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Donnerstag, 06 Juni 2019

Infobrief 2/2019

Weitere Bürgschaftshilfen für Agrarbetriebe - jetzt auch Hausbankmittel förderbar

Agrar Bürgschaften
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Mittelständische Agrarunternehmen können für Finanzierungen weiterhin Bürgschaften der BB erhalten. Mit dem neu aufgelegten bundesweiten Programm für Agrar-Bürgschaften können jetzt auch Hausbankdarlehen verbürgt werden.

Agrar-Bürgschaften wurden seit der Einführung im Oktober 2015 rege genutzt und die bereitgestellten 40 Millionen Euro voll ausgeschöpft. Aufgrund der anhaltenden Nachfrage ist das Programm mit weiteren 60 Mio. Euro neu aufgelegt und um drei Jahre bis zum 31. März 2022 verlängert worden. Während bisher nur Kredite besichert werden konnten, die von der Landwirtschaftlichen Rentenbank refinanziert werden, kann die Hausbank jetzt auch für eigene Darlehen eine Bürgschaft der BB erhalten.

Damit werden Finanzierungen für Investitionen und Betriebsmittel bis zur Kredithöhe von 1,5 Millionen Euro verbürgt. Auch Existenzgründungen werden gefördert. Das Geld kommt aus dem Europäischen Investitionsfonds (EIF) als Rückbürgen.

Alle Informationen rund um die Agrar-Bürgschaft finden Sie hier.

Diese Finanzierung wird durch die vom COSME bereitgestellte Rückbürgschaft und den im Zusammenhang mit dem Investitionsplan für Europa begründeten Europäischen Fonds für strategische Investitionen ("EFSI") ermöglicht. Der Zweck des EFSI ist die Unterstützung bei der Finanzierung und Umsetzung produktiver Investitionen in der Europäischen Union und die Sicherstellung eines besseren Zugangs zu Finanzierungen.

EU Logo                              EIF


Teure Umstellung für Klimawandel


Der Bedarf an Finanzierungshilfen für die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt könnte weiter steigen, sollte der vergangene Dürresommer keine Ausnahme bleiben. 2018 gehörte Sachsen-Anhalt zu den bundesweit am schwersten betroffenen Ländern, auf fast zwei Drittel der landwirtschaftlichen Flächen gab es hohe Ertragsausfälle. Die Landesregierung stufte die Dürre als Naturkatastrophe ein und zahlte einschließlich Bundesmitteln 60 Millionen Euro Nothilfen an 750 Antragsteller. Zugleich forderte Landwirtschaftsministerin Claudia Dalbert die Bauern zu Anpassungsstrategien für den Klimawandel auf, zum Beispiel zur Sortenumstellung im Ackerbau und zu Maßnahmen zur Flurgestaltung. Das bedeutet für die Agrarbetriebe teilweise hohe finanzielle Aufwendungen. Außerdem stellt sich der Erfolg nicht sofort ein, sodass die Betriebsmittel belastet werden. Agrar-Bürgschaften geben den Banken bei der Kreditierung von Investitions- und Betriebsmitteln mehr Sicherheit.



Finanzpartner setzen wieder auf Sicherheiten
 

Zusammenarbeit
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"Die deutsche Wirtschaft verliert weiter an Kraft", kommentierte das Münchner Ifo-Institut den im April wieder gesunkenen Geschäftsklimaindex. Die Sorge vor den Folgen des Konjunkturendes hält damit an und sollte ein Signal zu mehr Vorsicht bei der Kreditvergabe sein, meint die BaFin.

Bei Sachsen-Anhalts Finanzinstituten ist bereits seit Ende des vergangenen Jahres ein Nachfragetrend zu mehr Finanzierungssicherheiten zu erkennen. Bürgschaften der BB werden wieder stärker in Anspruch genommen. Die Anzahl der Anträge hat sich im ersten Drittel dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich erhöht: um 76 Prozent. Beim beantragten Kredit- und Beteiligungsvolumen zeigt sich sogar fast eine Verdoppelung (plus 94 Prozent). Die Zahl der Genehmigungen erhöhte sich um 43 Prozent und im Volumen um 29 Prozent.

Im April hatte die BaFin erneut vor einer zu lockeren Kreditvergabe gewarnt und gemeinsam mit der Bundesbank Ende April eine entsprechende Umfrage bei Kreditinstituten gestartet. Das Ergebnis liegt noch nicht vor. „Eine mögliche Erosion der Kreditvergabestandards in Verbindung mit einer reduzierten Risikovorsorge kann eine Gefahr für die Finanzstabilität darstellen“, sagte Exekutivdirektor Raimund Röseler auf der Jahrespressekonferenz der Bankenaufsicht.
Auch aus der Wirtschaft kommen mahnende Stimmen. Mario Ohoven, Präsident des Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW), warnte kürzlich: „Der sich abzeichnende wirtschaftliche Abschwung birgt das große Risiko, dass die Eigenkapitalquoten im Mittelstand wieder sinken.“

Keine Entwarnung für Konjunkturschwäche

Nach einem vorübergehenden Hoffnungsschimmer im März hat sich die Stimmung in Deutschlands Unternehmen beim Start ins zweite Quartal wieder leicht eingetrübt. Im Mai sank der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo-Instituts wiederholt auf nun 97,9 Punkte und entwickelte sich damit schlechter als erwartet. Der Teilindex zur Beurteilung der aktuellen Lage rutschte erneut ab, der Index für die Geschäftserwartungen blieb unverändert niedrig. Im Konjunkturhoch sind nur noch der Bau- und der Dienstleistungssektor, auch wenn letzterer einen deutlichen Dämpfer hinnehmen musste.

Sicher ist: Der neun Jahre andauernde kräftige Aufschwung mit einer Hochkonjunktur seit 2017 ist erst einmal vorüber. Das zeigt auch die Wachstumsprognose des Bundes von nur noch 0,5 Prozent. Und es bleiben Ungewissheiten wie der Brexit und der Handelskrieg zwischen USA und China. Sinkender Außenhandel wird früher oder später auch auf die Binnenwirtschaft durchschlagen.



Gesellschafterwechsel bei der MBG

Gesellschafterwechsel

v. l. n. r.: Heiko Paelecke (Geschäftsführer der MBG),
Ulrich Schmidt (Vorstandsmitglied Volksbank Magdeburg),
Heino Oehring (Vorstandsmitglied Harzer Volksbank),
Wolf-Dieter Schwab (Geschäftsführer der MBG),
Uwe Fabig (Vorstandsvorsitzender Volksbank Magdeburg),
Wolfgang März (Aufsichtsratsvorsitzender der MBG und
Hauptgeschäftsführer der IHK Magdeburg),
Hans-Heinrich Haase-Fricke
(Vorstandsvorsitzender Harzer Volksbank),
Andreas Grobe (Leiter Zentrales Beteiligungsmanagement im
Finanzministerium),
Mathias Koch (Prokurist Harzer Volksbank)

© Jens Müller, Volksstimme

Die Harzer Volksbank eG und die Volksbank Magdeburg eG haben die bisherigen Gesellschafteranteile des Landes Sachsen-Anhalt an der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt (MBG) übernommen. Das wurde am 20. Mai 2019 notariell beurkundet. Der Gesellschafterwechsel trat sofort in Kraft.
 
Nach der Gründung im Jahr 1992 hatte das Land als Starthilfe rd. 16 Prozent der Gesellschafteranteile übernommen. Weitere Gesellschafter sind die IHKs und Handwerkskammern im Land,  Banken sowie die ÖSA Versicherungen.

„Wir danken dem Land für seine langjährige, vertrauensvolle Partnerschaft, mit der sich die MBG zu einer starken und nachhaltig wirkenden Fördereinrichtung entwickeln konnte“, sagte Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab. „Gleichzeitig freuen wir uns über das tolle Engagement zweier regional verwurzelter Volksbanken, wodurch positive Synergieeffekte für alle Beteiligten, aber insbesondere für die mittelständischen Unternehmen entstehen werden.“

„Für das Land Sachsen-Anhalt“, so Andreas Grobe, Leiter des Zentralen Beteiligungsmanagements des Landes Sachsen-Anhalt im Finanzministerium, „sei es das mit dem Landesengagement bei Gründung der MBG verbundene Ziel gewesen, ausreichend  Eigenkapital zur Verfügung zu stellen, damit sich die MBG zum etablierten und wichtigen Akteur in der Wirtschaftsförderung entwickeln kann. Dies sei gelungen, so dass sich das Land aus der Gesellschafterstellung zurückziehen könne. Das Instrument zur Mittelstandsförderung bleibe mit dem Eintritt  der beiden Volksbanken auch ohne die Beteiligung des Landes Sachsen-Anhalt an der MBG unverändert erhalten.“

Die MBG ist heute ein fester Teil der Förderlandschaft in Sachsen-Anhalt, sie hat mit ihren seit 1992 übernommenen 792 stillen Beteiligungen an Unternehmen die mittelständische Wirtschaft bei Firmengründungen, beim Wachstum und mit steigendem Anteil bei erfolgreichen Unternehmensnachfolgen mit fast 270 Mio. Euro unterstützt und dabei rd. 1,4 Mrd. Investitionssumme angestoßen.

Mit den beiden Volksbanken werden zwei langjährige Finanzierungspartner nun auch zu Gesellschaftern und damit zu strategischen Partnern.

Dazu Herr Hans-Heinrich Haase-Fricke, Vorstandsvorsitzender der Harzer Volksbank: „Wir freuen uns über das uns entgegengebrachte Vertrauen des Landes Sachsen-Anhalt und der anderen Gesellschafter. Durch die Übernahme der Gesellschafteranteile möchten wir die Unterstützungs-möglichkeiten der MBG mit Beteiligungspotenzial im Harz stärker verankern! Die Region Harz ist nicht nur ein flächenmäßig großer Landkreis sondern eine innovative stabile Wirtschaftsregion, die wir weiter stärken möchten. Durch die Beteiligung wird die Region Harz entsprechend ihrer Wirtschaftskraft auch in Magdeburg wahrgenommen.“

Weiter führte Uwe Fabig, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Magdeburg, aus: „Mit der Übernahme eines Gesellschafteranteils wollen wir die Verbindung zur MBG langfristig sichern und festigen. Durch das Mandat im Aufsichtsrat können wir zudem die Geschäftsausrichtung mitbestimmen. Wir schaffen damit für unsere Firmenkunden aus Handwerk, Handel und Dienstleistung einen partnerschaftlichen Zugang zu einem wichtigen und soliden Baustein der langfristigen Unternehmensfinanzierung.“ 

Auch die Harzer Volksbank ist künftig mit einem Sitz im Aufsichtsrat der MBG vertreten, der sich damit auf acht Mitglieder vergrößert.




Hilfe für besseres Gründerklima

Gründerunterstützung
© fotomek / Fotolia.com

Sachsen-Anhalt ist kein (!) Gründerland. Damit sich das ändert, nutzen BB und MBG landesweit Gründerveranstaltungen und Gründerplattformen, um ihre Finanzierungsförderung noch bekannter zu machen.

Auf 10.000 Erwerbsfähige kommen in Sachsen-Anhalt gerade einmal 77 Gründer, in Sachsen sind es 106. Das wirkt sich auch auf die Firmendichte im Land aus, es ist die geringste aller deutschen Flächenländer. BB und MBG als Fördereinrichtungen wollen und können zur Verbesserung der Situation beitragen. Im Jahresschnitt begleiten sie 35 Gründungen und noch einmal so viele Nachfolgen, hinter denen oft auch Menschen stehen, die mit der Betriebsübernahme die Chance zur Selbstständigkeit wahrnehmen.

Auf der digitalen Gründerplattform von Bundeswirtschaftsministerium und KfW sind BB und MBG als regionale Akteure vertreten. Vor Ort sponsern die Schwesterinstitute neue Formate und Veranstaltungen, die Gründer informieren, motivieren und mit Geldgebern zusammenführen. BB und MBG sind Netzwerkpartner und werden bei den Veranstaltungen auch selbst aktiv.

Am 12. Juni wird die MBG bei der Startup Safari in Halle mit einer eigenen Session dabei sein. Dieser „Tag der offenen Tür“ bringt Startups mit Geldgebern und Fördereinrichtungen zusammen. Gründer treffen andere Gründer in ihrer Region und tauschen Erfahrungen aus, Finanzinstitute lernen künftige „Hidden Champions“ kennen. Im Mittelpunkt steht die Finanzierung im E-Business, bei der klassische Finanzierungsquellen oft nicht besonders umfangreich verfügbar sind, weil online basierte Geschäftsideen und „Technik-Sachwerte“ wie eine Software keine belastbaren Kreditsicherheiten darstellen. Für Finanzierungspartner ergibt sich ein schwer bewertbares Risikoprofil. Für ihre Session hat sich die MBG den Onlinehändler Baby Sweets GmbH eingeladen. Die Jungunternehmer haben bei ihrer Existenzgründung Beteiligungskapital genutzt und werden aus ihrer Erfahrung Tipps zur Einwerbung finanzieller Mittel geben.


Sponsoring von GründerBarCamps


Wie im vergangenen Jahr beteiligt sich die BB auch 2019 an drei GründerBarCamps in Sachsen-Anhalt. Das erste – für Magdeburg – fand bereits am 11. April in Barleben statt, am 15. Oktober und 14. November folgen wieder Halle und Stendal. Diese Veranstaltungsreihe für Startups, Gründungsinteressierte und Netzwerker beschäftigt sich in Sessions mit praktischen Themen rund um die Gründung, wobei sich die künftigen Unternehmer mit Experten und möglichen Geldgebern „auf Augenhöhe“ begegnen und austauschen.

www.gruenderbarcamp-sachsen-anhalt.de



Startgeld für süße Babykleidung


Diplom-Betriebswirt Tino Hartmann und Mechatroniker Tom Wachsmann, zwei Hallenser aus der Generation Digital Natives, betreiben seit 2016 einen Online-Shop für Babykleidung. Die Kunden hatten sie schon vorher auf ihrer Facebook-Seite eingefangen, auf der sie Mode und Themen rund ums Baby präsentierten. Wachsmann: „Wir hatten zuerst die Marketingidee und haben dann das Produkt und das Unternehmen darauf gesetzt“.

Als Startgeld für den Aufbau ihrer Online-Plattform bekamen die beiden Gründer Beteiligungskapital aus dem Mikromezzaninfonds-Deutschland. Sie erinnern sich noch an ihr Vorstellungsgespräch bei der MBG: „Wir haben das erste Mal gepitcht  und waren ein bisschen nervös. Aber wir fühlten uns sehr gut aufgenommen“, sagt Hartmann. Sein Mitgeschäftsführer ergänzt: „Das Antragsverfahren lief sehr unkompliziert ab.“

Ihr ursprüngliches Geschäftsmodell, als ein Internet-Marktplatz mit Händlern zu kooperieren, haben sie schon nach kurzer Zeit durch einen eigenen Online-Shop abgelöst – direkter Absatz und damit bessere Margen. Nach einem sehr erfolgreichen ersten Geschäftsjahr weit über der ursprünglichen Planung benötigte „Baby Sweets“ für das weitere Wachstum frisches Kapital. Das stellte die MBG mit einer stillen Beteiligung bereit. Damit pushten die Jungunternehmer vor allem ihr Marketing: Im Netz muss man sichtbar sein. Interessant wurden sie jetzt auch für andere Kapitalgeber, wie der inzwischen erfolgte Einstieg privater Investoren zeigt.



BB TIPP

Zeit gewinnen
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Im Verlauf eines Insolvenzverfahrens müssen alle Beteiligten über den aktuellen Sachstand auf dem Laufenden bleiben. Der Aufwand für die federführende Hausbank lässt sich verringern.

Bereits seit dem Jahr 2013 werden die Verwalterberichte und weitere relevante Informationen von vielen Insolvenzverwaltern online in das Gläubigerinformationssystem (GIS) gestellt und können dort eingesehen werden. Der Zugang auf der Internetseite des Gläubigerinformationssystems erfolgt über eine PIN, welche die Hausbanken direkt vom Insolvenzverwalter erhalten.

Zur Entlastung der Hausbank sind die Mitarbeiter der BB gern bereit, die sie betreffenden Informationen zum Insolvenzverfahren selbst von der Plattform abzurufen. Damit entfällt der Aufwand der Hausbank für das umfangreiche Kopieren und Übersenden zum Beispiel der Verwalterberichte. Bei Einverständnis zu dieser Verfahrensweise bitten wir die Finanzierungspartner, uns die Zugangsdaten (PIN) zum jeweiligen Insolvenzverfahren mitzuteilen. Dadurch kann die BB auch die Rückbürgen direkt mit einbeziehen.

Entscheidungen des Insolvenzgerichts werden unter www.insolvenzbekanntmachungen.de veröffentlicht.

Um den Aufwand für die Hausbanken noch weiter zu reduzieren, haben wir außerdem unsere Formulare zu Ausfallabrechnungen weiter verschlankt und klarer strukturiert. Diese können Sie hier abrufen.

 

 

 

 

 

Dienstag, 22 Januar 2019

Infobrief 1/2019

Geschäftsjahr 2018: Starkes Beteiligungsgeschäft

Jahreswechsel
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Mit 27 begleiteten Firmenübernahmen im Jahr 2018 blieb die Unternehmensnachfolge erneut ein Kerngeschäft von BB und MBG. Bei der traditionellen gemeinsamen Weihnachtssitzung der Gremienvertreter am 12. Dezember zog die Geschäftsführung eine erste Bilanz und gab einen Ausblick auf die Herausforderungen des neuen Jahres.

Bei der MBG steht Ende 2018 ein dickes Plus vor dem genehmigten Beteiligungsvolumen: mit rd. 8,4 Mio. Euro (2017: 4,4 Mio.) hat es sich trotz geringerer Anzahl neuer Beteiligungen fast verdoppelt, womit das angepeilte Jahresziel sogar überschritten wurde. „Die Vorteile von Beteiligungskapital als alternative Finanzierungsform werden von vielen Unternehmen auch in einer Niedrigzinsphase geschätzt“, sagte Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab. Die Industrie hält 50 Prozent des Bestandes und brachte 35 Prozent des Neugenehmigungsvolumens.

Das Neugeschäft der BB lag mit rund 45 Mio. Euro verbürgtem Kredit- bzw. garantiertem Beteiligungsbetrag knapp unter Vorjahresniveau. Größtes Kundensegment blieb auch unter den sehr guten Konjunkturbedingungen das Handwerk, sagte Geschäftsführer Heiko Paelecke. Mehr als jede fünfte Bürgschaftszusage entfiel auf Handwerksbetriebe. Der Dienstleistungssektor folgt mit fast der gleichen Zahl unterstützter Unternehmen. Im Volumen betrug der Anteil des Dienstleistungssektors am Neugeschäft ebenso fast 20 Prozent.
Insgesamt ging die Nachfrage, bezogen auf die Stückzahl, aufgrund der Niedrigstzinsen und der gelockerten Kreditvergabepraxis zurück.

BB und MBG werden in 2019 ihre verstärkten Akquisitionsbemühungen bei den Finanzierungspartnern, Unternehmern und Netzwerkpartnern fortsetzen. Plattformen wie das Investforum, MBG-Stammtische, Bankenfrühstücke, Kammer-Veranstaltungen, Gründerbarcamps, die Sartup Safari in Halle sowie Erfahrungsaustausche mit Agrarfinanzberatern werden für den Ausbau der Kontakte genutzt. 


Digital vorankommen

BB und MBG wollen die Bearbeitungsprozesse im Haus und in der Zusammenarbeit mit den Finanzierungspartnern vereinfachen, weiter straffen und damit auch Finanzierungskosten senken. Dazu werden immer intensiver die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation genutzt. Mittlerweile kommen 70 Prozent aller Anträge der Partnerbanken auf elektronischem Weg. Das ist ein Spitzenwert unter allen Bürgschaftsbanken im VDB. Sollten Sie unseren elektronischen Antragsweg, E-Antrag, noch nicht genutzt haben, probieren Sie es aus!

Commerzbanken, Genossenschaftsbanken und Sparkassen verfügen zudem bereits über die Möglichkeit der elektronischen Antragstellung aus ihrem bankeigenen System heraus. Sollten Sie hierzu weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich gern an Herrn Goldschmidt unter Tel. 0391/73752-20. 



 "Ich glaube an den Ort Kino"


Puschkino
v. l. n. r. Firmenkundenbetreuer Dennis Rauhut,
Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt;
Kreditberaterin Annico Krause, Volksbank Halle (Saale);
Kinobetreiber Torsten Raab und
Bereichsleiter Firmenkunden Torsten Häßler,
Volksbank Halle (Saale)

© Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt

Seit der Einführung der Express-Bürgschaft „BB EXPRESS“ Anfang 2015 hat die BB mehr als 100 Unternehmen mit diesem Programm zu Sicherheiten verholfen und damit ein Kreditvolumen von fast 13 Mio. Euro auf den Weg gebracht. Mit dem einhundertsten BB EXPRESS erhielt im November ein Kinobetreiber „grünes Licht“ für seine Ausbaupläne.

Das Wort „Kinosterben“ macht immer wieder die Runde. Die Zahl der deutschen Kinos hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verringert. Doch Torsten Raab, Inhaber und Betreiber des „Puschkino“ in Halle, ist gerade auf der Gegenspur unterwegs: Er will sein Filmtheater um einen zweiten Kinosaal erweitern. „Es gibt ein so großes Filmangebot, dass viel Sehenswertes aus dem Programm rausfallen muss“, begründet Raab die Erweiterungspläne. Er möchte zum Beispiel mehr Dokumentarfilme zeigen, auch mehr Originaltonfilme. Jedes Genre habe sein Publikum, und dem möchte er gern eine Leinwand bieten.

Der zweite Kinoraum soll 60 Plätze haben, doppelt so viele sind es im bisher einzigen Saal des „Puschkino“. Dieses hat sein Domizil im „Puschkinhaus“, das Torsten Raab, Jahrgang 1967, noch als „Haus der DSF“ (Deutsch-Sowjetischen Freundschaft) kennenlernte. Errichtet wurde das Gebäude schon 1887 für eine Freimaurerloge. Die bröckelnde Fassade zeigt Sanierungsbedarf, aber gleich hinter der Eingangstür erahnt man noch den früheren repräsentativen Charakter des Gebäudes. In Hochparterre rechts hat sich vor 14 Jahren das „Puschkino“ eingemietet. Der Raum auf der linken Seite, der künftige zweite Kinosaal, stand über Jahrzehnte leer und muss komplett um- und ausgebaut werden. Diese Investition hätte Raab aus eigenen betrieblichen Mitteln nur längerfristig finanzierbaren können. Um das Vorhaben zu beschleunigen, entschied er sich für einen Kredit. 

Für einige Banken sei ein Kinobetrieb zu „exotisch“, erzählt Raab lächelnd. Die Volksbank Halle (Saale) konnte er jedoch von seinem Vorhaben schnell überzeugen. Sie hat den Kredit über die BB Sachsen-Anhalt verbürgen lassen. Die Bürgschaftsbank trägt 70 Prozent des Kreditausfallrisikos – und dank der gewählten Express-Bürgschaft lag die Zusage innerhalb weniger Tage vor. Möglich ist das aufgrund des schlanken elektronischen Antragsverfahrens des BB EXPRESS. „Mir war daran gelegen, dass es so schnell wie möglich geht“, sagt Torsten Raab: „Und ich freue mich, wie es gelaufen ist.“

Der gelernte Fahrzeugschlosser hatte nach einigen Jahren auf dem Führerstand einer Lok neue berufliche Gleise befahren wollen. Aufs Kino sei er nach 1990 eher zufällig gekommen, nachdem ein Freund eine ausgediente Landfilm-Anlage angeschleppt hatte. Die erwachte Begeisterung mündete zunächst in einem nicht kommerziellen Clubkino, später arbeitete Raab als Filmvorführer. Im Jahr 2000 ist er dann „richtig in das Gewerbe eingestiegen.“ Nach einem Existenzgründerlehrgang eröffnete er mit einem Geschäftspartner das Lux-Kino am Zoo Halle. Das bekam später einen zweiten Saal im Puschkinhaus. Seit fünf Jahren betreibt Raab das „Puschkino“ als selbständiges Kino in eigener Regie.

In Halle gibt es drei Programmkinos wie das „Puschkino“. Ihren besonderen Charakter beschreibt Raab so: „Nur ein Saal, solide Anmutung, gelassene Atmosphäre und eher unkommerziell“. Deutschlandweit gibt es rund 300 solche unabhängigen, ambitionierten Filmkunsttheater. In ihnen laufen künstlerisch gute,  selten gezeigte und eben keine Großkinos füllenden Blockbuster. Anfänglich habe er mit einem „ganz jungen studentischen Publikum“ gerechnet, sagt Raab. Doch es kommen viel mehr Leute „ab 40 Jahren“, welche den kleinen Kinosaal ohne Popcornmaschine bevorzugen. Immer montags läuft ein Film in Originalsprache mit deutschen Untertiteln. Mittwochs kommen vor allem junge Eltern ins „KinderwagenKino“, die mit ihrem Nachwuchs entspannt einen aktuellen Film sehen wollen, ohne dass sich jemand am Babygeplärr stört. Ganz besonders beliebt sind die Kinoabende mit einem Gesprächsgast aus der Filmzunft, auch mal mit einem Regisseur oder Hauptdarsteller.

Torsten Raab ist überzeugt, dass das Kino der Zukunft vor allem als ein Ort für Veranstaltungen und Begegnungen interessant bleiben wird, wo ein aufgeschlossenes Filmpublikum auf Gesprächsangebote trifft. „Ich glaube an den Ort Kino“, sagt er. Und diese Überzeugung hat er auch seinen Finanzierungpartnern vermitteln können. Im März 2019 soll der erste Film im neuen zweiten Kinosaal laufen.

Schlank und schnell

Aufgrund des schlanken elektronischen Bearbeitungsverfahrens ist die Kreditzusage für eine Express-Bürgschaft innerhalb von drei Bankarbeitstagen möglich. Als richtige Reaktion auf die Nachfrage nach einem erweiterten Kreditrahmen hat sich die seit 2017 von 150.000 auf 250.000 Euro heraufgesetzte Kreditobergrenze bestätigt: im vergangenen Jahr nutzten 60 % der BB EXPRESS-Antragsteller diesen höheren Spielraum. Insgesamt kam die „Express“-Nachfrage mit 44 Prozent maßgeblich aus dem Handwerk.

Die schnelle Lösung für den Kredit

Kreditberaterin Annico Krause von der Volksbank Halle (Saale) nutzt für die Finanzierung ihrer Firmenkunden gern die Express-Bürgschaft der BB. Auch dem Kinobetreiber Torsten Raab konnte sie damit schnell beim Investieren helfen.

Frau Krause, ausgerechnet ein Kino – Hat ein Kreditgeber in Zeiten von Streaming-Diensten keine Sorge vor dem Finanzierungsrisiko?

Annico Krause: Natürlich schaue ich bei der Kreditvergabe aus betriebswirtschaftlicher Sicht auf das Engagement. Genauso wichtig finde ich aber auch die Persönlichkeit des Kunden. Ich habe Herrn Raab als einen sehr soliden, bodenständigen und gründlichen Unternehmer kennengelernt. Er hat mit seinen Umsätzen und Erträgen in den vergangenen Jahren, aber auch mit seiner langjährigen Erfahrung überzeugt. Als Bank müssen wir darauf sehen, wie wir unser Risiko begrenzen. Dafür ist die Bürgschaftsbank ein sehr guter Partner.

Warum haben Sie die Express-Bürgschaft BB EXPRESS für diese Finanzierung genutzt?

Krause: Weil sie wie der Name ist: Die schnelle Lösung. Unkompliziert und mit einem kurzen elektronischen Bearbeitungsvorgang. Ich kann dem Unternehmer, sofern alle Unterlagen von ihm vorliegen, innerhalb von drei Bankarbeitstagen die Zusage für die Bürgschaft geben und damit die Kreditbearbeitung im eigenen Haus beschleunigen.

Welchen Kunden empfehlen Sie generell BB EXPRESS?

Krause: Das geht querbeet, branchenübergreifend. Die Kunden sind sehr preisbewusst, aber sie müssen für eine Finanzierung auch eine gewisse Bonität, ein nachhaltiges Konzept und anteilig Sicherheiten mitbringen. Da ist die 70-prozentige Sicherheit per Express-Bürgschaft sehr charmant: Mit dieser sehr guten Risikoverteilung können wir als Bank auch alternative Projekte begleiten. 



Der Regenschirm hat nicht abgedankt

Konjunktur
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Selbst im unendlich langen trockenen Sommer des Jahres 2018 ist niemand auf die Idee gekommen, alle Regenschirme zu entsorgen. Das sollte auch für den Risikoschutz gegen Kreditausfall gelten.

Der im Jahr 2019 erwartete Konjunkturabschwung könnte Sachsen-Anhalt besonders hart treffen. Insolvenzverwalter Lucas Flöther nimmt sogar das Wort „Pleitewelle“ in den Mund. Er sieht besonders die Automobilzulieferer und den Handel als gefährdet, die unter starkem Wettbewerbsdruck stehen. Der bisherige Rückenwind durch den Niedrigzins könnte manchem Unternehmen nun bei einer Zinswende unangenehm ins Gesicht wehen.

Auch Sachsen-Anhalts Tourismuswirtschaft erwartet Probleme infolge gestiegener Kosten und des Arbeitskräftemangels. Für die Exportwirtschaft im Land wiederum drohen Einbußen auf dem zweitgrößten Auslandsmarkt Großbritannien. Ein ungeordneter Brexit würde Unternehmen und Arbeitsplätze gefährden.

Bafin-Chef Felix Hufeld hatte bereits vor dem Jahresende vor einem möglichen Konjunktureinbruch gewarnt: „Eine konjunkturelle Schönwetterperiode, wie wir sie aktuell erleben, ist nicht der Normalfall. Das sollten die Banken auch bei der Kreditvergabe berücksichtigen“, sagte er dem „Handelsblatt“. Eine „laxe Kreditvergabe“ bei teilweise gelockerten Vergabestandards, so Hufeld, könnte den Banken Probleme bereiten, wenn nach einem Abschwung Unternehmen in Zahlungsschwierigkeiten kommen. 

Gegen ein Krisenszenario – wie stark es auch ausfallen möge – ist eine Risikoteilung in Form von Bürgschaften die wirksamste Vorsorge. Die BB nimmt den Hausbanken bis zu 80 Prozent des Finanzierungsrisikos ab. Das gilt für neue Engagements wie auch für Unternehmen im Bestand, wenn diese weitere Finanzierungen benötigen oder betriebsgerecht umfinanzieren möchten. „Die Bürgschaftsurkunde gilt für ihre gesamte Laufzeit, in guten wie in schlechten konjunkturellen Zeiten. Sie sollte deshalb auch in scheinbar sicheren Zeiten grundsätzlich nicht vorfristig zurückgegeben werden“, sagt BB-Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab.


Drittgutachten: Neues Gutachten bestätigt Werthaltigkeit von Bürgschaften der BBs

Bereits in unserem letzten Infobrief (3/2018) informierten wir darüber, dass bei einem von der BB abgesicherten Unternehmenskredit Banken und Sparkassen für den staatlich rückverbürgten Bürgschaftsanteil kein Eigenkapital unterlegen müssen. Die Rechtmäßigkeit dieser Regelung der BaFin vom 15. August 2016 wurde in einem unabhängigen Drittgutachten bestätigt.

Das Gutachten der Stuttgarter Partnerschaft Ebener Stolz Mönning Bachem vom 8. Juni 2018 wurde mit Gutachten vom 13. Dezember 2018 hinsichtlich der aktuellen Rückbürgschaftserklärung 2018 angepasst und bestätigt weiterhin die grundsätzliche Anwendbarkeit der Kreditminderungstechnik für Bürgschaften der Bürgschaftsbanken und Rückbürgschaften entsprechend den Anforderungen der Kapitaladäquanzverordnung (CRR). Hinsichtlich der Risikogewichtung kommt die gutachterliche Stellungnahme auf der Seite 30 des Dokuments zu folgendem Ergebnis: 

1. Der unverbürgte Teil ist mit dem Risikogewicht des Kreditnehmers zu gewichten.
2. Der Teil, der durch Bürgschaften der Bürgschaftsbanken besichert ist, ohne rückverbürgt zu sein, wird                           gemäß Art. 121 Abs. 1 i. V. m. Art. 119 Abs. 5 CRR mit einem Risikogewicht von 20 % belegt.
3. Dem sowohl durch Bürgschaften der Bürgschaftsbanken als auch durch Rückbürgschaften der Rückbürgen besicherten Teil wird ein privilegiertes Risikogewicht von 0 % zugeordnet (vgl. Art. 114 Abs. 4 CRR).


In Ostdeutschland werden derzeit 70 Prozent des verbürgten Kreditanteils durch die staatliche Rückbürgschaften abgesichert. Für das verbleibende Eigenrisiko der BB müssen die Hausbanken 20 Prozent bzw. lediglich 6 Prozent Eigenkapital bezogen auf das Bürgschaftsvolumen ansetzen. Sie werden somit deutlich von finanziellen Forderungen entlastet. 


pdfRechtsgutachten nach Art. 194 CRR     pdfgutachterliche Stellungnahme    



Unverpackt - nicht unvorbereitet

Frau Erna
© Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt

Der erste Eindruck, wenn man durch die Ladentür von „Frau Ernas“ tritt, kommt vom Duft. Er ist würzig, anregend und besteht aus einer Komposition von Dingen, die es hier zu kaufen gibt. Die meisten unverpackt. Das Motto steht an der Tür in der Magdeburger Arndstraße: „Ich will`s lose, ich kaufe hier ein.“

Seit September 2017 ist das bei „Frau Erna“ möglich, die eigentlich Sarah Werner heißt. In Regalen stehen große Glasbehälter mit Sojabohnen, Linsen, Trockenfrüchten, Müsli, Schokolade und, und…. Daraus schaufeln die Kunden in ihre selbst mitgebrachten Behälter so viel um, wie sie gerade brauchen und mögen. Natürlich sind auch Obst und Gemüse unverpackt, die Milch gibt es in Pfandflaschen. Aus den Wasserhähnen an einer Wand lassen sich Waschmittel abfüllen, das Shampoo gibt es als Würfel statt flüssig und Zahnpasta als lose Tabletten. Vieles ist „bio“, wenn möglich kommt die Ware aus der Region, aber das ist keine Bedingung.

„Es läuft gut, wir sind total zufrieden“, bestätigt die Ladeninhaberin. Die eher vorsichtig angesetzten Umsatzzahlen wurden schon übertroffen. Zur Stammkundschaft gehören vor allem viele junge Familien, deren Kinder sich über die Schaukel mitten im Laden freuen, und Studenten. Auch eine Cafe-Ecke mit Bistro-Ecke gibt es im „losen LebensMittelpunkt“.

Sozialpädagogin Werner, die aus Dessau stammt, hatte schon während ihres Masterstudiums an der Magdeburger Uni Existenzgründerseminare besucht. Eine 40-Stunden-Bürowoche sei für sie nie eine Option gewesen. Dann lernte sie die ersten verpackungsfreien Läden in Deutschland kennen, machte sich bei einem Gründerlehrgang zusammen mit anderen Quereinsteigern mit dieser Geschäftsidee vertraut und war am Ende überzeugt: „Das ist etwas für mich.“

Sie sei „ganz naiv“ herangegangen, aber nicht unvorbereitet, habe wichtige Dinge vorab geklärt und sich bei anderen „abgeguckt“. Weil sie zur Kommunikation ihres Vorhabens neben vielen persönlichen Kontakten auch die sozialen Medien nutzte, fand sie schnell breite Unterstützung. Ihren Ladenbauer Frithjof zum Beispiel sowie kompetente Partner für den Businessplan. Über ein Crowdfunding sammelte Sarah Werner in kurzer Zeit 20.000 Euro Startgeld ein. Damit hatte sie auch schon vor der Ladeneröffnung einen Kundenstamm.

Obwohl das erfolgreiche Crowdfunding ihre Geschäftsidee bestätigte, habe sie bei der anschließenden Kreditsuche „viel Zurückhaltung“ erlebt, sagt die 31-Jährige. Erst die Deutsche Bank war von ihrer Idee überzeugt. Den Kredit sichert die Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt (BB), deren Leitspruch „Eine gute Idee sollte nicht an fehlenden Kreditsicherheiten scheitern“ gerade für junge Gründer wie Sarah Werner wichtig ist, die nicht über ausreichend bankübliche Sicherheiten verfügen.

Im deutschsprachigen Raum, also auch in Österreich und der Schweiz, soll es mittlerweile etwa 80 Unverpacktläden geben. Der Trend zur Vermeidung von Plastikmüll setzt sich auch bei immer mehr Herstellern durch. So kommt das Müsli im 25-Kilo-Sack statt in 500-Gramm-Plastiktüten. „Einer unserer Großhändler stellt sein Angebot bereits auf Mehrwegbehälter um“, freut sich die Jungunternehmerin. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda ist ihr Laden schnell auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden. So konnte sie bereits ein halbes Jahr nach Eröffnung einen Mitarbeiter einstellen. Dafür verzichtet die Chefin allerdings noch auf ein „vernünftiges Gehalt“ für sich selbst.

Warum Sachsen-Anhalt an letzter Stelle bei Existenzgründern steht? „Da ist ganz viel Unsicherheit“, vermutet Sarah Werner. „Es fehlt an Mut und Risikobereitschaft und an der Einsicht, dass Scheitern auch zu diesem Prozess gehören kann.“ Sie selbst gehe „grundsätzlich erst einmal vom Positiven aus.“

Im Herbst 2018 wurde Sarah Werner mit einem Sonderpreis des Wirtschaftsministeriums Sachsen-Anhalt zur „Gründerin des Jahres“ ausgezeichnet. Bleibt noch die Frage nach dem Ladennamen. Warum Frau Erna? So klingt „Frau Werner“ aus ungeübtem Kindermund.

 

 

 

Dienstag, 04 September 2018

Infobrief 3/2018

Dürreschäden: Mit Kreditmitteln trotz Trockenheit wieder flüssig werden

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© Gina Sanders / Fotolia.com



























Die Dürreschäden für die Landwirtschaft in Sachsen-Anhalt betragen nach einer ersten Schätzung des Agrarministeriums vom August etwa 237 Millionen Euro. In der Folge ist auch der Bestand „flüssiger Mittel“ in vielen Agrarbetrieben ausgetrocknet. Die BB hat bereits im August einen ersten Liquiditätskredit mit einer Agrar-Bürgschaft abgesichert.

Laut Agrarministerium rechnen Sachsen-Anhalts Bauern im Bereich Futterbau und Grünland mit rund 50 Prozent Einbußen. Im Ackerbau sollen es im Durchschnitt 35 Prozent sein. In Betrieben mit Rinder-, Milchvieh-, Schaf- und Ziegenhaltung sei zum Teil die Grundfutterversorgung weggebrochen, und die Futterpreise ziehen an. Damit die Unternehmen in den kommenden Monaten ihre Zahlungsverpflichtungen erfüllen können, wird eine steigende Nachfrage nach Liquiditätsdarlehen erwartet. Ein solcher kam zum Beispiel von einem mittelständischen Agrarbetrieb im Landkreis Wittenberg.

Der Agrarbetrieb im Landkreis Wittenberg betreibt sowohl Mastviehzucht als auch Ackerbau. Das diesjährige Umsatzdefizit aufgrund dürrebedingter Anbauverluste sowie mangelnder Erntequalität beträgt 200.000 Euro. Das Unternehmen braucht frisches Geld, um zum Beispiel Futter für seine Tiere kaufen zu können. Dazu hat es von der Hausbank ein Liquiditätsdarlehen über 150.000 Euro erhalten. Die Agrar-Bürgschaft der BB besichert das Ausfallrisiko zu 70 Prozent, das heißt mit einer Bürgschaft über 105.000 Euro.

Mit einer Bürgschaft aus dem gemeinsamen Programm BB AGRAR von Landwirtschaftlicher Rentenbank und den deutschen Bürgschaftsbanken übernimmt die BB das Ausfallrisiko von Betriebsmittel- oder Investitionsdarlehen mittelständischer Agrarbetriebe zu 50 oder 70 Prozent des Kreditvolumens. Die Bürgschaftsobergrenze beträgt 750.000 Euro, der Kredithöchstbetrag 1,5 Mio. Euro. Bei einem Kreditbedarf bis maximal 300.000 Euro können die Hausbanken auch BB AGRAR EXPRESS nutzen. Die BB entscheidet in diesem Programm innerhalb von drei Bankarbeitstagen und übernimmt bei Genehmigung 50 Prozent des Ausfallrisikos.

Die Landwirtschaftliche Rentenbank hat aufgrund der Dürreschäden das zusätzliche Programm „Liquiditätssicherung“ aufgelegt. Agrarbetriebe können bei Nachweis eines Ergebnisrückgangs von mindestens 30 Prozent besonders günstige Förderdarlehen über ihre Hausbank in Anspruch nehmen, die von der Rentenbank refinanziert werden. Die BB unterstützt dabei mithilfe ihrer Agrar-Bürgschaft.

Diese Finanzierung wird durch die vom COSME bereitgestellte Rückbürgschaft und den im Zusammenhang mit dem Investitionsplan für Europa begründeten Europäischen Fonds für strategische Investitionen („EFSI“) ermöglicht. Der Zweck des EFSI ist die Unterstützung bei der Finanzierung und Umsetzung produktiver Investitionen in der Europäischen Union und die Sicherstellung eines besseren Zugangs zu Finanzierungen.


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Kreditvorsorge: "In guten wie in schlechten Zeiten"

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Die BaFin geht davon aus, dass in den kommenden Jahren eine steigende Zahl von Banken in Schieflage geraten könnte, wenn bei schwächelnder Konjunktur mehr Kredite ausfallen und gleichzeitig bei nochmals sinkenden Zinsen die erwarteten Erträge ausbleiben, berichtete die Wirtschaftswoche. Gegen Kreditausfälle können Banken eine gute Vorsorge treffen.

„BB und MBG nehmen ihren Partnern Finanzierungsrisiken ab. Das gilt in guten wie in schlechten Zeiten“, sagt Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab und empfiehlt: „Wer seine Unternehmensfinanzierungen jetzt bei guter Konjunktur mit unseren Bürgschaften und Garantien absichert, trägt bei einem möglichen späteren Ausfall durch eine schwächelnde Konjunktur nur einen Teil der Last.“

Die BB verbürgt bis zu 80 Prozent des Finanzierungsrisikos und stellt mit ihren Bürgschaften vollwertige Kreditsicherheiten bereit. Ihre Garantien sichern die stillen Beteiligungen der MBG zusätzlich ab. Bei einem Zahlungsausfall übernehmen zudem Bund und Land als staatliche Rückbürgen einen Teil der Forderungen.

Mit dieser Absicherung wird das zu unterlegende Eigenkapital der Kreditgeber auf ein Minimum beschränkt. Zugleich erweitern Bürgschaften, Beteiligungsgarantien und Beteiligungen den Spielraum für neue betriebsgerechte Finanzierungen. BB und MBG entlasten ihre Finanzierungspartner auch von einem Teil des Bearbeitungsaufwandes.

Um für ein Worst-Case-Szenario gerüstet zu sein, will die BaFin angeschlagene Banken unter intensive Betreuung stellen. Die Geldhäuser müssten dann „auch unpopuläre Maßnahmen wirklich umsetzen“, sagte Exekutivdirektor Raimund Röseler gegenüber der „Wirtschaftswoche“. Dazu gehöre eine Erhöhung der Risikovorsorge für notleidende Kredite. Schwab: „Die Sicherheiten der BB sind die beste Vorsorge.“

Lesen Sie dazu auch den nachfolgenden Artikel!




Drittgutachten: Nullgewichtung ist nochmals bestätigt

Bei einem von der BB abgesicherten Unternehmenskredit brauchen Banken und Sparkassen für den staatlich rückverbürgten Bürgschaftsanteil kein Eigenkapital zu unterlegen. Die Rechtmäßigkeit dieser Regelung der BaFin vom 15. August 2016 ist jetzt durch ein unabhängiges Drittgutachten bestätigt worden. Das gibt Hausbanken bei der Berechnung der Eigenkapitalunterlegung für ihre verbürgten Darlehen endgültige Rechtssicherheit.

Das Gutachten der Stuttgarter Partnerschaft Ebener Stolz Mönning Bachem vom 8. Juni 2018 bestätigt die grundsätzliche Anwendbarkeit der Kreditminderungstechnik für Bürgschaften der Bürgschaftsbanken und Rückbürgschaften entsprechend den Anforderungen der Kapitaladäquanzverordnung (CRR). Hinsichtlich der Risikogewichtung kommt die gutachterliche Stellungnahme (Seite 27 des Dokuments) zum Ergebnis, dass dem durch die Rückbürgschaften der Rückbürgen besicherten Teil ein privilegiertes Risikogewicht von 0 % zugeordnet wird (vgl. Art. 114 Abs. 4 CRR).

In Ostdeutschland werden derzeit 70 Prozent des verbürgten Kreditanteils durch die staatliche Rückbürgschaften abgesichert. Für das verbleibende Eigenrisiko der BB müssen die Hausbanken 20 Prozent bzw. lediglich 6 Prozent Eigenkapital bezogen auf das Bürgschaftsvolumen ansetzen. Sie werden somit deutlich von finanziellen Forderungen entlastet.

pdfRechtsgutachten nach Art. 194 CRR     pdfgutachterliche Stellungnahme 




Bürgschafts-EXPRESS kommt gut an

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© Sunny studio / Fotolia.com




„BB EXPRESS“ hat weiter Fahrt aufgenommen. Uns ist wichtig, dass möglichst alle Hausbanken bei passenden Finanzierungsfällen mit in das EXPRESS-Mobil unserer Bürgschaftsprodukte einsteigen. Deshalb haben wir bei Hausbanken gefragt: Wie fahren Sie auf unseren „EXPRESS“ ab? Wie kommt er bei Ihren Kunden an?

Sven Wauschkuhn, Deutsche Bank AG:

„Schnell, unbürokratisch und unkompliziert charakterisiert die Express-Bürgschaft treffend. Die Zusage mit Bürgschaftsurkunde war wirklich wie beworben – ohne nochmalige Rückfragen – innerhalb von 3 Tagen da. Ich hoffe schnell wieder einen Kunden zu haben, auf den das Produkt passt.“

Katharina Rutz, Stadtsparkasse Magdeburg:

„BB EXPRESS gibt uns einen sehr verlässlichen Handlungsrahmen für schnellste Entscheidungen. Da auch Nachfolgeregelungen im BB EXPRESS-Programm möglich sind, profitierte mein Kunde damit auch als Existenzgründer von den Vorteilen des Programmes und erhielt eine schnelle Zusage."

Matthias Biggen, Volksbank eG Wolfenbüttel:

„Der "EXPRESS" hat uns mit Volldampf und ohne umsteigen, schnell und pünktlich ans Ziel geführt. Der Kunde war am Ende glücklich, dass wir so schnell liefern konnten.“




Staffelstabübergabe

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© psdesign1 / Fotolia.com

Die Aufsichtsgremien von BB und MBG haben bei ihren Gesellschafterversammlungen am 20. Juni ihre Spitzen neu gewählt.

Den Vorsitz im Verwaltungsrat der Bürgschaftsbank übernahm das bisherige langjährige Verwaltungsratsmitglied Ira Bartels, Abteilungsdirektorin der DZ Bank AG Berlin. Stellvertreter bleibt weiterhin Peter Ahlgrim, Vorstandsvorsitzender der Öffentlichen Feuerversicherung Sachsen-Anhalt.

Neuer Vorsitzender des Aufsichtsrats der MBG ist der bisherige Stellvertreter Wolfgang März, Hauptgeschäftsführer der IHK Magdeburg. Zu seiner neuen Stellvertreterin wurde Bankdirektorin Berit Zimmermann von der Nord/LB gewählt.

Der Wechsel im Verwaltungsrat und Aufsichtsrat war nach dem Ausscheiden der bisherigen Vorsitzenden erforderlich. Der langjährige Vorsitzende des Verwaltungsrates und Vorstandsvorsitzende der Volksbank Magdeburg, Helmut H. Seibert, wurde in den Ruhestand verabschiedet. Marc Melzer gab wegen seines Wechsels von der Deutschen Bank zur Investitionsbank Sachsen-Anhalt seinen Vorsitz im MBG-Aufsichtsrat auf.

Die Geschäftsführungen von BB und MBG danken den ausgeschiedenen Gremienvorsitzenden für ihre langjährige engagierte Mitarbeit.



Ira Bartels 2018  Wolfgang März
Ira Bartels, © FOTOSTUDIO PROKOPY
POTSDAM - Babelsberg                                                            
 Wolfgang März, © Dirk Mahler 



                                    


















Camping: Bürgschaftsnehmer ist TV-Schauplatz

Logo Bergwitzsee Resort

„Verrückt nach Camping“, so heißt eine neue TV-Serie, die ab 24. September wochentags im Nachmittagsprogramm der ARD läuft. Gedreht wurde auch in Sachsen-Anhalt – die Campinganlage Bergwitzsee Resort in der Dübener Heide ist einer der bundesweit vier Schauplätze.

 „Wir haben das große Los gezogen. Es fühlt sich an wie ein Hauptgewinn“, sagt Marek Staginnus, seit 2013 Eigentümer und Geschäftsführer des Bergwitzsee Resorts. In Deutschland gibt es immerhin 2.800 Campingplätze. Das Frankfurter Filmteam Timeline Film & TV hatte deutschlandweit im Internet recherchiert und in jeder Himmelsrichtung einen Campingplatz ausgewählt. Für das Freilufthotel am Bergwitzsee habe ein Foto auf der Website den Ausschlag gegeben, verriet Regieleiter Guido Holz. Das Panoramafoto zeigt die Anlage mit dem See und vier schwimmenden Ferienhäusern, der besonderen Attraktion des Resorts.

Die Investition in die schwimmenden Häuser wurde von der BB mit einer Kreditbürgschaft für die Hausbank begleitet. Als wegen technischer Schwierigkeiten und Verzögerungen bei der Projektrealisierung eine Nachfinanzierung notwendig wurde, sicherte die BB auch diese ab. Seit Sommer 2016 können die komfortabel ausgestatteten Ferienhäuser mit eigenem Bootssteg sowie Kamin gemietet werden. Sie sind laut Marek Staginnus seitdem in der Saison fast durchgängig ausgebucht.
   
Im Frühling und Sommer 2018 konnten die Dauercamper am Bergwitzsee wiederholt die Arbeit des Filmteams beobachten. Einige Camper, Mitarbeiter und Chef Staginnus standen auch selbst vor der Kamera und hatten Spaß dabei, wie sie versicherten. Für das Bergwitz Resort – den Campingplatz gab es bereits zu DDR-Zeiten – ist die ARD-Serie beste kostenlose Werbung, die das Refugium im östlichen Landeszipfel nun deutschlandweit bekannt macht.

Das Panoramafoto habe übrigens nicht getrogen, sagen die Filmemacher und loben die „sehr gepflegte Anlage“ und das klare Wasser des Bergwitzsees.

www.bergwitzsee.de


 Bergwitzsee Panorama
 Die schwimmenden Häuser auf dem Bergwitzsee, © Campingplatz Bergwitzsee

Bergwitzsee Bungalows    Bergwitzsee Löschwasser
 Der Campingplatz bietet Platz für Dauercamper und Tagesgäste im Bungalow, Caravan oder Zelt, © Michael Sachsenweger

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Dienstag, 19 Juni 2018

Infobrief 2/2018

Wachsende Nachfrage nach Finanzierungsmöglichkeiten bei Nachfolgen

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© Robert Kneschke / Fotolia.com





















Im Jahr 2017 haben die deutschen Bürgschaftsbanken erstmals mehr Unternehmensnachfolgen unterstützt als Gründungen neuer Unternehmen. Etwa jede vierte Bürgschaft sicherte den Fortbestand einer mittelständischen Firma. 

Auch in Sachsen-Anhalt ist die Nachfrage nach Finanzierungshilfen für Betriebsübergaben in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich gewachsen. Im Jahr 2017 haben BB und MBG 43 Firmenübernahmen mit Beteiligungen und den dafür erforderlichen Beteiligungsgarantien begleitet. Zum Vergleich: Im Jahr 2016 waren es 26 und im Jahr 2015 erst 18 Nachfolgen. Entsprechend wuchs auch der damit verbundene Kapitalumfang, er betrug 2017 rd. 17,3 Mio. Euro nach 10,8 Mio. Euro bzw. 8 Mio. Euro in den beiden Vorjahren.

Im laufenden Jahr erwarten BB und MBG eine weiter steigende Nachfrage. Unternehmensnachfolgen werden mit Sicherheit ein Schwerpunkt im Fördergeschäft bleiben. Denn bundesweit planen in fast jedem sechsten Mittelstandsbetrieb die Eigentümer aus Altersgründen eine Geschäftsübergabe bis Ende 2019.

In Sachsen-Anhalt sind laut KfW Research 14 Prozent der Inhaber eines KMU mindestens 55 Jahre alt. Allein im Kammerbezirk Magdeburg gibt es mehr als 5.000 Unternehmer in dieser Altersgruppe.

Solange die Nachfolge noch offen ist, wird sich ein Unternehmer mit weiteren Investitionen schwer tun. Ist sie dagegen geklärt, wird laut KfW Research wieder investiert – sogar bevor die Übergabe vollzogen ist. Am engagiertesten geschieht dies bei einer familieninternen Lösung.

Das bedeutet Geschäftspotential für BB und MBG. Beteiligungskapital der MBG unterstützt den Unternehmenskauf, wenn der neue Eigentümer zum Beispiel als junger Existenzgründer noch nicht über notwendige Kapitalrücklagen verfügt. Beteiligungen können zur Ablösung und Auszahlung eines ausscheidenden Gesellschafters oder auch zur Abfindung bei Erbauseinandersetzungen genutzt werden. Neben ihren stillen Beteiligungen bietet die MBG dafür jetzt auch in geeigneten Fällen offene Beteiligungen an, bei denen sie durch Übernahme von Gesellschafteranteilen zum Miteigentümer wird.

Die Beteiligungen der MBG und eventuelle zusätzlich Bürgschaften der BB für Investitionskredite der Hausbanken können auch Teil einer größeren Gesamtfinanzierung sein.

Die Unterstützung der Nachfolge dient dem Erhalt von Unternehmen, denen anderenfalls die Schließung droht. Schwab: „Wir helfen, dass Übernahmen nicht an der Finanzierung scheitern und die Unternehmen mit ihren Arbeitsplätzen fortbestehen, nachdem der Alteigentümer in Rente gegangen ist.“



Türöffner vergrößert Hebelkraft

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Mit einer Bürgschaft ohne Bank finden Unternehmer, die noch keine Hausbank haben, einfacher einen Finanzierungspartner. Die Kreditobergrenze für „BoB“ wird von bisher 200.000 auf 500.000 Euro erhöht.

Bürgschaften ohne Bank (BoB) haben sich seit Start dieses Angebots im Jahr 2001 für viele Gründer und kleine Unternehmen als Türöffner zu den Kreditinstituten vielfach bewährt. Das Angebot wird jetzt der Marktentwicklung angepasst und die Höchstgrenze ab 1. Juli 2018 von bisher 200.000 auf 500.000 Euro Kreditbetrag (400.000 Euro Bürgschaftsbetrag) erhöht.

Das wurde Anfang Juni in einer gemeinsamen strategischen Sitzung der Bankenvertreter im Bewilligungsausschuss der BB mit den Rückbürgenvertretern vom Land beschlossen.

Die Bankenvertreter bestätigen, dass die Erstprüfung durch die BB bei einem BoB-Antrag die Arbeit der Kreditgeber entlastet. Davon unberührt bleibt bei der Antragsprüfung das 4-Augen-Prinzip im Kredit gewährenden Institut gewährleistet. Die Anhebung der Bürgschaftsgrenze bei BoB bis zu einem Kreditvolumen von 500.000 Euro wird als Ausbau der Dienstleistungen der BB gewürdigt und befürwortet. 

In ihren strategischen Sitzungen diskutieren Vertreter der BB, der Banken, Sparkassen und Rückbürgen regelmäßig über aktuelle Entwicklungen in der hiesigen Wirtschaft sowie an den Finanzmärkten und über deren Einfluss auf die Geschäftstätigkeit der BB. Dabei geht es darum, mit der Weiterentwicklung der Bürgschaftsprogramme und mit zielgruppengerechten neuen Angeboten sowie modernen (digitalen) Verfahren die Wirksamkeit der Förderinstrumente zu stärken.



Wenn es besonders schnell gehen muss…

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© Sunny studio / Fotolia.com

Bei BB EXPRESS garantiert die BB die Zusage innerhalb von drei Bankarbeitstagen. Es kann aber auch noch „expresser“ gehen. ….

Aufträge warten nicht und müssen kurzfristig vorfinanziert werden. Oder die Investition in neue Technik ist gerade zu günstigen Konditionen machbar: Mit ihrer Express-Bürgschaft BB EXPRESS ermöglicht die BB bestehenden Unternehmen einen besonders schnellen Zugang zu Finanzierungen bei reduziertem Arbeitsaufwand für die Hausbanken. Über das elektronische Antragsverfahren können Kredite bis maximal 250.000 Euro innerhalb von drei Bankarbeitstagen verbürgt werden.

Es kann sogar noch schneller gehen: innerhalb von 24 Stunden. Ein Praxisbeispiel:

Der Bürgschaftsantrag (E-Antrag) von der Hausbank ging am Tag 1 um 9.59 Uhr per E-Antrag bei der BB ein und kam sofort auf den Tisch des zuständigen Firmenkundenbetreuers im Neugeschäft. Weil die Hausbank die Erfüllung aller Kriterien für die Express-Bürgschaft bereits bestätigt hat – aktueller Jahresabschluss, Nachweis von positivem Eigenkapital, Gewinnausweis, positive Schufa – konnte der bearbeitete Antrag bereits drei Stunden später an den Kollegen in der Marktfolge der BB weitergegeben werden. Nach dort erfolgter Prüfung im 4-Augen-Prinzip aktivierte der Mitarbeiter die elektronische Weiterleitung an Wirtschaftsministerium, Finanzministerium und zuständige Kammer als Genehmigungsinstanzen. Noch vor Ende des Arbeitstages lag die Zustimmung von beiden Ministerien im elektronischen Postfach, am Folgetag gleich zu Arbeitsbeginn auch von der Kammer. So konnte der BB-Betreuer Punkt 9 Uhr die Hausbank des Unternehmers über die Genehmigung der Express-Bürgschaft informieren – Tag 2, weniger als 24 Stunden später.

„Wenn ein Antrag am Arbeitstag rechtzeitig ins Haus kommt und es keine Rückfragen gibt, können wir ihn taggleich zur Genehmigung weiterleiten“, sagt Geschäftsführer Heiko Paelecke.

Für BB EXPRESS wird ein schlankes elektronisches Antragsverfahren genutzt, das die Bearbeitung vereinfacht und damit Aufwand, Zeit und Kosten für die Hausbanken beträchtlich reduziert. Die 70-prozentige Übernahme des Ausfallrisikos (sonst: 80 Prozent) macht die Express-Bürgschaft für den Unternehmer auch noch kostengünstiger.

Das Programm steht bestehenden kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Freiberuflern aller Branchen offen. Etwa jede zweite Express-Bürgschaft sichert eine Betriebsmittelfinanzierung ab, fast jede dritte wird für Betriebserweiterungen genutzt.



BB bereitet auf Feldtagen den Boden

Banner Feldtage
© Bürgschaftsbank Sachsen-Anhalt GmbH

Wer gut ernten will, muss fleißig säen… Deshalb nutzte die BB die diesjährigen DLG-Feldtage in Bernburg, um für neue Kundenkontakte den Boden zu bereiten.

Bei den Feldtagen der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft vom 12. bis 14. Juni präsentierten sich in Bernburg rund 400 Aussteller aus 20 Ländern mit einem breiten Informationsangebot rund um den Pflanzenbau. Die BB nutzte diese Kontaktmöglichkeit. Am Gemeinschaftsstand mit der Sparkassen-Finanzgruppe des Ostdeutschen Sparkassenverbands stellte sie ihre Finanzierungsmöglichkeiten für Landwirte über das bundesweite Programm Agrar-Bürgschaften vor. Auch im Rahmen eines „Bauernfrühstücks“ auf Einladung der Salzlandsparkasse mit rund 30 Gästen konnten BB-Vertreter Flagge zeigen.

Mit Agrar-Bürgschaften bis zu 750.000 Euro können Kredite der Landwirtschaftlichen Rentenbank für Investitionen und Betriebsmittel zu 50 oder 70 Prozent des Kreditvolumens besichert werden. Das Programm steht auch für Existenzgründungen und Nachfolgen offen.

In der Regel erfolgt die Zusage nach 10 Bankarbeitstagen. Bei einem Kreditbedarf bis maximal 300.000 Euro können Landwirte aber auch innerhalb von drei Tagen eine AgrarExpress-Bürgschaft mit einer 50-prozentigen Verbürgung erhalten. Die schnelle Zusage wird mit einem vereinfachten Antragsverfahren ermöglicht.

„AgrarExpress wurde im Verband Deutscher Bürgschaftsbanken in Kooperation mit der Landwirtschaftlichen Rentenbank entwickelt und erweitert seit dem Vorjahr das erfolgreich laufende Programm von Agrar-Bürgschaften. Wir haben damit auf die Nachfrage aus dem landwirtschaftlichen Unternehmerbereich nach einem einfachen, schnellen Produkt reagiert“, sagt BB-Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab. „Hausbanken, die bei der Rentenbank Förderkredite beantragen, können künftig gleichzeitig AgrarExpress-Bürgschaften beantragen.“

Unter www.agrar-buergschaft.de erhalten Sie ausführliche Informationen zum Programm.

Antragstellung
Die jeweilige Hausbank stellt den BB AGRAR EXPRESS Bürgschaftsantrag für Landwirte, landwirtschaftliche Gartenbauer, Forst- und Fischwirtschaftsbetriebe, Winzer, Unternehmen aus den Bereichen Ernährungswirtschaft, ländliche Entwicklung und erneuerbare Energien zusammen mit dem Refinanzierungsantrag bei der Rentenbank. Diese leitet den Antrag an die Bürgschaftsbank weiter. Die Genehmigung der Bürgschaft erfolgt in Eigenkompetenz der BB.

Wie und wer wird mit der AgrarExpress-Bürgschaft gefördert?
Als KMU definierte Agrarbetriebe (siehe oben) werden mit einer 50-prozentigen Bürgschaft bis zu maximal 150.000 Euro gefördert. Das ermöglicht eine Kreditaufnahme für Investitionen, Betriebsmittel oder zur Liquiditätssicherung in Höhe von 300.000 Euro. Ausgenommen sind Existenzgründungen und Betriebsnachfolgen. Für sie kann das klassische Programm von Agrar-Bürgschaften beantragt werden.

Voraussetzungen für eine AgrarExpress-Bürgschaft
Bei vorausgesetzter Kapitaldienstfähigkeit weist das Ratingergebnis des Agrarunternehmens eine Einjahresausfallwahrscheinlichkeit von maximal 2,8 Prozent aus (RGZS-Bonitätsklasse 5). Außerdem dürfen keine Negativmerkmale (bspw. Schufa-Einträge, Mahnbescheide, Leistungsstörungen etc.) vorliegen und die zur Verbürgung beantragten Darlehen der Landwirtschaftlichen Rentenbank dürfen noch nicht gewährt sein.


Diese Finanzierung wird durch die vom COSME bereitgestellte Rückbürgschaft und den im Zusammenhang mit dem Investitionsplan für Europa begründeten Europäischen Fonds für strategische Investitionen („EFSI“) ermöglicht. Der Zweck des EFSI ist die Unterstützung bei der Finanzierung und Umsetzung produktiver Investitionen in der Europäischen Union und die Sicherstellung eines besseren Zugangs zu Finanzierungen.


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Arbeitsfrühstück der BB und MBG

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© fotomek / Fotolia.com

Wieviel Stück Butter lassen sich aus dem Tagesgemelk einer Milchkuh herstellen? Die durchaus ernst gemeinte Quizfrage war Teil der angeregten „Arbeitsfrühstücke“ der BB/MBG mit Firmenkundenberatern.

Mit ihren „Arbeitsfrühstücken“ bieten BB und MBG eine neue Möglichkeit zum Erfahrungsaustausch an. Die ersten sechs fanden Ende Mai / Anfang Juni an verschiedenen Orten in Sachsen-Anhalt statt. Im kleinen Kreis von Firmenkundenberatern jeweils einer Bankengruppe entstand schnell ein lebhafter Austausch über die Nutzung der Förderinstrumente von BB/MBG und über eigene Praxisfälle. Dabei konnten die Mitarbeiter der BB Nachfragen zu Produktdetails, Verfahrensfragen und Entscheidungskriterien gleich an Ort und Stelle klären.

Zu Beginn jeder Veranstaltung gab Neugeschäftsleiter Michael Müller anhand konkreter Beispiele von (anonymisierten) Kunden einen Überblick über die Finanzierungshilfen. Dabei ging es u. a. um die Wirkung von Beteiligungen auf Eigenkapitalquote und Finanzierungskonditionen, um den Bearbeitungsablauf bei Agrar-Bürgschaften sowie um die „schnellen“ Programme  BB AGRAR EXPRESS und BB EXPRESS

Die 41 Teilnehmer aus Geschäftsbanken sowie den Sparkassen und Volksbanken haben dem neuen Format ein sehr gutes Feedback gegeben. Für künftige Arbeitsfrühstücke wurden z. B. das Thema Unternehmensnachfolge sowie ein Erfahrungsaustausch zu kniffligen Fällen bei BB und MBG von den Teilnehmern vorgeschlagen. Außerdem wünschten sich die Firmenkundenberater vor allem detaillierte Produktinformationen und Tipps mit viel Praxisbezug.

Im 1. Quartal 2019 werden die „Arbeitsfrühstücke“ weitergeführt.



Gründer Barcamp

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© Dirk Mahler

Mit dem 1. Magdeburger Gründer Barcamp startete am 26. April eine neue Veranstaltungsreihe für Start-ups, Gründungsinteressierte und Netzwerker in Sachsen-Anhalt. Die BB gehört zu den Sponsoren.

Dieses Veranstaltungsformat sei für die Gründerszene optimal zum Austausch auf Augenhöhe, meint Marianna Ackermann, eine der beiden Initiatorinnen. Die Magdeburgerin will gemeinsam mit Bianca Kather aus Halle – dort ist am 23. Oktober das nächste BarCamp geplant – die aus den USA stammende unkonventionelle Tagungskultur in Sachsen-Anhalt etablieren. Die Themen werden immer erst vor Ort von den Teilnehmern selbst festgelegt und in sogenannten Sessions behandelt.

Eine der größten Herausforderungen für Gründer ist die Finanzierung ihrer Vorhaben. Nur wenige kennen die Fördermöglichkeiten über Bürgschaften und Beteiligungen. In einer Session zum Thema Finanzierung stellte MBG-Beteiligungsexpertin Harriet Krzyzowski die Fördermöglichkeiten für Gründer vor.



Firmenstaffel 2018

Firmenstaffel
© Bürgschaftsbank

„Express“ können Bürgschaftsbanker auch anders: Auf flinken Füßen waren zehn Frauen und Männer mit dem Logo der BB auch in diesem Jahr beim Magdeburger Firmenstaffellauf für ihr Unternehmen unterwegs.

In zwei Teams rannten die BB-Läufer unter dem bewährten Motto „Schneller geht’s nicht“ in der Kategorie Mixed mit weiteren 537 Mannschaften um die Wette. Am Ende trennten beide Teams nur 7 Sekunden. Mit einer Zeit von 1:17:14 bzw. 1:17:21 belegten die Banker die Plätze 150 und 153 und konnten so gut zwei Drittel der Konkurrenz hinter sich lassen.



Montag, 12 Februar 2018

Infobrief 1/2018

Schneller, leichter, Express-Bürgschaft

Agrar-Bürgschaften innerhalb von drei Tagen

Drohne Acker (c) Jag_cz / Fotolia
© Jag _cz / Fotolia.com

Kreditgeber können ihren Kunden aus landwirtschaftlichen Betrieben jetzt noch schneller eine Finanzierungsbestätigung geben. Denn die erforderliche Bürgschaftszusage erfolgt über „BB AGRAR EXPRESS“ spätestens nach drei Werktagen.

Mit dem beschleunigten Antragsverfahren hat der Verband der Bürgschaftsbanken (VDB) das Programm für Agrar-Bürgschaften im September 2017 um eine vereinfachte standardisierte Variante ergänzt. BB AGRAR EXPRESS kann für Kredite bis maximal 300.000 Euro für Investitionen, Betriebsmittel oder zur Liquiditätssicherung genutzt werden. Verbürgt werden 50 Prozent des Kreditbetrags.

Existenzgründungen und Betriebsnachfolgen können das Express-Programm allerdings nicht nutzen, sie wählen weiterhin die klassische Agrar-Bürgschaft. Bei dieser werden wahlweise 50 oder 70 Prozent des Kreditbetrags verbürgt. Die Bürgschaftsobergrenze beträgt 750.000 Euro, sodass Kredite bis 1,5 Mio. Euro besichert werden können.

Verbürgt werden Darlehen, die von der Rentenbank refinanziert werden. Rückbürgschaften gibt der Europäische Investitionsfonds (EIF). Die jeweilige Hausbank stellt den Refinanzierungsantrag gemeinsam mit dem Bürgschaftsantrag für BB AGRAR EXPRESS an die Rentenbank. Sofern die Voraussetzungen für die Refinanzierung erfüllt sind, erteilt die Rentenbank der antragstellenden Bank eine Zusage und leitet den Bürgschaftsantrag an die BB weiter.

 „Mit der AgrarExpress-Bürgschaft erweitern wir das erfolgreich laufende Programm von Agrar-Bürgschaften, indem wir die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation im Interesse landwirtschaftlicher Unternehmer nutzen“, erklärt BB-Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab. „Zugleich verfügen wir damit über ein zweites Express-Programm, das neben dem erfolgreichen BB EXPRESS für den kleineren Mittelständler den heutigen Marktanforderungen nach schnellen und einfachen Finanzierungsmöglichkeiten noch besser entspricht.“ 

Im Überblick:

Wer wird mit der AgrarExpress-Bürgschaft gefördert?

Gefördert werden Landwirte, landwirtschaftliche Gartenbauer, Forst- und Fischwirtschaftsbetriebe, Winzer, Unternehmen aus den Bereichen Ernährungswirtschaft, ländliche Entwicklung und erneuerbare Energien, welche die KMU-Kriterien erfüllen.

Kriterien für eine AgrarExpress-Bürgschaft:

- 300.000 Euro maximal verbürgbares Kreditvolumen
- 150.000 Euro max. Bürgschaftshöhe
- 50 Prozent Verbürgungsgrad
- Kredite für Investitionen, Betriebsmittel, Liquditätssicherung
- Keine Existenzgründungen und Betriebsnachfolgen
- Kapitaldienstfähigkeit vorhanden
- Einjahresausfallwahrscheinlichkeit gemäß Rating maximal 2,8 Prozent p. a.  (RGZS-Bonitätsklasse 5)
- keine Negativmerkmale wie Schufa und Rücklastschriften

Unter www.agrar-buergschaft.de erhalten Sie weitere Informationen zum Programm.

Diese Finanzierung wird durch die vom COSME bereitgestellte Rückbürgschaft und den im Zusammenhang mit dem Investitionsplan für Europa begründeten Europäischen Fonds für strategische Investitionen („EFSI“) ermöglicht. Der Zweck des EFSI ist die Unterstützung bei der Finanzierung und Umsetzung produktiver Investitionen in der Europäischen Union und die Sicherstellung eines besseren Zugangs zu Finanzierungen.


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Immer mehr Unternehmer und Hausbanken wünschen es „per EXPRESS"

Jeder zweite Bürgschaftsantrag für kleinteilige Kredite im klassischen Bürgschaftsgeschäft kommt inzwischen „per EXPRESS“, von allen vorjährigen Anträgen zusammengenommen war es bereits jeder fünfte. Die vor einem Jahr erfolgte Anhebung der Obergrenze bei BB EXPRESS bis zu einem Kreditbetrag von 250.000 Euro ist auf ein durchweg positives Echo bei Banken und Sparkassen gestoßen und entspricht der verbreiteten Nachfrage aus den mittelständischen Unternehmen hierzulande.

Die Hausbanken brauchen vor allem eine Entlastung im kleinteiligen Finanzierungsgeschäft. Kleine Kreditvolumen sind wegen des hohen Kostendrucks auf Banken und Sparkassen zu gering im Verhältnis zum Bearbeitungsaufwand und geschätztem Risiko. Das führt für den Unternehmer oftmals zu Risikoaufschlägen beim Zins oder erhöhten Anforderungen an die Sicherheiten. BB EXPRESS senkt Aufwand und Kosten für die Banken, weil sie das schlanke elektronische Antragsverfahren nutzen können, wie BB-Geschäftsführer Heiko Paelecke erklärt: „Die Digitalisierung ermöglicht die schnelle und einfache Bearbeitung der Anträge und verringert damit Aufwand und Kosten für die Hausbanken.“

Die BB übernimmt ein Ausfallrisiko von 70 Prozent des Kreditvolumens. Das macht die Express-Bürgschaft auch für den Unternehmer noch kostengünstiger als die klassische 80-Prozent-Bürgschaft. Die Bonitätsanforderungen sind klar definiert, die Sicherheitenstellung ist schlank. Und es geht schnell – die Entscheidung über die Bürgschaft erfolgt innerhalb von drei Bankarbeitstagen.

Das Programm steht kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Freiberuflern aller Branchen offen. Für den Antrag müssen sie einen Jahresabschluss für ein volles Geschäftsjahr, nicht älter als 18 Monate, vorlegen sowie positives Eigenkapital und einen Gewinn („mindestens 1 Euro“) ausweisen. Eine positive Schufa wird vorausgesetzt.



Neugeschäft landet fast punktgenau

Bilanz 2017 (c)  blackboard / Fotolia
© blackboard / Fotolia.com

Im Neugeschäft 2017 haben BB und MBG Kredite und Beteiligungen im Gesamtumfang von insgesamt 48,3 Mio. Euro ermöglicht. Damit wurde das Vorjahresniveau nahezu wiederholt, bei der MBG sogar deutlich übertroffen. Darüber informierte die Geschäftsführung auf der gemeinsamen Sitzung von Verwaltungsrat und Aufsichtsrat am 13. Dezember 2017.

Mit Blick auf den Antragseingang im Geschäftsjahr 2017 sagte Geschäftsführer Heiko Paelecke: „Wir haben in 2017 sehr ausgewogen mit allen Institutsgruppen zusammengearbeitet.“ Die verstärkten Akquisitionsbemühungen unter schwierigen Marktbedingungen und trotz geringer Investitionsbereitschaft in den Unternehmen zeigten Erfolg: Die BB übernahm 141 neue Bürgschaften (2016: 155), bei der MBG standen zum Jahresende 18 neue Verträge zu Buche (2016: 13). Mit einem Gesamtvolumen von 4,4 Mio. Euro gegenüber vorjährigen 3,9 Mio. Euro legte das Beteiligungsgeschäft kräftig zu.

Zum klassischen Beteiligungsgeschäft der MBG  kommen elf neue Mikromezzaninbeteiligungen mit insgesamt 329.000 Euro aus dem Bundesprogramm hinzu. In der Summe ging die MBG seit 2013 fast 170 mikromezzanine Beteiligungen mit 7,1 Mio. Euro ein, das ist Platz 5 im bundesweiten Ranking.

Dienstleister holen auf

Das Bürgschaftsgeschäft erhielt 2017 aus dem Handwerk eine ungebrochen starke Nachfrage: Dorthin gingen 26 Prozent aller Genehmigungen. Auf mittelständische Industriebetriebe entfiel dagegen nur noch jede zehnte neue Bürgschaft, und ihr Anteil am Neugeschäftsvolumen lag mit 13 Prozent deutlich unter ihren 25 Prozent Bestandsanteil. Neuer „Aufsteiger“ ist der Dienstleistungssektor, der ein Drittel des BB-Neugeschäfts brachte.

Auch im Beteiligungsgeschäft der MBG zeigte der Dienstleistungsbereich mit 41 Prozent des Neugeschäftsvolumens eine hohe Dynamik und wird zur zweitstärksten Branche im Bestand mit 18 Prozent Anteil. Auf Platz 1 bleibt zwar mit 51 Prozent Bestandsvolumen die mittelständische Industrie, ihr Anteil am Neugeschäft sank aber in 2017 auf 30 Prozent. 

Neu in diesem Jahr

Ergänzend zu den klassischen stillen Beteiligungen bietet die MBG seit Jahresbeginn auch offene Beteiligungen an Unternehmen an. Der MBG-Aufsichtsrat hat das Konzept genehmigt. Maximal werden 25 Prozent der Gesellschaftsanteile übernommen. Junge und etablierte Unternehmen können so bis 75.000 Euro bzw. bis 500.000 Euro (nominal und Agio) Beteiligungskapital erhalten.



MBG-Jubiläum: Geburtstagsgeschenke bringen Schülerfirmen voran


Jubiläum 25 Jahre MBG
© Viktoria Kühne

Aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums im Jahr 2017 hatte die Geschäftsführung um Geldspenden zur Unterstützung von Schülerfirmen in Sachsen-Anhalt gebeten. 5.200 Euro kamen zusammen.

Mit diesem „Geburtstagsgeld“ unterstützte die MBG gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) einen Ideenwettbewerb unter den rund 150 Schülerfirmen im Land. Nach ihrem eigenen Motto: „Keine Erfolg versprechende Idee darf an mangelndem Eigenkapital scheitern“ will die MBG Kinder und Jugendliche zu frühzeitigem unternehmerischem Denken und Handeln ermuntern. „In den Schülerfirmen lernen die Heranwachsenden ganz praxisnah, welche Aufgaben und Anforderungen sie als Unternehmer meistern müssen, aber auch welche Erfolge sie damit erreichen können. Das kann sie motivieren und ermutigen, sich später als ,echte` Firmengründer selbstständig zu machen“, so MBG-Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab.

 Am 5. Dezember kürte eine gemeinsame Jury von Vertretern aus DKJS und MBG zehn Schülerfirmen, die mit ihren Ideen und Projekte am meisten überzeugen konnten. Jedes dieser Siegerteams erhält 500 Euro zur Umsetzung seiner Projekte.

Das Preisgeld wird bei einer Auszeichnungsveranstaltung am 2. März übergeben.

Wir danken noch einmal allen Spendern.

Der Erfolg der MBG hat viele Mütter und Väter

Jubiläumsfeier im kreativen Ambiente

Aus Anlass der erfolgreichen Entwicklung der MBG seit ihrer „Geburtsstunde“ im Jahr 1992 kamen am 31. August 2017 Vertreter aus Politik und Wirtschaft, ehemalige und aktuelle Beteiligungsnehmer zu einer Jubiläumsfeier im Jahrtausendturm im Magdeburger Elbauenpark zusammen. Dazu gehörten auch die Staatssekretäre Dr. Ude und Dr. Klang. MBG-Aufsichtsratsvorsitzender Marc Melzer konnte außerdem Alt-Geschäftsführer Christian Koeppel und die ehemaligen Aufsichtsräte Hennig und Schmidt begrüßen sowie Vertreter der Gesellschafter von BB und MBG.

Im festlich ausgestalteten 60 Meter hohen Kuppelsaal gaben ein altes Kreuzfahrer-Segelschiff, gewaltige Zahnradkonstruktionen und im Mittelpunkt das Foucaultsche Pendel Zeugnis vom Ideen- und Erfindungsreichtum der Menschen in den vergangenen sechstausend Jahren. Die damaligen „Innovationen“ stehen gleichsam für den Fortschrittsgeist und die Kreativität, die auch heute das Unternehmertum ausmachen. Für die Realisierung von Ideen ist die MBG ein wertvoller Begleiter.

Ihre erste Beteiligungszusage gab die MBG im Oktober 1992, damals noch über ihre Schwestergesellschaft und „Patin“ in Baden-Württemberg. Im Januar 1993 fand die konstituierende erste Sitzung der MBG Sachsen-Anhalt statt und ab Sommer desselben Jahres erfolgte das operative Geschäft mit eigenem Personal in eigener Regie. Seitdem habe das Förderinstitut „Erfolgsgeschichte in Sachsen-Anhalt und für die Wirtschaft Sachsen-Anhalts geschrieben“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Marc Melzer. Für die Neuaufstellung der Wirtschaft und die vielen mittelständischen Gründungen ermöglichte die MBG bisher Investitionen in Höhe einer Viertelmilliarde Euro. Sie habe „immer eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Banken, Sparkassen und Kammern“ gepflegt, so Melzer: „Der Erfolg der MBG hat viele Väter und Mütter, ohne deren Engagement es nicht möglich gewesen wäre: die Mitarbeiter, die sehr gute Arbeit leisten, die Geschäftsführer, aber auch die Mitglieder des ehrenamtlich wirkenden Beteiligungsausschusses, die in dem einen oder anderen Fall auch stark gerungen haben, wie man es am besten macht.“ Der Aufsichtsratsvorsitzende dankte auch dem Land, das einen Großteil des Risikos mitgetragen hat. Für künftige Herausforderungen sei die MBG gut aufgestellt. „Ich habe überhaupt keine Angst um die Zukunft der MBG.“

Unverzichtbar für das Land

Dr. Jürgen Ude, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, sagte in seinem Grußwort: „Die MBG erzielt mit der Bereitstellung von stillen Beteiligungen die größte Hebelwirkung unter den Förderinstrumenten im Land.“ Denn Investitionskredite würden ohne ausreichend Eigenkapital abgelehnt. „Die MBG ist unabhängig von Konjunktur- und Kreditzyklus, sie ist ein bedeutender Finanzierungspartner für Mittelstand und aus Landessicht unverzichtbar.“

Zu Wort kamen auch zwei Unternehmensgründer, die mit einer Beteiligung der MBG starten konnten: Sebastin Friedrich vom Softwarenunternehmen TinkerToys, das Kinderspielzeug im 3D-Druck-Verfahren aus Biokunststoff herstellt. „Wir hatten erst lange versucht, mit eigenem Kapital zu finanzieren, aber sind dann doch mit der MBG zusammengekommen“, sagte Friedrich. Ebenfalls Beteiligungsnehmerin ist Katina Hacker mit ihrer Gesundheitsakademie. Als „WeltmeisterMacherin“ für Sport und Business, so ihre Geschäftsidee, verriet sie den Jubiläumsgratulanten, wie man mit den mentalen Tricks von Top-Athleten mehr Erfolg erreichen kann.


Die MBG ist ein Fitnessdrink

Auszüge aus dem Interview von Moderator Holger Salmen mit den MBG-Geschäftsführern  

Was ist das Erfolgsgeheimnis der MBG?

Wolf-Dieter Schwab: Wir sind nicht in der Hand einer Bank, eines Unternehmens oder Privatmannes, sondern haben einen sehr breit aufgestellten Gesellschafterkreis. Damit haben wir ein Netzwerk. Das ist ein Erfolgsgeheimnis. Ein zweites: Wir sind traditioneller Anbieter für stilles Beteiligungskapital, d. h. wir mischen uns nicht in das operative Geschäft der Unternehmer ein. Sie bleiben Herr im eigenen Haus.

Was sind die Vorteile einer Beteiligung?

Heiko Paelecke: Zurzeit erleben wir viele Umbrüche durch bedrängte Zulieferer, Exportmärkte brechen zusammen, Basistechnologien werden in Frage gestellt. Es gibt viel Volatilität, die eine starke Eigenkapitalausstattung benötigt – und dieses Eigenkapital stellen wir zur Verfügung. Drei Vorteile: Erstens – langfristige solide Finanzierung, denn das Kapital bleibt im Unternehmen, solange die Beteiligung läuft. Zweitens – Beteiligungen müssen nicht mit Sachsicherheiten besichert werden. Wir erweitern damit den Sicherheitenspielraum des Unternehmens. Und drittens – wir erhöhen zugleich den Finanzierungsspielraum, weil mehr Eigenkapital bessere Bonität und damit besseres Rating bringt.

Was ist die Voraussetzung für eine Beteiligung?

Wolf-Dieter Schwab: Die Rentabilität muss stimmen. Die MBG ist kein Notfallmedikament, wir sind ein Fitnessdrink.

Was sind Schwerpunkte für die MBG in der Zukunft?

Wolf-Dieter Schwab: Ein Schwerpunkt sind Nachfolgen: Jährlich suchen viele 100 Unternehmen im Land meist altersbedingt einen Nachfolger. Es ist ganz wichtig für den Erhalt der mittelständischen Struktur im Land, diese Firmenübergaben zu finanzieren.  
       
Heiko Paelecke: In Zukunft werden wir auch offene Beteiligung zur Verfügung stellen. Das ist zum Beispiel sinnvoll bei einer Umstrukturierung von Unternehmen im eigenen Haus, wenn neue Märkte erschlossen oder langfristig Nachfolgen vorbereitet werden müssen. Mit offenen Beteiligungen kann der Gesellschafterkreis so optimiert werden, dass der Firmeninhaber mehr Freiräume erhält für sein Tagesgeschäft.


Zahlen und Fakten

Mehr als 660 kleine und mittelständische Unternehmen in Sachsen-Anhalt haben seit 1992 mit einer Kapitalhilfe der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt (MBG) ihre Geschäftstätigkeit auf- und ausbauen können. Mit stillen Beteiligungen im Gesamtumfang von 257 Mio. Euro konnten sie ihr Eigenkapitalpolster langfristig wirksam stärken. Das ermöglichte diesen Unternehmen insgesamt Investitionen von rund 1,4 Milliarden Euro, wodurch mehr als 25.000 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert wurden. Gut jede dritte Beteiligung der MBG unterstützte eine Existenzgründung oder eine Unternehmensnachfolge.

Zurzeit befinden sich 173 Unternehmen im Bestand der MBG. Gegenüber den Anfangsjahren hat sich der Schwerpunkt des Beteiligungsgeschäfts von Starthilfen für die zahlreichen Nachwendegründungen hin zur Investitionsfinanzierung für Wachstum und Erweiterung der inzwischen etablierten Unternehmen verlagert. Jetzt kommt in steigender Tendenz die Finanzierung von Nachfolgeregelungen für die in den Ruhestand wechselnden Unternehmer der ersten Stunde hinzu.

Die klassischen Beteiligungen der MBG betragen bis zu einer Million Euro, in Einzelfällen bis zu 2,5 Mio. Euro. Außerdem stellt die MBG Beteiligungskapital in kleinerem Umfang von 10.000 bis 50.000 Euro aus dem Mikromezzaninfonds-Deutschland bereit.

Die MBG wurde am 6. Juli 1992 nach dem bundesdeutschen Vorbild öffentlich geförderter Kapitalbeteiligungsgesellschaften gegründet und arbeitet seitdem als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation der privaten Wirtschaft. Gesellschafter sind die Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern, die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt, das Land Sachsen-Anhalt und als Finanzierungspartner Banken und Sparkassen. Voraussetzungen für die MBG-Beteiligung sind ein überzeugendes unternehmerisches Konzept, die erforderliche fachliche und kaufmännische Qualifikation der Unternehmerin oder des Unternehmers sowie geordnete wirtschaftliche Verhältnisse.



6 Monate Frist zur Vorlage der Vertragsabschlussbestätigung

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Mit den neuen Allgemeinen Bürgschaftsbestimmungen Kredit (ABB), die zum 01.07.2017 in Kraft traten, wurde die Frist für die Vorlage der Daten des Kreditvertrags konkretisiert. Die Frist von 6 Monaten ist nunmehr verbindlich, kann aber auf Antrag verlängert werden.

Die vor einem guten halben Jahr eingeführten neuen ABB haben bundesweit zu Vereinheitlichung und verbesserter Zusammenarbeit zwischen den Partnerkreditinstituten und den deutschen Bürgschaftsbanken geführt. So konnten Prüfungs- und Verwaltungsaufwand der Finanzinstitute bei Unternehmern spürbar gesenkt und die zunehmend digitalen Prozesse in den Regelungen berücksichtigt werden.

Zudem wurden Fristen, die zum Wirksamwerden der Ausfallbürgschaften der BB berücksichtigt werden müssen, konkretisiert. So auch die Frist zur Mitteilung der Kreditdaten. In Punkt 10 (2) der ABB heißt es dazu: „Der Kreditgeber ist verpflichtet, der Bürgschaftsbank die Daten des Kreditvertrages unverzüglich, spätestens sechs Monate nach Empfang der Bürgschaftserklärung, mitzuteilen. Nach fruchtlosem Ablauf der Frist wird die Bürgschaftserklärung unwirksam. Eine Verlängerung der Frist ist auf Antrag möglich.“

Dieser große Zeitrahmen verschafft den Hausbanken beispielsweise hinreichend viel Zeit zur die Sicherheitenbestellung, Vertragsgestaltung, Einholung fehlender Unterlagen beim Kunden und zur Erfüllung von Bedingungen, die mit der Bürgschaftsurkunde mitgeteilt werden.

Die Vertragsabschlussbestätigung kann neben der papierhaften Form auch digital über das Dienstleistungsportal der deutschen Bürgschaftsbanken unter www.bankpostfach.de schnell, sicher und einfach eingereicht werden.



BB und MBG – der Imagefilm

Die Arbeit der Bürgschaftsbank einfach erklärt





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