt rd. 16,5 Mio. Euro. Gegenüber dem Vergleichszeitraum 2021 hat sich damit die verbürgte Kreditsumme etwa verdoppelt.

mp4mdf.1-Beitrag zur Pressekonferenz

 BB EXPRESS NACHFOLGE
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 Gesamtfinanzierungsumfang bei BB EXPRESS bleibt

Auch nach dem Auslaufen der Corona-Sonderprogramme können mit den schnellen Bürgschaften des BB EXPRESS Kredite bis zu maximal 500.000 Euro besichert werden. Die zunächst temporäre Erhöhung der Kreditobergrenze zur Abmilderung der Pandemiefolgen wurde in enger Abstimmung mit den Rückbürgen, dem Land Sachsen-Anhalt, im erneuerten Programm festgeschrieben. 

Damit kann auf die gestiegene Nachfrage der mittelständischen Unternehmen und ihrer Hausbanken nach kurzfristigen Finanzierungen flexibler reagiert werden. „Die BB Sachsen-Anhalt ist eine der wenigen Bürgschaftsbanken, die Expressbürgschaften in dieser Größenordnung anbieten“, sagte Geschäftsführer Heiko Paelecke.

Die nachgefragten höheren Kreditbeträge resultieren vor allem aus dem gestiegenen Betriebsmittelbedarf vieler Unternehmen aufgrund der aktuellen Geschäftslage – infolge gestiegener Preise, zur Vorfinanzierung der Materialbevorratung oder für Forderungsfinanzierungen. Verbürgt werden 70 Prozent des Kreditbetrags – das entspricht dem Niveau vor den Corona-Sonderbedingungen.
 
Schneller die Nachfolge regeln
 
Bisher konnte BB EXPRESS nur für Investitionen, Betriebserweiterungen sowie Betriebsmittel in Anspruch genommen werden. Seit Anfang Mai gibt es die schnellen Bürgschaften mit auch für Unternehmensübergaben. Mit dem neuen Programm BB EXPRESS NACHFOLGE können weniger umfangreiche Unternehmens- und Anteilsverkäufe mit einem Gesamtfinanzierungsumfang von maximal 500.000 Euro besichert werden.

„Damit ermöglichen wir eine schnelle und unkomplizierte Übergabe des Betriebs an den oder die neuen Gesellschafter und sichern damit eine nahtlose Fortführung der Geschäftstätigkeit sowie den Erhalt der Arbeitsplätze“, erklärte Heiko Paelecke. Nach positiver Prüfung des Finanzierungsantrags in einem schlanken Verfahren erfolgt die Bürgschaftszusage an die Hausbank i.d.R innerhalb von fünf Bankarbeitstagen. 
 
Größere Unternehmensnachfolgen mit ihrer oft komplexen Finanzierung werden weiterhin mit den klassischen Bürgschaften der BB begleitet, das ein umfangreicheres Antrags- und Genehmigungsverfahren vorsieht. 

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Ukraine-Krise: Unterstützung durch BB und MBG

Die vollen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine auf die deutsche Wirtschaft werden sich erst in den kommenden Monaten zeigen. Zur Unterstützung nachweislich betroffener kleiner und mittelständischer Unternehmen bei der Sicherung ihrer Liquidität und von Investitionskrediten haben Bund und Länder die Bürgschaftsprogramme erneut ausgeweitet.

Der Bürgschaftshöchstbetrag wurde (analog zum beendeten Corona-Sonderprogramm) bis Ende 2022 wieder auf 2,5 Mio. Euro verdoppelt. Als betroffen gelten Betriebe, die besonders unter den extrem gestiegenen Energiepreisen, Produktions- oder Umsatzausfällen leiden. 

Weitere Informationen finden sich auf der Seite des Bundesfinanzministeriums:
e-Antrag
© e-Antrag, exec

e-Antrag verbessert

Neun von zehn Anträge auf Bürgschaften werden von den Hausbanken online über den elektronischen Antrag (e-Antrag) gestellt. Jetzt wurde dieses schlanke und schnelle Verfahren durch neue Funktionen weiter verbessert: 

Über einen bereits angelegten e-Antrag kann die Hausbank auch noch innerhalb von drei Monaten nach der Antragstellung weitere Unterlagen hochladen und an die BB nachsenden. Bisher war es technisch nur möglich, Dokumente zeitgleich und zusammen mit dem elektronischen Antrag zu senden. 

Für die Nachsendung wird der vorhandene Antrag erneut aufgerufen. Über den Punkt „Dokumente nachsenden“ können dann elektronische Unterlagen ausgewählt, angehängt und über eine sichere Leitung gesendet werden. Der Versand per Mail oder auf dem Postweg ist fortan nicht mehr erforderlich. 

Gründungswerkstatt
© Gründungswerkstatt Deutschland

Webseite der Gründungswerkstatt mit Finanzierungsportal verlinkt


Über die Gründungswerkstatt Deutschland (GWD) können Existenzgründer ihre Selbstständigkeit als Online-Projekt vorbereiten. Jetzt gibt es auch eine Schnittstelle zum Finanzierungsportal der Deutschen Bürgschaftsbanken.

Bei der Planung ihrer Gründungsvorhaben werden die künftigen Unternehmerinnen und Unternehmer über die bereits seit mehr als zehn Jahren existierende GDW-Plattform bundesweit von den IHKs, Handwerkskammern und regionalen Wirtschaftsförderern unterstützt. Mit der nun erfolgten Verlinkung zum Portal ermoeglicher.de wird auch die Finanzierungsseite als Partner einbezogen: aus dem im GWD-Tool online angelegten Gründungsprojekt kann direkt der Finanzierungsbedarf an die jeweilige regionale Bürgschaftsbank übermittelt werden – kostenlos und sicher.

Durch diese Kooperation von Kammern, Hausbanken und Bürgschaftsbanken ist es jetzt möglich, Gründungsvorhaben von der ersten Idee bis zur Bereitstellung der Finanzierungsmittel aus einer Hand digital umzusetzen.

Weitere Informationen: www.gruendungswerkstatt-deutschland.de


BB und MBG – der Imagefilm

Die Arbeit der Bürgschaftsbank einfach erklärt