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Montag, 12 Februar 2018

Infobrief 1/2018

Schneller, leichter, Express-Bürgschaft

Agrar-Bürgschaften innerhalb von drei Tagen

Drohne Acker (c) Jag_cz / Fotolia
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Kreditgeber können ihren Kunden aus landwirtschaftlichen Betrieben jetzt noch schneller eine Finanzierungsbestätigung geben. Denn die erforderliche Bürgschaftszusage erfolgt über „BB AGRAR EXPRESS“ spätestens nach drei Werktagen.

Mit dem beschleunigten Antragsverfahren hat der Verband der Bürgschaftsbanken (VDB) das Programm für Agrar-Bürgschaften im September 2017 um eine vereinfachte standardisierte Variante ergänzt. BB AGRAR EXPRESS kann für Kredite bis maximal 300.000 Euro für Investitionen, Betriebsmittel oder zur Liquiditätssicherung genutzt werden. Verbürgt werden 50 Prozent des Kreditbetrags.

Existenzgründungen und Betriebsnachfolgen können das Express-Programm allerdings nicht nutzen, sie wählen weiterhin die klassische Agrar-Bürgschaft. Bei dieser werden wahlweise 50 oder 70 Prozent des Kreditbetrags verbürgt. Die Bürgschaftsobergrenze beträgt 750.000 Euro, sodass Kredite bis 1,5 Mio. Euro besichert werden können.

Verbürgt werden Darlehen, die von der Rentenbank refinanziert werden. Rückbürgschaften gibt der Europäische Investitionsfonds (EIF). Die jeweilige Hausbank stellt den Refinanzierungsantrag gemeinsam mit dem Bürgschaftsantrag für BB AGRAR EXPRESS an die Rentenbank. Sofern die Voraussetzungen für die Refinanzierung erfüllt sind, erteilt die Rentenbank der antragstellenden Bank eine Zusage und leitet den Bürgschaftsantrag an die BB weiter.

 „Mit der AgrarExpress-Bürgschaft erweitern wir das erfolgreich laufende Programm von Agrar-Bürgschaften, indem wir die Möglichkeiten der digitalen Kommunikation im Interesse landwirtschaftlicher Unternehmer nutzen“, erklärt BB-Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab. „Zugleich verfügen wir damit über ein zweites Express-Programm, das neben dem erfolgreichen BB EXPRESS für den kleineren Mittelständler den heutigen Marktanforderungen nach schnellen und einfachen Finanzierungsmöglichkeiten noch besser entspricht.“ 

Im Überblick:

Wer wird mit der AgrarExpress-Bürgschaft gefördert?

Gefördert werden Landwirte, landwirtschaftliche Gartenbauer, Forst- und Fischwirtschaftsbetriebe, Winzer, Unternehmen aus den Bereichen Ernährungswirtschaft, ländliche Entwicklung und erneuerbare Energien, welche die KMU-Kriterien erfüllen.

Kriterien für eine AgrarExpress-Bürgschaft:

- 300.000 Euro maximal verbürgbares Kreditvolumen
- 150.000 Euro max. Bürgschaftshöhe
- 50 Prozent Verbürgungsgrad
- Kredite für Investitionen, Betriebsmittel, Liquditätssicherung
- Keine Existenzgründungen und Betriebsnachfolgen
- Kapitaldienstfähigkeit vorhanden
- Einjahresausfallwahrscheinlichkeit gemäß Rating maximal 2,8 Prozent p. a.  (RGZS-Bonitätsklasse 5)
- keine Negativmerkmale wie Schufa und Rücklastschriften

Unter www.agrar-buergschaft.de erhalten Sie weitere Informationen zum Programm.

Diese Finanzierung wird durch die vom COSME bereitgestellte Rückbürgschaft und den im Zusammenhang mit dem Investitionsplan für Europa begründeten Europäischen Fonds für strategische Investitionen („EFSI“) ermöglicht. Der Zweck des EFSI ist die Unterstützung bei der Finanzierung und Umsetzung produktiver Investitionen in der Europäischen Union und die Sicherstellung eines besseren Zugangs zu Finanzierungen.


EIF                                    EU Logo



Immer mehr Unternehmer und Hausbanken wünschen es „per EXPRESS"

Jeder zweite Bürgschaftsantrag für kleinteilige Kredite im klassischen Bürgschaftsgeschäft kommt inzwischen „per EXPRESS“, von allen vorjährigen Anträgen zusammengenommen war es bereits jeder fünfte. Die vor einem Jahr erfolgte Anhebung der Obergrenze bei BB EXPRESS bis zu einem Kreditbetrag von 250.000 Euro ist auf ein durchweg positives Echo bei Banken und Sparkassen gestoßen und entspricht der verbreiteten Nachfrage aus den mittelständischen Unternehmen hierzulande.

Die Hausbanken brauchen vor allem eine Entlastung im kleinteiligen Finanzierungsgeschäft. Kleine Kreditvolumen sind wegen des hohen Kostendrucks auf Banken und Sparkassen zu gering im Verhältnis zum Bearbeitungsaufwand und geschätztem Risiko. Das führt für den Unternehmer oftmals zu Risikoaufschlägen beim Zins oder erhöhten Anforderungen an die Sicherheiten. BB EXPRESS senkt Aufwand und Kosten für die Banken, weil sie das schlanke elektronische Antragsverfahren nutzen können, wie BB-Geschäftsführer Heiko Paelecke erklärt: „Die Digitalisierung ermöglicht die schnelle und einfache Bearbeitung der Anträge und verringert damit Aufwand und Kosten für die Hausbanken.“

Die BB übernimmt ein Ausfallrisiko von 70 Prozent des Kreditvolumens. Das macht die Express-Bürgschaft auch für den Unternehmer noch kostengünstiger als die klassische 80-Prozent-Bürgschaft. Die Bonitätsanforderungen sind klar definiert, die Sicherheitenstellung ist schlank. Und es geht schnell – die Entscheidung über die Bürgschaft erfolgt innerhalb von drei Bankarbeitstagen.

Das Programm steht kleinen und mittelständischen Unternehmen sowie Freiberuflern aller Branchen offen. Für den Antrag müssen sie einen Jahresabschluss für ein volles Geschäftsjahr, nicht älter als 18 Monate, vorlegen sowie positives Eigenkapital und einen Gewinn („mindestens 1 Euro“) ausweisen. Eine positive Schufa wird vorausgesetzt.



Neugeschäft landet fast punktgenau

Bilanz 2017 (c)  blackboard / Fotolia
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Im Neugeschäft 2017 haben BB und MBG Kredite und Beteiligungen im Gesamtumfang von insgesamt 48,3 Mio. Euro ermöglicht. Damit wurde das Vorjahresniveau nahezu wiederholt, bei der MBG sogar deutlich übertroffen. Darüber informierte die Geschäftsführung auf der gemeinsamen Sitzung von Verwaltungsrat und Aufsichtsrat am 13. Dezember 2017.

Mit Blick auf den Antragseingang im Geschäftsjahr 2017 sagte Geschäftsführer Heiko Paelecke: „Wir haben in 2017 sehr ausgewogen mit allen Institutsgruppen zusammengearbeitet.“ Die verstärkten Akquisitionsbemühungen unter schwierigen Marktbedingungen und trotz geringer Investitionsbereitschaft in den Unternehmen zeigten Erfolg: Die BB übernahm 141 neue Bürgschaften (2016: 155), bei der MBG standen zum Jahresende 18 neue Verträge zu Buche (2016: 13). Mit einem Gesamtvolumen von 4,4 Mio. Euro gegenüber vorjährigen 3,9 Mio. Euro legte das Beteiligungsgeschäft kräftig zu.

Zum klassischen Beteiligungsgeschäft der MBG  kommen elf neue Mikromezzaninbeteiligungen mit insgesamt 329.000 Euro aus dem Bundesprogramm hinzu. In der Summe ging die MBG seit 2013 fast 170 mikromezzanine Beteiligungen mit 7,1 Mio. Euro ein, das ist Platz 5 im bundesweiten Ranking.

Dienstleister holen auf

Das Bürgschaftsgeschäft erhielt 2017 aus dem Handwerk eine ungebrochen starke Nachfrage: Dorthin gingen 26 Prozent aller Genehmigungen. Auf mittelständische Industriebetriebe entfiel dagegen nur noch jede zehnte neue Bürgschaft, und ihr Anteil am Neugeschäftsvolumen lag mit 13 Prozent deutlich unter ihren 25 Prozent Bestandsanteil. Neuer „Aufsteiger“ ist der Dienstleistungssektor, der ein Drittel des BB-Neugeschäfts brachte.

Auch im Beteiligungsgeschäft der MBG zeigte der Dienstleistungsbereich mit 41 Prozent des Neugeschäftsvolumens eine hohe Dynamik und wird zur zweitstärksten Branche im Bestand mit 18 Prozent Anteil. Auf Platz 1 bleibt zwar mit 51 Prozent Bestandsvolumen die mittelständische Industrie, ihr Anteil am Neugeschäft sank aber in 2017 auf 30 Prozent. 

Neu in diesem Jahr

Ergänzend zu den klassischen stillen Beteiligungen bietet die MBG seit Jahresbeginn auch offene Beteiligungen an Unternehmen an. Der MBG-Aufsichtsrat hat das Konzept genehmigt. Maximal werden 25 Prozent der Gesellschaftsanteile übernommen. Junge und etablierte Unternehmen können so bis 75.000 Euro bzw. bis 500.000 Euro (nominal und Agio) Beteiligungskapital erhalten.



MBG-Jubiläum: Geburtstagsgeschenke bringen Schülerfirmen voran


Jubiläum 25 Jahre MBG
© Viktoria Kühne

Aus Anlass des 25-jährigen Jubiläums im Jahr 2017 hatte die Geschäftsführung um Geldspenden zur Unterstützung von Schülerfirmen in Sachsen-Anhalt gebeten. 5.200 Euro kamen zusammen.

Mit diesem „Geburtstagsgeld“ unterstützte die MBG gemeinsam mit der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) einen Ideenwettbewerb unter den rund 150 Schülerfirmen im Land. Nach ihrem eigenen Motto: „Keine Erfolg versprechende Idee darf an mangelndem Eigenkapital scheitern“ will die MBG Kinder und Jugendliche zu frühzeitigem unternehmerischem Denken und Handeln ermuntern. „In den Schülerfirmen lernen die Heranwachsenden ganz praxisnah, welche Aufgaben und Anforderungen sie als Unternehmer meistern müssen, aber auch welche Erfolge sie damit erreichen können. Das kann sie motivieren und ermutigen, sich später als ,echte` Firmengründer selbstständig zu machen“, so MBG-Geschäftsführer Wolf-Dieter Schwab.

 Am 5. Dezember kürte eine gemeinsame Jury von Vertretern aus DKJS und MBG zehn Schülerfirmen, die mit ihren Ideen und Projekte am meisten überzeugen konnten. Jedes dieser Siegerteams erhält 500 Euro zur Umsetzung seiner Projekte.

Das Preisgeld wird bei einer Auszeichnungsveranstaltung am 2. März übergeben.

Wir danken noch einmal allen Spendern.

Der Erfolg der MBG hat viele Mütter und Väter

Jubiläumsfeier im kreativen Ambiente

Aus Anlass der erfolgreichen Entwicklung der MBG seit ihrer „Geburtsstunde“ im Jahr 1992 kamen am 31. August 2017 Vertreter aus Politik und Wirtschaft, ehemalige und aktuelle Beteiligungsnehmer zu einer Jubiläumsfeier im Jahrtausendturm im Magdeburger Elbauenpark zusammen. Dazu gehörten auch die Staatssekretäre Dr. Ude und Dr. Klang. MBG-Aufsichtsratsvorsitzender Marc Melzer konnte außerdem Alt-Geschäftsführer Christian Koeppel und die ehemaligen Aufsichtsräte Hennig und Schmidt begrüßen sowie Vertreter der Gesellschafter von BB und MBG.

Im festlich ausgestalteten 60 Meter hohen Kuppelsaal gaben ein altes Kreuzfahrer-Segelschiff, gewaltige Zahnradkonstruktionen und im Mittelpunkt das Foucaultsche Pendel Zeugnis vom Ideen- und Erfindungsreichtum der Menschen in den vergangenen sechstausend Jahren. Die damaligen „Innovationen“ stehen gleichsam für den Fortschrittsgeist und die Kreativität, die auch heute das Unternehmertum ausmachen. Für die Realisierung von Ideen ist die MBG ein wertvoller Begleiter.

Ihre erste Beteiligungszusage gab die MBG im Oktober 1992, damals noch über ihre Schwestergesellschaft und „Patin“ in Baden-Württemberg. Im Januar 1993 fand die konstituierende erste Sitzung der MBG Sachsen-Anhalt statt und ab Sommer desselben Jahres erfolgte das operative Geschäft mit eigenem Personal in eigener Regie. Seitdem habe das Förderinstitut „Erfolgsgeschichte in Sachsen-Anhalt und für die Wirtschaft Sachsen-Anhalts geschrieben“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Marc Melzer. Für die Neuaufstellung der Wirtschaft und die vielen mittelständischen Gründungen ermöglichte die MBG bisher Investitionen in Höhe einer Viertelmilliarde Euro. Sie habe „immer eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Banken, Sparkassen und Kammern“ gepflegt, so Melzer: „Der Erfolg der MBG hat viele Väter und Mütter, ohne deren Engagement es nicht möglich gewesen wäre: die Mitarbeiter, die sehr gute Arbeit leisten, die Geschäftsführer, aber auch die Mitglieder des ehrenamtlich wirkenden Beteiligungsausschusses, die in dem einen oder anderen Fall auch stark gerungen haben, wie man es am besten macht.“ Der Aufsichtsratsvorsitzende dankte auch dem Land, das einen Großteil des Risikos mitgetragen hat. Für künftige Herausforderungen sei die MBG gut aufgestellt. „Ich habe überhaupt keine Angst um die Zukunft der MBG.“

Unverzichtbar für das Land

Dr. Jürgen Ude, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt, sagte in seinem Grußwort: „Die MBG erzielt mit der Bereitstellung von stillen Beteiligungen die größte Hebelwirkung unter den Förderinstrumenten im Land.“ Denn Investitionskredite würden ohne ausreichend Eigenkapital abgelehnt. „Die MBG ist unabhängig von Konjunktur- und Kreditzyklus, sie ist ein bedeutender Finanzierungspartner für Mittelstand und aus Landessicht unverzichtbar.“

Zu Wort kamen auch zwei Unternehmensgründer, die mit einer Beteiligung der MBG starten konnten: Sebastin Friedrich vom Softwarenunternehmen TinkerToys, das Kinderspielzeug im 3D-Druck-Verfahren aus Biokunststoff herstellt. „Wir hatten erst lange versucht, mit eigenem Kapital zu finanzieren, aber sind dann doch mit der MBG zusammengekommen“, sagte Friedrich. Ebenfalls Beteiligungsnehmerin ist Katina Hacker mit ihrer Gesundheitsakademie. Als „WeltmeisterMacherin“ für Sport und Business, so ihre Geschäftsidee, verriet sie den Jubiläumsgratulanten, wie man mit den mentalen Tricks von Top-Athleten mehr Erfolg erreichen kann.


Die MBG ist ein Fitnessdrink

Auszüge aus dem Interview von Moderator Holger Salmen mit den MBG-Geschäftsführern  

Was ist das Erfolgsgeheimnis der MBG?

Wolf-Dieter Schwab: Wir sind nicht in der Hand einer Bank, eines Unternehmens oder Privatmannes, sondern haben einen sehr breit aufgestellten Gesellschafterkreis. Damit haben wir ein Netzwerk. Das ist ein Erfolgsgeheimnis. Ein zweites: Wir sind traditioneller Anbieter für stilles Beteiligungskapital, d. h. wir mischen uns nicht in das operative Geschäft der Unternehmer ein. Sie bleiben Herr im eigenen Haus.

Was sind die Vorteile einer Beteiligung?

Heiko Paelecke: Zurzeit erleben wir viele Umbrüche durch bedrängte Zulieferer, Exportmärkte brechen zusammen, Basistechnologien werden in Frage gestellt. Es gibt viel Volatilität, die eine starke Eigenkapitalausstattung benötigt – und dieses Eigenkapital stellen wir zur Verfügung. Drei Vorteile: Erstens – langfristige solide Finanzierung, denn das Kapital bleibt im Unternehmen, solange die Beteiligung läuft. Zweitens – Beteiligungen müssen nicht mit Sachsicherheiten besichert werden. Wir erweitern damit den Sicherheitenspielraum des Unternehmens. Und drittens – wir erhöhen zugleich den Finanzierungsspielraum, weil mehr Eigenkapital bessere Bonität und damit besseres Rating bringt.

Was ist die Voraussetzung für eine Beteiligung?

Wolf-Dieter Schwab: Die Rentabilität muss stimmen. Die MBG ist kein Notfallmedikament, wir sind ein Fitnessdrink.

Was sind Schwerpunkte für die MBG in der Zukunft?

Wolf-Dieter Schwab: Ein Schwerpunkt sind Nachfolgen: Jährlich suchen viele 100 Unternehmen im Land meist altersbedingt einen Nachfolger. Es ist ganz wichtig für den Erhalt der mittelständischen Struktur im Land, diese Firmenübergaben zu finanzieren.  
       
Heiko Paelecke: In Zukunft werden wir auch offene Beteiligung zur Verfügung stellen. Das ist zum Beispiel sinnvoll bei einer Umstrukturierung von Unternehmen im eigenen Haus, wenn neue Märkte erschlossen oder langfristig Nachfolgen vorbereitet werden müssen. Mit offenen Beteiligungen kann der Gesellschafterkreis so optimiert werden, dass der Firmeninhaber mehr Freiräume erhält für sein Tagesgeschäft.


Zahlen und Fakten

Mehr als 660 kleine und mittelständische Unternehmen in Sachsen-Anhalt haben seit 1992 mit einer Kapitalhilfe der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft Sachsen-Anhalt (MBG) ihre Geschäftstätigkeit auf- und ausbauen können. Mit stillen Beteiligungen im Gesamtumfang von 257 Mio. Euro konnten sie ihr Eigenkapitalpolster langfristig wirksam stärken. Das ermöglichte diesen Unternehmen insgesamt Investitionen von rund 1,4 Milliarden Euro, wodurch mehr als 25.000 Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert wurden. Gut jede dritte Beteiligung der MBG unterstützte eine Existenzgründung oder eine Unternehmensnachfolge.

Zurzeit befinden sich 173 Unternehmen im Bestand der MBG. Gegenüber den Anfangsjahren hat sich der Schwerpunkt des Beteiligungsgeschäfts von Starthilfen für die zahlreichen Nachwendegründungen hin zur Investitionsfinanzierung für Wachstum und Erweiterung der inzwischen etablierten Unternehmen verlagert. Jetzt kommt in steigender Tendenz die Finanzierung von Nachfolgeregelungen für die in den Ruhestand wechselnden Unternehmer der ersten Stunde hinzu.

Die klassischen Beteiligungen der MBG betragen bis zu einer Million Euro, in Einzelfällen bis zu 2,5 Mio. Euro. Außerdem stellt die MBG Beteiligungskapital in kleinerem Umfang von 10.000 bis 50.000 Euro aus dem Mikromezzaninfonds-Deutschland bereit.

Die MBG wurde am 6. Juli 1992 nach dem bundesdeutschen Vorbild öffentlich geförderter Kapitalbeteiligungsgesellschaften gegründet und arbeitet seitdem als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation der privaten Wirtschaft. Gesellschafter sind die Industrie- und Handelskammern sowie Handwerkskammern, die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt, das Land Sachsen-Anhalt und als Finanzierungspartner Banken und Sparkassen. Voraussetzungen für die MBG-Beteiligung sind ein überzeugendes unternehmerisches Konzept, die erforderliche fachliche und kaufmännische Qualifikation der Unternehmerin oder des Unternehmers sowie geordnete wirtschaftliche Verhältnisse.



6 Monate Frist zur Vorlage der Vertragsabschlussbestätigung

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Mit den neuen Allgemeinen Bürgschaftsbestimmungen Kredit (ABB), die zum 01.07.2017 in Kraft traten, wurde die Frist für die Vorlage der Daten des Kreditvertrags konkretisiert. Die Frist von 6 Monaten ist nunmehr verbindlich, kann aber auf Antrag verlängert werden.

Die vor einem guten halben Jahr eingeführten neuen ABB haben bundesweit zu Vereinheitlichung und verbesserter Zusammenarbeit zwischen den Partnerkreditinstituten und den deutschen Bürgschaftsbanken geführt. So konnten Prüfungs- und Verwaltungsaufwand der Finanzinstitute bei Unternehmern spürbar gesenkt und die zunehmend digitalen Prozesse in den Regelungen berücksichtigt werden.

Zudem wurden Fristen, die zum Wirksamwerden der Ausfallbürgschaften der BB berücksichtigt werden müssen, konkretisiert. So auch die Frist zur Mitteilung der Kreditdaten. In Punkt 10 (2) der ABB heißt es dazu: „Der Kreditgeber ist verpflichtet, der Bürgschaftsbank die Daten des Kreditvertrages unverzüglich, spätestens sechs Monate nach Empfang der Bürgschaftserklärung, mitzuteilen. Nach fruchtlosem Ablauf der Frist wird die Bürgschaftserklärung unwirksam. Eine Verlängerung der Frist ist auf Antrag möglich.“

Dieser große Zeitrahmen verschafft den Hausbanken beispielsweise hinreichend viel Zeit zur die Sicherheitenbestellung, Vertragsgestaltung, Einholung fehlender Unterlagen beim Kunden und zur Erfüllung von Bedingungen, die mit der Bürgschaftsurkunde mitgeteilt werden.

Die Vertragsabschlussbestätigung kann neben der papierhaften Form auch digital über das Dienstleistungsportal der deutschen Bürgschaftsbanken unter www.bankpostfach.de schnell, sicher und einfach eingereicht werden.





BB und MBG – der Imagefilm

Die Arbeit der Bürgschaftsbank einfach erklärt